Kommentar

Da ist was oberfaul am Obststand in der Essener Innenstadt

NRZ-Redakteur Wolfgang Kintscher kommentiert das allzu geschäftstüchtige Vorgehen der Markthändler-Gilde an der Kettwiger.

NRZ-Redakteur Wolfgang Kintscher kommentiert das allzu geschäftstüchtige Vorgehen der Markthändler-Gilde an der Kettwiger.

Foto: PW / NRZ

Essen.  Allzu geschäftstüchtige Markthändler treffen auf eine unachtsame Verwaltung – das verheißt nichts Gutes, meint NRZ-Redakteur Wolfgang Kintscher.

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Schau einer an. Was sich da so alles findet, wenn die Stadt mal in ihren Aktenkeller steigt und alte Verträge abstaubt: Ein Kontrakt, bei dem die Arbeitsgemeinschaft der Markthändler und Schausteller offenbar ohne sonderliche Skrupel angemietete Innenstadt-Flächen für das Zweieinhalbfache des Preises weitervertickt.

Man weiß nicht so recht, über wen man hier mehr staunen soll: Über die überbordende Geschäftstüchtigkeit der Markthändler-Truppe oder über die Blauäugigkeit, mit der die Stadtverwaltung in grauer Vorzeit offenbar Verträge aushandelte, aber nicht mehr anpasste.

Welche „erheblichen Kosten“ denn bitte schön?

Niemand hat etwas dagegen, wenn die Arge sich ihr eigenes Geschäftsrisiko bei der Weitervermietung in einem marktüblichen Rahmen bezahlen lässt. Wer aus einem solchen Vertragsverhältnis aber eine Gelddruckmaschine machen will, zeigt, dass er – für welchen ehrbaren kulturellen Zweck auch immer – bloße Gewinnmaximierung betreibt.

Welche „erheblichen Kosten“ bei einem durchlaufenden Weitervermietungs-Posten zu beachten sind, darf die Arge gerne nachweisen. Ansonsten gilt: Es ist was oberfaul am Obststand der Kettwiger, und da sollte die Stadt einen Schnitt machen.

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