Brustkrebs

Den Krebs bekämpft eine Mutter mit ihrem Sohn (5) im Team

Ein eingespieltes Duo auch in schweren Zeiten: Judith Rollka konnte ihren Sohn Tom mit in die Krebs-Reha nehmen.

Ein eingespieltes Duo auch in schweren Zeiten: Judith Rollka konnte ihren Sohn Tom mit in die Krebs-Reha nehmen.

Foto: Christof Köpsel / FUNKE Foto Services

Rüttenscheid.  Als die Essenerin Judith Rollka eine Brustkrebs-Diagnose bekam, war das auch für Sohn Tom (5) hart. Eine besondere Reha hat sie beide gestärkt.

Der großen Freude folgte die Hiobsbotschaft: Judith Rollka ist spät Mutter geworden, mit 44 Jahren. Gerade blühte sie in dieser Rolle auf, Sohn Tom hatte noch nicht einmal seinen zweiten Geburtstag gefeiert, da bekam sie eine Diagnose, die ihr Leben auf den Kopf stellte. Brustkrebs. Das ist jetzt fünf Jahre her. Und heute? Blickt Judith Rollka voller Tatendrang nach vorne, was auch an der Unterstützung einer Stiftung mit Rüttenscheider Wurzeln liegt.

„Ich bin sehr dankbar, dass es diese Stiftung gibt“, sagt Rollka. Sie meint die „Rexrodt von Fircks“-Stiftung für krebskranke Mütter und deren Kinder – das ist das Besondere: Hier geht es nicht nur darum, die Frauen zu unterstützen, hier wird auch der Nachwuchs eingebunden. Mutter und Kind sollen im Team Kraft schöpfen, sich erholen und Entspannung finden in einem Alltag, der nicht mehr so ist, wie er einmal war. Judith Rollka konnte ihren Tom mit in zwei Reha-Einrichtungen an der Ostsee und in Bayern nehmen. „Wir haben zusammen mit anderen Familien viel gelacht und geweint“, erzählt die Mutter. Denn es ist ja so: Wenn Mama von einer bösen Erkrankung heimgesucht wird, macht das auch mit den Kindern etwas. „Mama, jetzt bekommst du wieder diese Glatze, oder?“, hat ein betrübter Tom seine Mutter gefragt, als diese nach einem ersten Kampf zum zweiten Mal die Brustkrebs-Diagnose bekam. Der Zusatz „Für mich bist und bleibst du aber die schönste Mama der Welt“ hat Rollka erleichtert.

Die Stiftungsgründerin hat selbst eine schwere Krebserkrankung hinter sich

„So eine Erkrankung macht auch etwas mit den Kindern. Sie müssen stark sein. Deshalb ist es wichtig, dass sie viel Zeit mit ihrer Mutter verbringen, sich mit anderen austauschen können und von Experten betreut werden.“ Das erklärt die Rüttenscheiderin Annette Rexrodt von Fircks, die vor 14 Jahren ihre Krebs-Stiftung gegründet hat. Deutschlandweit hilft sie nun betroffenen Frauen, ermöglicht ihnen die Rehamaßnahmen mit ihren Kindern.

Eine Herzensangelegenheit, die auch mit ihrer eigenen Geschichte eng verbunden ist. Denn die Stiftungsgründerin hat selbst eine schwere Krebserkrankung hinter sich. „Ich habe 1998 die Diagnose Brustkrebs bekommen, da war ich 35 Jahre alt“, erzählt sie. Die Ärzte hatten ihre Überlebenschance damals mit 15 Prozent prognostiziert, „desaströs“, sagt sie heute und im gleichen Atemzug: „Aber ich habe mich für die Hoffnung entschieden und Strategien entwickelt, um mich nicht vom Krebs besiegen zu lassen.“ Es hat funktioniert.

Annette Rexrodt von Fircks verrät in Bestseller-Büchern ihre Anti-Krebs-Strategie

Ihre Erfahrung gibt Rexrodt von Fircks seit Jahren an andere Betroffene weiter. Sie schreibt Ratgeber-Bücher, in denen sie ihre persönliche Anti-Krebs-Taktik verrät. „Dem Krebs davonleben“ oder „… und tanze durch die Tränen“ haben es auf die Spiegel-Bestsellerliste geschafft. Doch das ist noch nicht alles. Am eigenen Leib hat sie erfahren, wie sehr die Erkrankung die ganze Familie trifft. Ihre drei Kinder waren noch jung, als der Krebs in das Leben trat. „Ich habe mich gefragt: Was sage ich meinen Kindern? Sie haben doch gespürt, dass es mir nicht gut ging.“

Als sie wieder gesund war, reifte in der Mutter der Entschluss, eine Stiftung zu gründen, um andere Frauen in ähnlichen Situationen zu unterstützen und die Kinder mitzunehmen. Es profitieren nun Familien aus ganz Deutschland – darunter auch die Essenerin Judith Rollka mit ihrem heute fünfjährigen Sohn Tom.

Stiftungsgründerin und Patientin kennen sich in diesem Fall persönlich, unter anderem von Begegnungen im Krankenhaus. Zuletzt haben sie sich bei Pieper in Rüttenscheid gesehen. Die Parfümerie-Kette hat 15.000 Euro an die Stiftung gespendet: „Wir haben festgestellt, dass diese Hilfe Hand und Fuß hat und die Spenden dort ankommen, wo sie wirklich benötigt werden“, sagt Mario Lehmann aus der Leitung des Pieper-Marketings.

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