A40-Blitzer

Die A40-Blitzer in Essen werden nicht abgeschaltet

Die A40-Blitzer werden nicht abgeschaltet, obwohl die Buderuskurve kein Unfallbrennpunkt mehr ist.

Die A40-Blitzer werden nicht abgeschaltet, obwohl die Buderuskurve kein Unfallbrennpunkt mehr ist.

Foto: Vladimir Wegener

Essen.   Zwar ist die Buderuskurve an der Autobahn A40 aktuell kein Unfall-Brennpunkt mehr. Trotzdem werden die Blitzer dort in Betrieb bleiben.

Die Unfälle an der Buderuskurve sind deutlich zurückgegangen, die Zahl der Raser nimmt ebenfalls ab. Die Polizei sieht dort aktuell keinen Unfallbrennpunkt mehr. Trotzdem erklärt die Autobahn-Unfallkommision: Die stationären Radar-Anlagen bleiben. Der Grund: Ohne sie würde es an dieser engen Autobahn-Kurve wieder mehr Crashs geben. Auch die Stadt Essen will an der Tempo-Kontrolle festhalten, heißt es in einer aktuellen Stellungnahme.

Im Dezember 2015 nahm die Stadt die neuen Radar-Säulen „TraffiStar S350“ im A40-Knick in Betrieb, die alten Blitzer hatten längst ausgedient. Inzwischen ging die Zahl der Verstöße (2018: 72.000) um mehr als ein Drittel zurück, die der Unfälle sogar fast um die Hälfte. Damit stellt sich die Frage, ob die TraffiStar-Blitzer dort wirklich noch nötig sind.

Buderuskurve wird weiter als Gefahrenstelle gesehen

Die Abschaltung kann nur die Autobahn-Unfallkommission beschließen, die sich aus Mitgliedern der Düsseldorfer Bezirksregierung, der Autobahnpolizei und von Straßen NRW zusammensetzt. Dieses Gremium tagte vor wenigen Wochen und kam zum Schluss, dass in der Buderuskurve nahe der Anschlussstelle Frillendorf doch weiter geblitzt werden soll. „Da die Kurve bis dato baulich nicht geändert wurde, besteht die Gefahr, dass sich nach Abschaltung der Geschwindigkeitsüberwachungsanlage wieder verstärkt schwere Unfälle ereignen“, erklärt Beatrix Van Vlodrop, Sprecherin der Bezirksregierung, auf Anfrage dieser Readaktion.

Auch die Stadt Essen, die als Betreiberin der Radarsäulen in den vergangenen Jahren mehr als zwei Millionen Euro an Bußgeldern eingenommen hat, hält den Betrieb der Anlagen nach wie vor für wichtig: „Da laut Polizei die Unfallzahlen drastisch zurückgegangen sind, werten wir die Geschwindigkeitsüberwachung als Erfolg“, betont Rathaus-Sprecherin Jasmin Trilling.

Super-Blitzer sind auch an anderen Stellen einsetzbar

Erst wenn sich bauliche oder verkehrliche Änderungen in diesem Autobahn-Anschnitt ergeben, sei „eine neuerliche Beurteilung der Gefahrensituation erforderlich“, so Trilling.

Sollte diese Situation eines Tages tatsächlich eintreten und die Abschaltung zur Folge haben, bleibt die Stadt nicht auf den vier Radar-Säulen zum Stückpreis von über 260.000 Euro sitzen. Der „TraffiStar S350“ kann mit relativ wenig Aufwand ab- und an anderer Stelle wieder aufgebaut werden, so wie für die Tempo-Kontrolle am A52-Tunnel vor einem Jahr.

Für den Weiterbetrieb der A40-Blitzer an der Buderuskurve setzt sich auch Essener Kreisverband des Verkehrsclub Deutschland (VCD) ein. „Jeder Unfall, der durch die Anlage vermieden wird, berechtigt den Verbleib an diesem Standort“, betont Peter Kayser vom VCD-Essen.

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