Der Versuch, zu verstehen

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Auschwitz – ein Wort, ein Name, der seit 1945 für das größtmögliche und am schwersten nachzuvollziehende Verbrechen steht, welches Menschen Menschen zugefügt haben.

Eine Gruppe von 113 Schülerinnen und Schülern des Gymnasium Essen-Werden, bestehend aus Chor- und Orchestermitgliedern und der Arbeitsgemeinschaft Geschichte, fuhr nach Oświęcim, wie die Stadt heute heißt, um eben das nachzuvollziehen, zu verstehen, was kaum zu verstehen ist, und um vor dem Hintergrund der Völkerverständigung ein vorweihnachtliches Konzert zu geben.

Ein kaum zu beschreibendes Gefühl

Der Versuch, zu verstehen, begann am ersten Tag mit der Besichtigung des Stammlagers des ehemaligen Konzentrationslagers Auschwitz. Bereits der Gang durch das Tor, über welchem der Spruch „Arbeit macht frei“ angebracht ist, löste bei vielen Teilnehmerinnen und Teilnehmern ein mulmiges, kaum zu beschreibendes Gefühl aus.

Die Besichtigung führte die Gruppen durch thematische Ausstellungen, die ehemaligen Häftlingsunterkünfte, und zeigte schonungslos das Grauen von Menschenhand. Hinter meterlangen Fronten auf beiden Seiten des Raumes lagen Haare, Schuhe und Kleidung der Häftlinge bis zur Decke gestapelt, ihre schiere Präsenz entfaltete unmittelbar eine erdrückende Wirkung auf alle Teilnehmer.

An jedem Abend reflektierten die Einzelgruppen das am Tag Erlebte, versuchten es in Sprache umzusetzen, was ob der alle Maße sprengenden menschenverachtenden Grausamkeit nicht immer gelang. Dass es in Auschwitz-Birkenau ein noch schlimmeres, die Seele noch stärker bedrückendes Erleben geben könnte, konnten sich vor dem Besuch nur wenige Teilnehmer vorstellen. Man besichtigte als Pferdeställe gedachte Bretterverschläge ohne Fundament mit dreistöckigen „Hochbetten“, die mit bis zu 20 Personen belegt waren. Bei allen entstand sofort der Furcht einflößende Gedanke, wie hier „das Leben“ vor ca. 70 Jahren aussah.

Neben dem ersten Schwerpunkt der Fahrt, der Reise in das dunkelste Kapitel deutscher Geschichte, bestand der zweite in der Musik. Die Gruppe besuchte die Messe in der Kirche des Heiligen Maksymilian Kolbe, die Chor und Orchester musikalisch gestalteten. Am Abend gaben Chor und Orchester dann ihr Konzert, auf das sie sich in wochenlanger Arbeit vorbereitet hatten.

Am Montag besichtigte die Gruppe Krakau und sprach am Nachmittag mit einem ehemaligen Häftling des Konzentrationslagers Auschwitz...

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