Ehrenamt

Diakonie: Grüne Damen und Herren Essen haben ein offenes Ohr

Sie arbeiten seit mehreren Jahren ehrenamtlich als „Grüne Damen“: Marlies Borrmann (links) und Gisela Gollnick. Die hauptamtliche Koordination ist bei der Diakonie Essen im Haus der Kirche angesiedelt.

Sie arbeiten seit mehreren Jahren ehrenamtlich als „Grüne Damen“: Marlies Borrmann (links) und Gisela Gollnick. Die hauptamtliche Koordination ist bei der Diakonie Essen im Haus der Kirche angesiedelt.

Foto: Socrates Tassos

Essen-Werden.  Wenn es um persönliche Angelegenheiten von Patienten und Heimbewohnern geht, sind die Ehrenamtler zur Stelle. Zwei Grüne Damen berichten.

In Amerika sind es die „Pink Ladies“, in Deutschland nennen sie sich „Grüne Damen“: ehrenamtliche Helferinnen (und Helfer) in Krankenhäusern und Altenheimen. Grün deshalb, weil die Kittel in einem hellen Grün gehalten sind, um sich von denen des Klinikpersonals zu unterscheiden.

„Wir sind erkennbar als Vertrauenspersonen“, sagt Marlies Borrmann, die seit 2001 dazugehört, mit einem Lächeln. Sie ist Einsatzleiterin im evangelischen Krankenhaus in Werden. Dort betreut sie mit ihren Kolleginnen und Kollegen die Patienten in nicht-medizinischen Angelegenheiten.

„Wir kümmern uns um Kleinigkeiten“

„Wir haben ein offenes Ohr für die persönlichen Anliegen“, sagt sie und erläutert: „Wir kümmern uns, wenn zum Beispiel Kleinigkeiten gebraucht werden oder die Brille zur Reparatur muss.“ Wer den Weg zu seiner Therapieanwendung nicht genau kennt, ist bei den Grünen Damen und Herren ebenfalls in den richtigen Händen.

Ebenso fungieren die Ehrenamtler auch schon mal als Schaltstelle auf einer Station, wenn es um die Versorgung der Patienten geht. Borrmann: „Wenn beispielsweise nicht die richtige Speise gebracht wurde. Dann sprechen wir die Schwestern und Pfleger an.“ Im Klinikalltag, der auch immer mehr durch Zeitdruck gekennzeichnet sei, gehe schon mal das eine oder andere unter.

Vertrauen spielt eine wichtige Rolle

„Ganz oft sind wir aber einfach Gesprächspartner, wenn was auf der Seele brennt oder sich jemand einsam fühlt“, berichtet die 70-Jährige. Gisela Gollnick, Grüne Dame im ev. Altenheim Martineum in Steele, nickt: „Vertrauen ist eine wichtige Sache. Und zuhören können. Man muss aber auch einiges aushalten.“

Eine stabile Persönlichkeit sei eine Voraussetzung für die Tätigkeit, erklärt Claudia Hartmann. Sie koordiniert als hauptamtliche Kraft die Grünen Damen und Herren, die in Essen dem Diakoniewerk angegliedert sind. 15 Gruppen sind in acht Senioreneinrichtungen und sieben Kliniken tätig. Die größte Gruppe existiert im Übrigen im Seniorenzentrum Kettwig mit 24 Aktiven.

Im Rentenalter eine neue Aufgabe übernehmen

Mehr als 86 Prozent der Ehrenamtler sind über 65 Jahre. „Wir sind deshalb nicht überaltert. Vielmehr ist es ein Beweis dafür, dass Menschen im Rentenalter noch andere Aufgaben übernehmen möchten“, findet Hartmann. Das können die beiden Grünen Damen bestätigen. „Ich wollte mehr als Kaffeekränzchen besuchen“, sagt Marlies Borrmann, die als Bankkauffrau gearbeitet hat. Und Gisela Gollnick hat nach dem Tod ihres Mannes ihrem Leben eine neue Wendung gegeben: „Wir arbeiten als Team und das gibt ein gutes Gefühl.“

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