Stadtteil-Aktion

Corona in Essen: Familienrundgänge ersetzen Martinszug

Das Vorstandsteam der Interessengemeinschaft Bredeney attraktiv, (v.l.) Stefan Wermter, Kristina Jürgensen und Gero Behrends, lädt Familien ein, am 11. November einen Laternenspaziergang durch Essen-Bredeney zu machen.

Das Vorstandsteam der Interessengemeinschaft Bredeney attraktiv, (v.l.) Stefan Wermter, Kristina Jürgensen und Gero Behrends, lädt Familien ein, am 11. November einen Laternenspaziergang durch Essen-Bredeney zu machen.

Foto: Socrates Tassos / FUNKE Foto Services

Essen-Bredeney.  Die Interessengemeinschaft Bredeney attraktiv regt Lichterspaziergänge an. Für das Gemeinschaftserlebnis sollen Fotos ins Netz gestellt werden.

Kein leichtes Jahr für die Interessengemeinschaft Bredeney attraktiv: Bisher sind alle geplanten Veranstaltungen wie Konzerte und das Sommerfest wegen Corona ausgefallen. Um wenigstens den Familien mit Kindern etwas zu bieten, plant der Verein jetzt einen real-digitalen Martinszug.

Der soll am Mittwoch, 11. November, ab 17 Uhr stattfinden. „Die Familien können mit ihren Kindern und den Laternen einen Spaziergang durch den Stadtteil machen, wo wir an eigenen Stellen auch für elektronische Musik und Illuminationen sorgen werden“, sagt Gero Behrends (54), zweiter Vorsitzender von Bredeney attraktiv.

Je mehr Menschen zusätzlich ihre Fenster beleuchteten, desto stimmungsvoller werde der Spaziergang. In der Facebookgruppe von Bredeney attraktiv würden Liedtexte hochgeladen, um ein gemeinsames Singen zu ermöglichen. „Es wäre schön, wenn wir das Martinslied alle gleichzeitig zu einer gewissen Uhrzeit anstimmen würden. Mal sehen, welche Atmosphäre das im Stadtteil erzeugt“, so Gero Behrends.

Die Veranstaltung soll vor allem den Kindern ein bisschen Freude machen

Schon im Vorfeld können Privatleute, vor allem aber Vereine, Kindergärten und Schulen, auf Facebook die Aktion unterstützen, vielleicht Bilder von Laternen hochladen, so dass wenigstens ein digitales Gemeinschaftserlebnis entstehen kann. „Das ist kein vollwertiger Ersatz für einen Martinszug, gibt aber wenigstens den Kindern, die wochenlang an ihren Laternen basteln, die Chance, diese auch zum Einsatz zu bringen“, sagt Behrends.

Wenn alle auf die Abstandsregeln achten und nur im Familienverbund unterwegs sind, dürfte das trotz Corona-Beschränkungen kein Problem sein, finden die Organisatoren. Treffen von Kindergartengruppen seien natürlich in diesem Jahr nicht erwünscht. „Wenn möglichst viele Bilder von ihrem Rundgang in der Facebook-Gruppe einstellen und wir als Organisatoren vielleicht ein Mosaik daraus machen, bekommen wir ein Gemeinschaftserlebnis hin“, ist Behrends überzeigt.

Weihnachtliche Beleuchtung soll für Atmosphäre sorgen

Nachdem die sommerlichen Blumenampeln an Schildern und Ampelmasten entfernt worden seien, sollen in der kommenden Adventszeit wieder ein Dutzend Leuchtsterne für vorweihnachtliche Stimmung sorgen. Diese werden zu Beginn der Adventszeit von einer Fachfirma angebracht. Auch Weihnachtsbäume sollen wieder im „Dorf“ aufgestellt werden.

„Wir planen zudem ein öffentliches Weihnachtssingen im Freien gegen Ende der Adventszeit und arbeiten an einem Konzept, wie das trotz Corona durchgeführt werden kann“, berichtet Gero Behrends. Dafür stehe man mit den Gemeinden und gesellschaftlichen Trägern im Stadtteil in Kontakt und erhalte auch Unterstützung von der Essen Marketing Gesellschaft (EMG). Ob das Singen tatsächlich stattfinden könne, werde über die Homepage und die Facebook-Seite von Bredeney attraktiv und Bredeney aktiv kommuniziert.

Verein setzt sich für Verbesserungen im Stadtteil ein

Im kommenden Jahr wolle man wieder ein Sommerfest veranstalten, wenn es die Pandemie zulasse. „Und wir werden uns darum kümmern, dass es mehr Sicherheit für Fußgänger, zum Beispiel beim Überqueren der Bredeneyer Straße, für Kinder auf dem Schulweg und für Radfahrer gibt“, sagt Gero Behrends. Auch das sehe der Verein Bredeney attraktiv, der nicht nur die Interessen der Kaufleute und Freiberufler, sondern auch der Bürger vertrete, als seine Aufgabe. Vor der Wahl seien die Sicherheit und die Spielplatzsituation Themen im Gespräch mit den Politikern gewesen. „Da werden wir natürlich schauen, was aus den Vorschlägen wird. Wir wollen ja im positiven Sinne etwas bewirken.“

Gero Behrends ist als zweiter Vorsitzender von Bredeney attraktiv seit gut einem Jahr im Amt. Er lebe seit 18 Jahren in Bredeney, habe zwei Kinder durch Kindergarten und Schule gebracht und arbeite in Rüttenscheid als selbstständiger Marketingberater. Er kümmere sich um die Bürgerinteressen, während der erste Vorsitzende, Maßschneider Stefan Wermter, die Belange der Kaufmannschaft im Blick behalte. Im Gegensatz zum Kulturverein Bredeney aktiv, mit dem man eng kooperiere und der sich auch um geschichtliche Themen kümmere, richte Bredeney attraktiv den Blick eher auf die aktuelle Situation und versuche, Weichen für die Zukunft zu stellen.

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