Wasserturm Frintroper Straße

Der Wasserturm soll je nach Wetter farbig leuchten

Freuen sich auf den Tag, wenn der Wasserturm angestrahlt werden wird: Hannelore Heck (rechts) und ihre Mitstreiterin Gisela Holzhauer mit dem Konzept. Foto:André Hirtz

Freuen sich auf den Tag, wenn der Wasserturm angestrahlt werden wird: Hannelore Heck (rechts) und ihre Mitstreiterin Gisela Holzhauer mit dem Konzept. Foto:André Hirtz

Frintrop/Bedingrade.   Der Wasserturm an der Frintroper Straße ist ein Wahrzeichen. Ab Ende Februar soll er farbig leuchten – so Hannelore Heck und Gisela Holzhauer.

Der Volksmund verortet den Wasserturm an der Frintroper Straße nach Frintrop. Er steht aber in den Grenzen Bedingrades. Das stört Hannelore Heck und ihre Mitstreiterin Gisela Holzhauer wenig bis gar nicht. Sie sind fest gewillt, das weithin sichtbare Wahrzeichen noch deutlicher hervorzuheben, indem es farbig beleuchtet wird. Schon im Februar soll es losgehen. „Wir pflegen nicht nur Baumbeete oder malen Trafohäuschen bunt an“, sagt Hannelore Heck und lacht. Seit November 2017 ist sie Kümmerin für Grün, Sauberkeit und Gestaltung.

Man soll nicht nur meckern, sondern auch mitmachen

„Man soll nicht nur meckern, sondern auch mitmachen“, sagt Gisela Holzhauer. Von der Idee des beleuchteten Wasserturms ist sie begeistert. Schon bisher betrachtete die 77-Jährige das unter Denkmalschutz stehende Bauwerk aus einer besonderen Perspektive. „Es ist immer wieder ein Traum“, sagt Gisela Holzhauer und spricht von den Momenten, wenn sie mit ihrem Motorsegler über Frintrop fliegt. Sie zog wie Hannelore Heck vor Jahrzehnten nach Frintrop. Beide fühlen sich dort schon lange heimisch.

Abschlussprüfung für Technikschüler

Die Idee allein macht noch kein Projekt. Als nächstes stellte sich die Frage, wer die Idee umsetzen kann. Und da kam der Zufall zur Hilfe. Hannelore Hecks verstorbener Mann war Lehrer am Hans-Sachs-Berufskolleg in Oberhausen, zu dem sie bis heute Kontakt hält. Auf einer Party erwähnte sie das Projekt und fand gleich einen interessierten Lehrer, dessen Elektrotechnik-Schüler stets auf der Suche nach Prüfungsthemen seien. Ihr Konzept: Mit drei ebenerdigen Strahlern sollen der Turm (zweimal 280 Watt) und der davorstehende Baum farbig angestrahlt werden. Die Farbe ändert sich je nach Außentemperatur: orange-rot, wenn’s warm ist, grün bei Kälte. „Blau ging nicht, weil das Insekten anzieht“, sagt Hannelore Heck. Das Licht dürfe natürlich auch nicht die Nachbarn belästigen. Und dadurch, dass auf Masten verzichtet werden kann, wird das Gesamtbild nicht beeinträchtigt.

Kosten von 10.000 bis 12.000 Euro veranschlagt

Die Idee und jemand, der sie umsetzt, sind da. Fehlt nur noch Geld. 10.000 bis 12.000 Euro veranschlagt Hannelore Heck. Noch in dieser Woche soll ein konkreter Kostenplan vorliegen. „Wenn ich weiß, was es kostet, kann ich mich aufmachen und nach Sponsoren suchen“, sagt die 71-Jährige. „Ich bin zuversichtlich, dass es klappen wird“, ergänzt Gisela Holzhauer. Sollte etwas fehlen, sei man bereit, auch aus eigener Tasche etwas beizusteuern.

So ein Projekt erzeugt aber auch laufende Kosten – schätzungsweise 35 Euro pro Monat. „Die Gespräche mit RWW laufen recht gut“, sagt Heck und hofft, den Eigentümer, die Rheinisch-Westfälische Wasserwerksgesellschaft ins Boot holen zu können. „Die Technik-Schüler haben Ende Februar Prüfung“, antwortet die Initiatorin auf die Frage, ab wann der Wasserturm denn beleuchtet sein wird. Vorfreude schwingt in ihrer Stimme mit. Das Pflegen von Baumbeeten wird sie trotzdem nicht vernachlässigen.

>>> Wasserturm wurde 1897 in Betrieb genommen

Der 44,15 Meter hohe Wasserturm wurde im Juli 1897 in Betrieb genommen. Der aufgesetzte Speicherbehälter aus Stahl hat ein Fassungsvermögen von rund einer Million Liter.

Bei einer Restaurierung im Jahre 1977 erhielt der Behälter seine markante Wellenoptik.


1995 wurde der Wasserturm in die Denkmalliste aufgenommen.

>>> Kümmerer knüpfen immer größere Netzwerke

Auf einer Bürgerversammlung im September 2017 wurden fünf Kümmerer und Kümmerinnen gefunden, die sich bestimmten Themen widmen.

„Durch die Kümmerer ist die Vernetzung stärker geworden“, sieht die vielseitig engagierte Erika Küpper (Bildung, Soziales, Integration) einen großen Vorteil. So seien die Angebote bei der Integration stabilisiert worden. Für einzelne Familien seien kleine Netzwerke geknüpft worden.


Zusammenarbeit ist auch im Bereich Bildung gefragt. Das zeigten die Veranstaltungen, bei denen Unterschriften für eine zweite Grundschule gesammelt wurden. „Bei der Aktion waren aber zwei Eltern und nicht ich federführend“, betont Erika Küpper. Das Zwischenergebnis: Der Standort im Neefeld werde erst einmal vorgehalten. Als weiteres Beispiel für Engagement nennt sie Jürgen Griese, der sich um die geplanten Mitfahrerbänke einsetze.

Wilfried Küpper kümmert sich um den Bereich Verkehr und Mobilität. „Es lief etwas zäh an, aber manche Mühlen mahlen halt langsam“, sagt der frühere Polizeidirektor. Trotzdem habe man verkehrstechnisch einiges erreicht. Es gebe auch Ärgerliches. Die langwierige Baustelle in Frintrops Zentrum sei „unerträglich und ein Dorn im Auge“.

Manfred Funke-Kaiser, Geschäftsmann und treibende Kraft bei der Initiative „Wir für Frintrop“, ist als Kümmerer für den Bereich Wirtschaft und Marketing zuständig. Dass es in Frintrop so gut wie keinen Leerstand bei den Ladenlokalen gibt, geht auch mit auf sein Konto. Einen besonderen Blick hat er stets auch auf den Wochenmarkt. „Ich bin froh, dass der Markt da ist. Die Händler sind zufrieden, auch wenn durch das Einkaufszentrum Konkurrenz da ist.“

Dirk Busch (Senioren) hat – last but not least – entscheidend daran mitgewirkt, dass seit dem 4. Januar zwischen Unter- und Oberfrintrop zweimal pro Woche (dienstags und freitags) der Seniorenbus verkehrt.

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