Wahlkampf

„Die Partei“ provoziert mit umstrittenem Wahlplakat in Essen

Ganz in der Nähe der beschaulichen Brehminsel erhitzt „Die Partei“ mit diesem provakanten Wahlplakat die Gemüter.

Foto: Knut Vahlensieck

Ganz in der Nähe der beschaulichen Brehminsel erhitzt „Die Partei“ mit diesem provakanten Wahlplakat die Gemüter. Foto: Knut Vahlensieck

Essen.   Mit einem Wahlplakat provoziert „Die Partei“ in Essen. Landtagskandidat sieht im Slogan „Hier könnte ein Nazi hängen“ keinen Aufruf zur Gewalt.

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„Hier könnte ein Nazi hängen“ steht auf dem Plakat, mit dem die satirische Partei „Die Partei“ auch in Essen im Landtagswahlkampf provoziert. Nicht zuletzt bei Facebook wird der Spruch kontrovers diskutiert, manch einer sieht darin den Aufruf zur Gewalt. Ein Vorwurf, den Boris Vorholt, „Partei“-Kandidat für den Essener Süden zurückweist.

Natürlich verurteile die „Die Partei“ jede Form von Gewalt, betont Vorholt. Die Botschaft sei vielmehr: „Besser ein ,Partei’-Wahlplakat hängt an der Stelle, als das eines Nazis.“

Eines der Plakate hängt am S-Bahnhof Werden

Dabei ist es wohl kaum ein Zufall, dass eines der Anti-Nazi-Plakate am Werdener S-Bahnhof ausgerechnet unter einem der AfD hängt. Provokationen gehören schließlich nicht nur bei der rechtspopulistischen, selbst ernannten Alternative für Deutschland zum politischen Geschäft, auch die vom Satiriker und ehemaligen „Titanic“-Chefredakteur Martin Sonneborn gegründete Partei weiß mit markigen Worten und Taten Aufmerksamkeit zu erregen.

Dies tut „Die Partei“ allerdings zumeist durchaus intelligenter und stets mit satirischem Überbau. So handele es sich selbstverständlich um ein kontroverses Plakat, das zum Nachdenken darüber anregen soll, wofür einzelne Parteien und deren Vertreter stünden und ob man gewillt sei, bei solchen Parteien sein Kreuz zu machen, betont Vorholt.

Spruch vom hängenden Nazi geht manchem zu weit

Sonneborn sitzt inzwischen im EU-Parlament, und auch in Essen hat „Die Partei“ mit Matthias Stadtmann einen Einzelkämpfer im Rat. Boris Vorholt versucht nun, mit Humor und Spitzfindigkeit die Wählerstimmen und dann das Landesparlament zu erobern. So lächelt er mit Hipster-Bart und Merkelraute vor einem Plakat, auf dem steht „Altersarmut bekämpfen! Vor allem meine!“ Und auch gegen die SPD-Landesmutter schießt „Die Partei“: „Für ein kraftloses NRW.“

Darüber mögen viele schmunzeln, doch der Spruch vom hängenden Nazi geht manchem zu weit. Vorholt will das nicht verstehen: „Vielmehr sollten diejenigen, die einen Aufruf zu was auch immer darin sehen, sich fragen: Woher kommen meine eigenen Assoziationen?“ Vielleicht mag manch einer auch noch die Plakatkampagne der Partei „Die Rechte“ aus der Landtagswahl 2016 in Sachsen-Anhalt in Erinnerung haben: Dort erregten die Rechtsextremisten mit dem Spruch „„Wir hängen nicht nur Plakate“ die Gemüter. Klagen wegen einer Aufforderung zur Straftat hatten damals keinen Erfolg.

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