Grüne Hauptstadt

Die einstige Kohle-Stadt Essen wird zur Stadt der Blumen

Eine Aufnahme aus dem Jahr 1929.

Eine Aufnahme aus dem Jahr 1929.

Foto: Ruhr Museum

Essen.   Die laufende Ausstellung auf Zeche Zollverein dokumentiert die Geschichte der Gruga als Gartenschau-Standort. Ein Blick in die Historie.

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Als Essen im Januar den Startschuss als die Grüne Hauptstadt Europas feierte, da war der Grugapark natürlich die passende Bühne. Open Air und mit buntem Programm wurde der Titel gefeiert, der erstmals an eine Montan- und Bergbaustadt vergeben wurde.

Warum Essen das Zeug zur „grünen Metropole“ hat, das dokumentiert derzeit eine Ausstellung auf Zeche Zollverein: „Grün in der Stadt Essen. Mehr als Parks und Gärten“, deren Themen wir in loser Folge vorstellen.

Fotos, Plakate und Exponate auch der Geschichte der Gruga

In 16 Kapiteln werden Aspekte dieses „grünen Wunders“ und Strukturwandels behandelt. Und natürlich begegnet man auf zahlreichen Fotos, Plakaten und Exponaten auch der Geschichte der Gruga, bis heute „Grüne Lunge und das emotionale Herz der Stadt“, wie es in einem Bildband von 1966 heißt.

Geboren wird die Idee der Gruga aber schon viel früher. 1929 eröffnet der damalige Minister für Volkswohlfahrt, Heinrich Hirtsiefer, die „Große Ruhrländische Gartenbau-Ausstellung“ in Essen. Rund zwei Millionen Besucher strömen durch die streng geometrisch angelegten Anlagen, sogar Schauspieler Willy Fritsch, Schriftsteller Gerhart Hauptmann und Kronprinzessin Cecilie von Preußen adeln das Großereignis.

Der Erfolg überzeugt. 1930 wird die Gruga als erste Gartenschau Deutschlands als Volkspark wiedereröffnet und zur Dauereinrichtung etabliert – bis heute.

Drei weitere Gartenschauen gab es seither. Die „2. Reichsausstellung des Deutschen Gartenbaus“ findet 1938 schon auf 47 Hektar statt. Der große Blumenhof entsteht mit Wasserbecken und Platz für bis zu 800 Personen. Die Blumenpracht muss damals auch als Propaganda-Fläche der Nationalsozialisten herhalten, die Hakenkreuz-Flagge zeigen.

Die ersten dampfgetriebenen Liliputbahnen tuckern unter dem Namen „Zornige Ameise“ oder „Wachsames Hähnchen“ durch den Park.

Besucherrekord im Jahr 1965

Im Zweiten Weltkrieg zerstört und wiederaufgebaut, wird die Gruga 1952 dann Schauplatz der „2. Großen Ruhrländischen Gartenbau-Ausstellung“. Drei Millionen Zuschauer besuchen von Mai bis Oktober das inzwischen 60 Hektar große Gelände. Das Aquarium mit dem künstlerisch gestalteten Fenster von Philipp Schardt, Lehrer an der Folkwang-Werkschule, wird ein Anlaufpunkt.

Daneben gibt es ein viel bestauntes Seehundbecken. Nicht die einzige tierische Attraktion: Schon 1932 bewundern die Besucher Flamingos und Störche, das angrenzende Hirschgehege und Volieren.

Den Besucherrekord schafft die Gruga 1965 bei der 8. Bundesgartenschau. 5,3 Millionen Menschen strömen aufs Gelände, das mit seiner Dahlien-Arena, den üppigen Rhododendron-Büschen und seinem Wahrzeichen, der roten Tulpe auf dem Dach des Grugaturms, der Inbegriff des sonntäglichen Ausflugvergnügens wird.

Erfolgs-Geschichte kann weitergeschrieben werden

„Essen ist seit gestern im Gespräch. Nicht als Einkaufsstadt oder Stadt der Kohle, sondern als Stadt der Blumen“, schreibt die Neue Ruhr Zeitung nach der Eröffnung 1965.

Im Jahr 2027 kann die Erfolgs-Geschichte der Gartenschauen im Revier weitergeschrieben werden. Mit der Internationalen Gartenausstellung Metropole Ruhr.

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