Schlagerparty

Die Hände zum Himmel: Tony Marshall auf der Margarethenhöhe

Vom Musikantenstadl auf die Margarethenhöhe: Der Strahlemann  des Schlagers, Patrick Lindner, besingt bis heute gerne „Die kleinen Dinge des Lebens“.Fotos:

Foto: STEFAN AREND

Vom Musikantenstadl auf die Margarethenhöhe: Der Strahlemann des Schlagers, Patrick Lindner, besingt bis heute gerne „Die kleinen Dinge des Lebens“.Fotos: Foto: STEFAN AREND

Essen.   Kumpelstimmung statt Wettertrübsinn: Die Ruhrpott-Sommerparty lockt mit altgedienten Schlager-Stars auf die Margarethenhöhe.

Klamme 19 Grad und graue Regenwolken – eigentlich kein Wetter für die immer noch prachtvoll gekringelten, rotbraunen Tony-Marshall-Locken. Aber der 79-jährige Schlagerstar ist ganz Profi. „Als ich heute Mittag hier ankam, waren kaum Leute da. Jetzt hat sich halb Essen hier versammelt“, freut sich Marshall, als er um 20 Uhr auf die Open-Air-Bühne am Marktplatz Margarethenhöhe tritt.

Nun, halb Essen hat den widrigen Wetterverhältnissen zwar nicht getrotzt. Doch der Publikumszuspruch ist beachtlich, als Reiseanbieter-Sender Sonnenklar-TV zusammen mit Mintrops Hotels zur „Großen Ruhrpott Sommerparty“ bittet. Die kommt natürlich nicht ohne Lokalmatadoren wie „Drehscheiben“-Wirt René Pascal aus. „Der weiße Stern von Rüttenscheid“ hat gerade so richtig glühen können, da muss der selbst ernannte „Schlagergott aus dem Kohlenpott“ das Mikro auch schon weitergeben. Moderator Harry Wijnvoord, der statt Hawaiihemd an diesem Abend doch lieber die Lederjacke übergeworfen hat, kann noch Großes verkünden. „Drei mal Platin, sechs Goldene Schallplatten, Bambi und Platz 1 der ZDF-Hitparade“, tönt es aus dem Lautsprecher. Inzwischen muss es für Patrick Lindner auch mal eine Nummer kleiner gehen. Der Volksmusikstar singt nicht nur auf Kreuzfahrtschiffen, er stellt sich auch an Land in den Dienst der touristischen Sache, singt nach „Fiesta Mexicana“ und „Dschingis Khan“ auch von „Bella Italia“

Gekommen sind die meisten aber, um den deutschen Godfather des Gassenhauers zu erleben. „Hoffentlich singt er auch ,Schöne Maid’ und ,Bora, Bora’“, sagt Angelika Gast, als der 79-Jährige am Biertisch vorübergeht. Doch Marshall, der vor wenigen Wochen erst eine Herz-OP überstanden hat, weiß, was ein altgedienter Stimmungsmacher seinem Publikum schuldig ist. „,Bora, Bora’, da schlafen mir die Leute ja ein.“ Sagt’s und sorgt gleich mal für die erste Aufwärmübung. „Die Hände zum Himmel!“ 65 Jahre ist er im Geschäft und damit der dienstälteste Schlagerstar. „Noch vor Roberto Blanco“, versichert Marshall, der sich gern an Aufritte in Essen erinnert. „Die sagen hier nicht Herr Marshall, sondern Tony, wie ein Kumpel. Ich bin gern im Ruhrgebiet“.

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