Nahverkehr

Der Nahverkehr in Essen soll schneller werden

Die Linien auf der Spurbusstrecke nach Kray, die zeitweise auf der Kippe stand, werden neu geordnet. Die 146 wird dort weiter als Spurbus eingesetzt. Zeitweise sollen Busse im Fünf-Minuten-Takt fahren.

Foto: Kerstin Kokoska

Die Linien auf der Spurbusstrecke nach Kray, die zeitweise auf der Kippe stand, werden neu geordnet. Die 146 wird dort weiter als Spurbus eingesetzt. Zeitweise sollen Busse im Fünf-Minuten-Takt fahren. Foto: Kerstin Kokoska

Essen.   Die letzten Vorbereitungen für den neuen Nahverkehrsplan laufen. Mit ihm soll es bei Bahn und Bus in der Stadt Essen schneller vorangehen.

Schon neun Jahre ist der derzeit noch gültige Nahverkehrsplan für die Stadt Essen alt. Da wird es Zeit für eine Neuauflage. Im September will der Rat die zweite Fortschreibung beschließen und damit die Eckdaten und Projekte im öffentlichen Nahverkehr bis einschließlich des Jahres 2025 festlegen.

Der Nahverkehrsplan ist auch eine wesentliche Voraussetzung für die langfristige Zusammenarbeit mit der neuen Verkehrsgesellschaft Ruhrbahn (aus Evag und MVG). Die will zum 1. Januar 2020 über eine neue Direktvergabe von der Stadt mit den Verkehrsleitungen für Bahn und Bus beauftragt werden, und zwar für einen Zeitraum von 22,5 Jahren.

Essener Bahnhofstangente ist oberstes Ziel

Die noch bis September existente Essener Verkehrs-AG (Evag) hat nun in Abstimmung mit der Stadtverwaltung das „Entwicklungskonzept ÖPNV-Netz und -Angebot“ zusammengestellt. In dem sind für den neuen Nahverkehrsplan alle Maßnahmen beschrieben, mit denen es künftig beim Nahverkehr schneller vorangehen soll.

Dabei steht die „Bahnhofstangente“ im Vordergrund. Die geplante oberirdische Straßenbahnlinie zwischen Steeler Straße und Berthold-Beitz-Boulevard soll die Voraussetzung dafür schaffen, dass eine Linie aus dem überlasteten Tunnelnetz am Hauptbahnhof herausgenommen werden kann, damit die Verspätungen deutlich zurückgehen.

Experten bezweifeln Verkehrswende in Essen

Ein weiterer Schwerpunkt des Maßnahmenkataloges ist die Taktverdichtung auf den Haupt-Linien. So sollen die Züge rund um den Hauptbahnhof alle fünf Minuten Richtung Gelsenkirchen und Bredeney fahren. Auch sollen Verbindungen von der City Richtung Kray und Katernberg verstärkt werden.

Für Werden und Kupferdreh ist ein Ortsbuskonzept vorgesehen. Es wird an anderer Stelle aber auch Stilllegungen geben: Die Linie 146 fährt nicht mehr vom Hauptbahnhof nach Heisingen, dafür die 145.

Ob der Nahverkehrsplan die Wende bringt, ist mehr als zweifelhaft. Mehraushaben von jährlich 1,3 Millionen Euro werden nicht reichen, den Anteil des Bus- und Bahnverkehrs in Essen deutlich zu steigern. Darauf haben die mit der Erstellung des Planentwurfes beauftragten Gutachter bereits hingewiesen.

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