Chemie auf Englisch im Schülerlabor

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Jens nimmt das Messer, schabt noch einmal an seinem Stein und sagt dann bestimmt, „ich glaube, es ist ein Kalzit.“ Hannah nickt, zieht den Stein über eine weiße Platte und bestätigt: „Pyrit kann es nicht sein.“

Was sich wie eine Unterhaltung zwischen zwei Wissenschaftlern anhört, ist Unterricht einer 7. Klasse des Werdener Gymnasiums. Allerdings kein gewöhnlicher. Denn Jens und Hannah sitzen nicht im Chemieraum ihrer Schule an der Grafenstraße. Sie befinden sich im Alfried-Krupp-Schülerlabor an der Ruhr-Uni Bochum. Und noch noch etwas ist ungewöhnlich für den Chemieunterricht: Hannah und Jens’ Unterhaltung findet auf Englisch statt.

Die Idee hierfür hatte Marcus Kohnen, Lehrer für Chemie und Biologie am Gymnasium Werden. Er ist Klassenlehrer einer Science plus-Klasse, die eine Stunde Naturwissenschaft mehr pro Woche hat, und erteilt auch Chemie in einer Englisch plus-Klasse, die eine Stunde Englisch pro Woche mehr hat. Was lag da näher, als die beiden Klassen zusammen zu bringen.

Auch Englisch plus-Klassenlehrer Karsten Brill war sofort Feuer und Flamme. Die Science plus-Schüler steuern naturwissenschaftliches Knowhow bei und die Englisch plus-Schüler sind die sprachlichen Talente. „Auf diese Weise unterstützen sie sich gegenseitig“, so Brill.

Die konkrete Aufgabe ist es, in Teams Mineralien zu untersuchen. „Als erstes haben wir den Unterschied zwischen Steinen, Gestein und Mineralien gelernt“, sagt Jens aus der 7c. Danach geht es an die Untersuchung. „Wir überprüfen, ob sie magnetisch sind oder Elektrizität leiten“, erläutert Hannah aus der 7b. Sie kratzen an den Mineralien, ziehen eine Spur über eine weiße Platte, brechen Lichtstrahlen an einem Prisma und ihr fluoreszierendem Licht unter einer UV-Lampe.

Englischlehrer Brill schaut neugierig auf die Ergebnisse seiner Schützlinge. „Wir haben ja bereits tolle bilinguale Projekte mit Erdkunde und Sport gemacht.,“ sagt er. Chemie sei ein voller Erfolg und werde wiederholt. Schulleiterin Felicitas Schönau ist ebenfalls voll des Lobes: „Es ist eine fantastische Idee, die beiden Profilklassen zusammenzubringen.“ Dies entspreche der Idee der Schule, Vielfalt zu fördern. Auch für die Zukunft der Schüler sei dieses Projekt Gold wert.

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