Nahverkehr

Der VRR streicht das „Xmas-Ticket“ für den Weihnachtsmarkt

Yvonne Ritter präsentiert die aktuelle Tasse für den Essener Weihnachtsmarkt. Mit dem neuen „WeihnachtsTicket“ der Evag gibt es an ihrem Stand einen Rabatt.

Yvonne Ritter präsentiert die aktuelle Tasse für den Essener Weihnachtsmarkt. Mit dem neuen „WeihnachtsTicket“ der Evag gibt es an ihrem Stand einen Rabatt.

Foto: Susanne Kollmann

Essen.   Verkehrsverbund hat das an Rhein und Ruhr gültige Rabatt-Paket, das allerlei Gutscheine enthielt, gestrichen. Nur für Essen gibt’s jetzt das „WeihnachtsTicket“.

Der Internationale Weihnachtsmarkt Essen lockt jedes Jahr fünf Millionen Besucher an. Auswärtige, denen der liebgewonnene Essen-Trip bisher durch das attraktive „Xmas-Ticket“ der Evag schmackhaft gemacht wurde, müssen dieses Jahr betrübt in die Röhre schauen. Der VRR hat das im gesamten Verkehrsverbund Rhein-Ruhr gültige und mit allerlei Gutscheinen versüßte Ticket in diesem Jahr nämlich aus tariflichen Gründen kurzerhand abgeschafft. Dieter Groppe, Geschäftsführer des Weihnachtsmarkt-Veranstalters Essener Marketing GmbH (EMG), macht aus seiner Enttäuschung kein Hehl. „Kleinkariert“ nennt er die Abschaffung und einen Rückfall in altes Kirchturmdenken.

Essen ist übrigens kein Einzelfall. Auch für den Duisburger Weihnachtsmarkt wird das verbundweite Rabatt-Ticket abgeschafft. Für Hagen ist das ruhrgebietsweite Weihnachtsticket schon 2014 gestrichen worden. Der VRR führt grundsätzliche Bedenken an. Die Weihnachtsmarkt-Tickets seien keine klassischen Kombitickets, wie sie etwa für Konzerte angeboten werden. Ein Beispiel: Bei einem Konzert etwa in Dortmund bezahle jeder Besucher mit seinem Kombiticket die An- und Abreise im Verkehrsverbund, beim Essener Weihnachtsmarkt sei dies jedoch nicht der Fall. Nicht jeder Besucher zahle für den ÖPNV.

Weihnachtstickets verursachen Einnahmeausfälle

„Durch die verbundweiten Weihnachtsmarktstickets werden die Tarife unterlaufen“, rechtfertigt die VRR-Sprecherin die Entscheidung.

Wolfgang Weber, Aufsichtsratsvorsitzender der Evag, verweist auf die schwierige finanzielle Situation des Öffentlichen Nahverkehrs in der Region. „Das Aus des Xmas-Tickets ist natürlich ärgerlich für diejenigen, die es gerne genutzt haben“, sagt der SPD-Ratsherr, und fügt hinzu: „Wir haben lange darüber diskutiert, aber die Entscheidung ist unabänderlich, der Nahverkehr ist nicht auf Rosen gebettet, wir müssen auf die Kosten achten.“ Letzten Endes, so Weber, verursachten verbundweit gültige Weihnachtstickets Einnahmeausfälle. „Es besteht die Gefahr der Kannibalisierung.“

Neues „WeihnachtsTicket“ für Essen

Wie interessant das Essener „Xmas-Ticket“ für auswärtige Besucher war, zeigt ein Blick auf die Konditionen: 2012 und 2013 kostete es noch 12 Euro, 2014 waren 14 Euro fälllig. Es beinhaltete die Hin- und Rückfahrt mit Bus und Bahn (2. Klasse) im gesamten VRR, vier Glühwein-Wertmarken, 2,50 Euro Ermäßigung auf den Einzelpreis der „Essener Stadtrundfahrten“ sowie 1 Euro Ermäßigung pro Riesenrad-Fahrt am Burgplatz.

Um immerhin die treuen Essener Besucher bei Laune zu halten, bieten EMG und Evag anstelle des gestrichenen Xmas-Tickets nun das neue „WeihnachtsTicket“ für Busse und Bahnen an. Es kostet neun Euro und enthält Vergünstigungen, mit denen die Essener Besucher bis zu 5,20 Euro sparen können.

Leserkommentare (18) Kommentar schreiben