Bienen

Die Bienen im Essener Grugapark werden winterfest gemacht

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Wenn die Bienen bei schlechtem Wetter nicht gestört werden wollen, greift auch ein erfahrener Imker wie Wilfried Meinhardt lieber zum Schleier.

Wenn die Bienen bei schlechtem Wetter nicht gestört werden wollen, greift auch ein erfahrener Imker wie Wilfried Meinhardt lieber zum Schleier.

Foto: Socrates Tassos

Essen-Rüttenscheid.   Damit die acht Völker im Grugapark gut durch die kalte Jahreszeit kommen, kontrollieren die Imker am Haus der Bienen die Kisten noch mal genau.

Wilfried Meinhardt kümmert sich gut um seine rund 600.000 Schützlinge. Er pflegt ihre Häuschen, untersucht sie auf Schädlinge und sieht nach, ob sie schon genug Futter zusammengesammelt haben. Acht Völker leben hinter dem Haus der Bienen im Grugapark, und Imker Meinhardt möchte sie gut durch den nahenden Winter bringen. Faulbrut und Varroamilbe könnten den Insekten arg zusetzen, deshalb muss der Leiter des Lehrbienenstands jetzt noch mal genau nachschauen, was in den Kisten vor sich geht.

Was machen eigentlich Bienen
Was machen eigentlich Bienen

„Hier läuft eine spazieren“, sagt Meinhardt und zeigt auf einen kleinen Punkt, der sich kaum bewegt. Über das klebrige weiße Brettchen, das der Imker aus der untersten Schublade des Bienenstocks gezogen hat, schleppt sich eine Varroamilbe. „Die setzt sich auf die Biene und saugt sich voll“, erklärt Meinhardt. „Vom Größenverhältnis ist das so, als würde sich bei uns eine Katze in den Nacken setzen und uns das Blut aussaugen.“

Ameisensäure schmeckt Schädlingen nicht

Damit die Milben von ihren Opfern lassen, säuert der Imker das Blut der Bienen an, denn das schmeckt den Schädlingen nicht. Einmal die Woche legt Meinhardt mit Ameisensäure getränkte Papierstreifen in die Kisten; die Flüssigkeit verflüchtigt sich und wird von den Bienen aufgenommen. Die Milbe wendet sich angeekelt ab und plumpst nach unten.

Damit sich die Seuche nicht auch im Grugapark ausbreitet, schmelzen die Imker im Zweijahresrhythmus alle Waben ein. In den nächsten Wochen werden die Kontrollen aber zurückgefahren, denn die Bienen schwärmen bald nicht mehr aus, sondern bleiben in ihren Kisten. Die Ansteckungsgefahr sinkt. „Erst im März geht es dann wieder los“, sagt Meinhardt, „dann blühen die Obstbäume.“ Aber jetzt sind die Bienen im Grugapark erst mal winterfest.

„Das ist der Hauptschädling in Deutschland“, erzählt der Imker, aber zuletzt gab es noch ein anderes Problem in Essen. Die Faulbrut griff in Huttrop und Bergerhausen um sich. Dabei befallen Bakterien die Maden in ihren Waben, zerfressen sie, bis nur noch Schleim übrig bleibt. Können die Bienen die befallenen Maden nicht schnell genug aus dem Stock werfen, breiten sich die Bakterien aus und schwächen das Volk. Diese vermeintlich günstige Gelegenheit wiederum verleitet andere Bienen zu einem räuberischen Überfall, und damit bringen sie die Bakterien auch in ihr Zuhause. „Wenn die Faulbrut in einem Bezirk erst mal ausgebrochen ist, kann man fast dabei zusehen, wie sie auf ander Völker übergreift“, sagt Meinhardt.

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