Stadtfest

Das Programm beim Festival „Essen Original“ wird erwachsener

Verantwortliche der Stadt und der EMG, Sponsoren und die Band Kuult (vorne)

Foto: Socrates Tassos

Verantwortliche der Stadt und der EMG, Sponsoren und die Band Kuult (vorne) Foto: Socrates Tassos

Essen.  Die 22. Ausgabe von „Essen Original“ vom 8. bis 10. September bietet weniger für die Jugend. Schwerpunkte sind Rock/Pop, Jazz und Weltmusik.

Als Stadtfest vor allem für ein reiferes Publikum präsentiert sich die 22. Ausgabe von „Essen Original“. Pop/Rock, Jazz, Weltmusik und Klassik dominieren das Programm, das sich vom 8. bis 10. September auf fünf Bühnen verteilt. Jugendkultur spielt nur noch eine Nebenrolle: Nachdem im letzten Jahr bereits die Elektro-Bühne auf dem Weberplatz steigenden Sicherheitsauflagen zum Opfer fiel, trifft es diesmal die bei Metal-Fans angesagte Turock-Bühne auf dem Viehofer Platz.

10 000 Euro Mehrkosten hätten die drei zusätzlichen Gutachten verursacht, die nach neuen Brandschutz-Bestimmungen notwendig wären, um eine baurechtliche Genehmigung für die Sicherung der Turock-Bühne zu bekommen. „Das können wir nicht mehr leisten“, so Dieter Groppe, Geschäftsführer der Essener Marketing Gesellschaft (EMG), die das Umsonst-und-draußen-Festival in der Innenstadt veranstaltet.Zudem sei es für das Turock schwieriger, Bands im September zu buchen, weshalb man „im gegenseitigen Einvernehmen“ das Turock-Festival von Essen Original abgekoppelt habe, betont Groppe. Peter Siewert von der Turock-Diskothek, dessen Team das Metal-Fest organisiert, hatte die Entscheidung als „Armutszeugnis für eine Großstadt wie Essen“ bezeichnet.

Kein Turock-Fest bei Essen Original

Dagegen sieht Günter Maiß, in diesem Jahr letztmalig als Programmkoordinator für das Stadtfest tätig, keinen Verlust für die Stadt: „Das Turock-Festival findet ja statt – nur zwei Wochen vorher.“

Auch endgültig der Vergangenheit gehören die Schlager - und die Comedy-Kabarett-Bühne an: „Seit zwei Jahren konzentrieren wir uns verstärkt auf Musikqualität“, betont Groppe. „Es gibt keine Coverband und kein Halbplayback.“ Treu bleibe sich das Fest, das in den drei Tagen 100 Stunden Musik biete, in dem Anspruch, neben erfahrenen Künstlern vor allem Essener Musikern eine Bühne zu geben – rund 70 bis 80 Prozent der Acts hätten einen Bezug zu Essen, sei es, dass sie hier studiert haben, hier wohnen oder wohnten oder dass sie in dieser Stadt geboren seien.

Stammgast „Kuult“ ist wieder dabei

Zu vorderst sei da „Kuult“ genannt, seit 2013 die Pop-Hoffnung aus Essen und mittlerweile Stammgast bei „Essen Original“ . Das Trio eröffnet am Samstag um 19 Uhr das Abendprogramm auf dem Kennedyplatz, bevor um 20.30 Uhr „Emma 6“ aus Köln und um 22 Uhr der Headliner „Lions Head“ übernehmen. Neben diesem US-Singer/Songwriter gehört wohl der mehrfache Eurovision-Song-Contest-Gewinner Johnny Logan zu den bekanntesten internationalen Größen: Er bildet am Freitag, 20.45 Uhr, den Höhepunkt des „WDR 4 on Tour“-Abends auf dem Kennedyplatz,

Freunde des Jazz dürften sich insbesondere auf Omer Klein freuen: Der preisgekrönte israelische Pianist tritt am Freitag um 22 Uhr auf der Jazz-Bühne, Hirschlandplatz, auf. Musikalische Vielfalt ist auf dem Kopstadtplatz beim „Improvisionen-Festival“ zu entdecken: Improvisationen mit Weltmusik-Einschlag bieten Bands wie das Royals Street Orchestra (Freitag, 21.30 Uhr) oder Antiquariat (Samstag, 21.30 Uhr). Ungewöhnlich dürfte der Auftritt von der Capoeira Gruppe Scala 11 am Freitag um 15.30 Uhr werden: Sie vermischt Kampfkunst, Tanz und Musik.

Philharmoniker und Essener Nachwuchsbands

Klassik-Fans werden am Sonntag auf dem Kennedyplatz bedient: Höhepunkt ist um 20 Uhr der Auftritt der Essener Philharmoniker. Am Freitag gibt es um 11 Uhr eine offene Probe. Auf dem Willy-Brandt-Platz bestreitet am Samstag das Forum Essener Lesben und Schwule, am Sonntag der Essener Sängerkreis das Programm.

Auch Essener Nachwuchsbands haben wieder ihren Platz auf der Open Stage auf dem Flachsmarkt. Dass diese nicht mehr „Young Stage“ heißt, passt auch zu der Altersentwicklung des Fests. Das Durchschnittsalter der Formation „Pottgod“ zum Beispiel, die am Sonntag um 19 Uhr spielt, liegt bei circa 40 Jahren.

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