Innenstadt

Die Essener Innenstadt soll wieder mehr Kunden anlocken

Die Limbecker Straße hat sich in den vergangenen Jahren positiv verändert. Dennoch gibt es immer wieder Kritik am Erscheinungsbild der Innenstadt insgesamt und auch am Warenangebot.

Foto: Socrates Tassos

Die Limbecker Straße hat sich in den vergangenen Jahren positiv verändert. Dennoch gibt es immer wieder Kritik am Erscheinungsbild der Innenstadt insgesamt und auch am Warenangebot.

Essen.   Das Stadtmarketing will von Besuchern wissen, wie ihnen die City gefällt und warum manche sie mittlerweile meiden. Ziel ist ein Zukunftskonzept.

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Wie soll sich die Innenstadt künftig aufstellen, um wieder attraktiver für Besucher zu werden? Um eine Antwort auf diese Frage zu finden, will die Essen Marketing Gesellschaft (EMG) den Kunden jetzt auf den Zahn fühlen. „Wir müssen erfahren, was passieren muss, dass die Kunden Essen wieder aufsuchen“, unterstrich EMG-Geschäftsführer Dieter Groppe. Nach seinen Angaben würden große Einzelhändler über Frequenzrückgänge klagen. In sozialen Netzwerken hagelt es außerdem immer wieder Kritik an der Aufenthaltsqualität der Innenstadt.

Das Stadtmarketing wird deshalb in den kommenden Wochen ein externes Institut mit einer Kundenbefragung beauftragen. Im Gespräch ist das Marktforschungsinstitut Rheingold aus Köln. Das hat bereits ein Konzept vorgelegt. Es will 30 Interviews führen. Sie sollen jeweils bis zu zwei Stunden dauern und somit tiefschürfende Erkenntnisse bringen im Unterschied zu schnellen Umfragen in der Fußgängerzone. Außerdem will Rheingold nicht nur Essener interviewen sondern auch Bewohner des Umlandes und vor allem: „Wir wollen auch Menschen befragen, die nicht mehr in die Innenstadt kommen“, sagte Groppe. Des Weiteren wollen die Forscher Kunden beim Einkauf begleiten.

Schlechte Noten für die Essener Innenstadt

Am Ende sollen aus den Ergebnissen Handlungsempfehlungen werden, wie das Image der City verbessert und daraus wieder eine Marke werden kann. „Wir müssen klären, welche Funktionen die Innenstadt künftig erfüllen muss“, betonte Richard Röhrhoff, EMG-Geschäftsführer und Groppes Kollege auf einer Podiumsdiskussion am Montagabend in der Geno-Bank. Im Zeitalter des Online-Shoppings müsse sich eine Innenstadt als Ort aufstellen, wo sich Menschen gerne treffen.

Die Untersuchung soll sich deshalb nicht nur auf die „Einkaufsstadt Essen“ beziehen. Der alte Slogan könne heute nicht mehr alleine stehen, meinte Groppe. Die Innenstadt brauche ein maßgeschneidertes Angebot aus Shopping, Unterhaltung und Aufenthaltsqualität.

Bei einer Umfrage unter Kunden vor vier Jahren hatte die Innenstadt vergleichsweise schlecht abgeschnitten. Nach dem Schulnotensystem hatten die Befragten ihr lediglich ein „Befriedigend“ erteilt. Vor allem bei Sauberkeit, Sicherheit und beim Gastronomieangebot gab es schlechte Noten. Auch die Attraktivität und Gestaltung kamen nicht gut weg.

Untersuchung kostet einen fünfstelligen Betrag

Das Problem an dieser Art Befragung war jedoch: Zum einen förderte sie keine Gründe für die mäßigen Noten, zum anderen wurden lediglich Kunden befragt, die die Innenstadt besuchten. Warum aber möglicherweise immer mehr Menschen einen Bogen um die City machen, blieb offen. Passantenzählungen wiederum hatten in jüngster Zeit gezeigt, dass sich weniger potenzielle Kunden in der Innenstadt aufhielten.

Die EMG lässt sich die Untersuchung einiges kosten. Groppe spricht von einem mittleren fünfstelligen Betrag. Das Geld will die EMG hauptsächlich aus ihrem eigenen Etat bezahlen und dafür Gelder umschichten. Gleichzeitig wird es eine neuerliche Umfrage nach dem Muster von vor drei Jahren geben, um zu sehen, ob sich seither etwas verändert hat.

Die Ergebnisse fließen in das Innenstadt-Konzept ein, an dem die EMG seit über drei Jahren arbeitet. Im Herbst 2017 hatte der Stadtrat diesem Konzept zugestimmt.

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