STADTTEIL-PROJEKT

Das Essener Mehrgenerationenhaus verbindet Menschen

Bunter Treffpunkt: Das Mehrgenerationenhauses in Frohnhausen.

Bunter Treffpunkt: Das Mehrgenerationenhauses in Frohnhausen.

Foto: Knut Vahlensieck

Essen.   Aus dem ehemaligen Lutherhaus in Frohnhausen ist ein Mehrgenerationenhaus geworden. Es bietet Räume und Angebote für die Bürger des Stadtteils.

Kinder aus der Kita Stadtpiraten, Erwachsene aus dem Posaunenchor und ganz viele Senioren aus dem Stadtteil: Zur Eröffnung waren alle die schon mal da und schauten sich um, die auch künftig Gäste und Nutzer im neuen Mehrgenerationenhaus in zentraler Lage in Frohnhausen sein sollen: „Wir bieten den Rahmen und die Räume und sind optimistisch, dass beides rege genutzt wird“, sagte Ernst Guhlich vom Trägerverein der Einrichtung beim kleinen Festakt.

Nächster Umbau schon geplant

Als ein Zentrum der evangelischen Lutherkirchengemeinde Altendorf hatte das 2500 Quadratmeter große Ensemble an der Kerckhoffstraße Jahrzehnte Menschen und Generationen verbunden. Die Gemeindemitglieder und die Veranstaltungen wurden aber weniger. 2013 gab es hier den letzten Gottesdienst. Vergangenes Jahr übernahm der Verein Mehrgenerationenhaus das ehemalige Gemeindezentrum mit Pfarrhaus und Lutherkirche für eine Million Euro und renovierte aufwendig. Neben einer Kita gibt es Wohnungen, dazu ein Café als offenen Treff, einen großen Veranstaltungssaal für 300 Gäste und zahlreiche Räume, die jetzt für Sprachkurse genutzt werden und Sozial-Beratungen, Kulturgruppen und religiösen Gemeinschaften offen stehen. „Wir wollen hier wieder viel Leben reinbekommen. Die Menschen sollen sich hier treffen, gegenseitig unterstützen, voneinander lernen und Spaß miteineinander haben“, erklärt Arndt Sauer. Der ist Vorstandsvorsitzender des Vereins, Leiter der neuen Einrichtung und in der Gegend aufgewachsen. „Früher gab es hier Jugendzentren und andere Treffpunkte. Die sind alle weg. Wir wollen eine neue Anlaufstelle bieten. Für Bürger aus Frohnhausen, Altendorf und Holsterhausen. Und auch aus der ganzen Stadt.“

Der Verein Mehrgenerationenhaus war vor genau zehn Jahren – nicht weit entfernt vom neuen Standort – an der Sälzerstraße in Altendorf gegründet worden. Dort, in der katholischen Gemeinde St. Anna, waren die Räume zu klein geworden. Fördermittel aus dem „Mehrgenerationenhaus“-Programm des Familienministeriums mit 550 Häusern bundesweit, Miet-Einnahmen sowie viel ehrenamtliches Engagement machen den Umzug samt Ausweitung der Räume und Aktivitäten möglich. „Wir freuen uns, dass es wieder Angebote gibt. Das Haus ist ein würdiger Nachfolger für unser Lutherhaus. Es ist schön, dass an die Tradition angeknüpft wird“, sagte Pfarrer Wolfgang Knoop, der noch in den Räumlichkeiten gepredigt hatte.

„Man wünscht sich so ein Haus in jedem Stadtteil“, ergänzte Bürgermeister Rudolf Jelinek. „Es ist beeindruckend, was Sie auf die Beine gestellt haben. Das Mehrgenerationenhaus ist ein Bürgerzentrum wie die Villa Rü in Rüttenscheid oder das Bürgerhaus Oststadt in Freisenbruch“, so Sozialdezernent Peter Renzel. Und weiter: „Und es ist ein unperfektes Haus, weil es sich weiter entwickelt.“ Der Finanzplan ist bis 2020 gesichert. Die nächsten Pläne liegen in der Schublade: Die Lutherkirche soll mit der Wohnbau eG aufwendig umgebaut und künftig von mehreren Generationen gleichzeitig genutzt werden können.

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