Vogelzählung

Die Amsel ist die Nummer Eins in Essen

Die Amsel ist trotz der im Vorjahr wieder aufgetretenen Viruserkrankung der am meisten anzutreffende Vogel in Essen. Das hat die Wintervogel-Zählung des  Nabu ergeben.Auf Platz 2 ist die

Foto: dpa Picture-Alliance / Reiner Bernhardt

Die Amsel ist trotz der im Vorjahr wieder aufgetretenen Viruserkrankung der am meisten anzutreffende Vogel in Essen. Das hat die Wintervogel-Zählung des Nabu ergeben.Auf Platz 2 ist die Foto: dpa Picture-Alliance / Reiner Bernhardt

essen.   Seit Beginn der Wintervogel-Zählung vor sechs Jahren ist die Amsel in Essen zum ersten Mal auf den vordersten Platz gerückt.

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Zum ersten Mal hat die Amsel seit Beginn der Wintervogel-Zählung des Naturschutzbundes (Nabu) vor sechs Jahren in Essen den ersten Platz erobert und die Kohl- und Blaumeise von den Spitzenpositionen verdrängt. Und das, obwohl das Usutu-Virus den Amseln auch letztes Jahr wieder zugesetzt hatte. „Wir haben zwar auch hier erkrankte Vögel beobachtet. Aber das Amselsterben ist in Essen ausgeblieben“, berichtet Elke Brandt, stellvertretende Vorsitzende des für Essen und Mülheim zuständigen Regionalverbandes Nabu-Ruhr.

Es hat kein Amsel-Sterben in Essen gegeben

In Essen zählten die an der Aktion Beteiligten vom 6. bis 8. Januar insgesamt 1012 Amseln (28 Prozent mehr als im Vorjahr) vor ihrer Terrassentür. Damit war diese Vogelart praktisch in jedem Garten vertreten. „Die Amsel hat sich erholt. Sie hat genug Puffer, um Bestandsschwankungen zu verkraften“, sagt Vogelbeobachterin Brandt. „Sie brütet dann eben noch mal.“

Insgesamt sind aber in und um Essen in diesem Jahr deutlich weniger Wintervögel gezählt worden – 6207 gegenüber 7924 im vergangenen Winter. Und das obwohl sich mehr Zähler gemeldet hatten: 2011 waren es 283, jetzt sind es schon 429. „Wir freuen uns, dass wir immer mehr Essener für die Natur sensibilisieren können“, betont Elke Brandt. Den Rückgang der Vogelzahlen selbst führt sie unter anderem auf den Vogelfang im Mittelmeerraum zurück. „In Ägypten gibt es mehrere hundert Kilometer lange Fangnetze. Und in Frankreich werden Rotkehlchenschenkel als Delikatesse verkauft“, klagt sie.

Der Zaunkönig ist der kleinste Vogel in Essen

In Essen konnte sich das Rotkehlchen (390 wurden gezählt) noch auf dem sechsten Platz behaupten. Die Kohlmeise aber rutschte vom ersten auf den zweiten Platz (748, minus 39 Prozent) und die Blaumeise vom zweiten auf den vierten Platz (496, minus 46 Prozent). Das lag aber auch an der schlechten Brutsaison im vergangenen Frühling, der zu nass und zu kalt war.

Weiter ein treuer Essener Freund bleibt der Zaunkönig (82 Sichtungen, Platz 19). „Der bringt es fertig. im Winter hier zu bleiben“, weiß Elke Brandt. Mit nur neun Zentimetern Größe ist der Zaunkönig der kleinste Vogel in der Ruhrmetropole.

Entlang der Ruhr fühlt sich auch der Eisvogel wohl: „Dort hat sich der Lebensraum und die Wasserqualität verbessert“, so Elke Brandt.

Derzeit keine Chance gibt sie aber der Nachtigall. Der Singvogel nutzt Essen schon lange nicht mehr als Brutraum. „Gehen sie Mal an einem Sommer-Wochenende an den Baldeneysee. Da ist Rambazamba“, erzählt die Vogelexpertin. Da verstummt jede Nachtigall.

Wacholderdrossel auf Platz 20

Andere Arten steuern dagegen Essen auch in der kalten Jahreszeit gerne an, etwa die Wacholderdrossel, die hier mit immerhin 69 gesichteten Vögeln auf Platz 20 gelandet ist. Ein typischer Wintergast, der es hier länger aushält, so lange er sich von Sträucher-Beeren in den Gärten ernähren kann. Brandt. „Die Vögel ziehen nur so weit wie sie müssen.“ Und für manche bleibt Essen ihr Winterquartier.

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