Kunstmesse

C.A.R. mit aktueller Kunst: „Hier riecht es noch nach Farbe“

Elke Frey zeigt ihren „Think Tank“ bei der Contemporary Art Ruhr auf Zollverein. Fotos:Christof Köpsel

Elke Frey zeigt ihren „Think Tank“ bei der Contemporary Art Ruhr auf Zollverein. Fotos:Christof Köpsel

Essen.   Die „C.A.R.“ auf der Zeche Zollverein sucht mehr Qualität und findet neue Aussteller. Malerei, Skulptur, Fotografie auf über 6000 Quadratmetern.

Der Rhein ist weit weg, wenn man über das Welterbegelände Zollverein schlendert. Und trotzdem macht sich das, was derzeit die Kunstszene in Köln und Düsseldorf bewegt, bis Essen bemerkbar. Dass die Macher der Kölner Art.Fair der Domstadt den Rücken gekehrt haben und Mitte nächsten Monats in Düsseldorf mit der Art Düsseldorf ein neues Format erfinden, scheint der Essener Contemporary Art Ruhr, kurz C.A.R. , dem ersten Eindruck nach eher zu nutzen statt zu schaden. Galerien, die am Rhein keinen Zuschlag mehr bekommen haben, der Region aber treu bleiben wollen, setzen jetzt auf die C.A.R., die an diesem Wochenende wieder mit zeitgenössischer Malerei, Fotografie, Grafik und Bildhauerei der Gegenwart 6000 Quadratmeter Ausstellungsfläche an fünf Standorten bespielt.

Zu den Neuzugängen gehört auch die Schweizer Galerie Wilmsen, die bislang in Köln vertreten war, bei der Art Düsseldorf aber nicht mehr dabei ist. NRW will man nun mit einem Auftritt in Essen die Treue halten. Die lichten, großzügigen Räume des Sanaa-Gebäudes haben Julia Wilmsen dabei vollends überzeugt. Zur Essener Premiere zeigt die Galerie neben hochklassiger Zero-Kunst von Günther Uecker flirrend-leichte, doch enorm wirkungsvolle Papierarbeiten von Frieda Martha, während die Münchner Künstlerin Tamar Klar ihre farbigen Lichtobjekte aus Acrylglas strahlen lässt.

„Hier wird gezeigt, was aktuell in den Ateliers stattfindet“

Martin Luther ist am Stand der Kölner Galerie Sassen vertreten – neben Anthony Hopkins, David Bowie und Karl Marx. Ihr Schöpfer Saxa nennt sich „Wortmaler“, ist eigentlich ein Literat, der seine Botschaften nun auch ins Bild setzt – eigene Texte, aber auch die 95 Thesen. Die C.A.R. hält er für eine gute Adresse. Hier werde gezeigt, „was aktuell in den Ateliers stattfindet“. Anderswo gehe es vor allem um das, was es schon auf den Kunstmarkt geschafft habe. „Hier riecht es noch nach Farbe“, findet Saxa. Schnuppernasen sind eh im Vorteil: Sie entdecken junge Künstler in der Sonderschau „C.A.R. Talente“, lernen die Leipziger Kunstszene näher kennen, die erstmals auf Zollverein vertreten ist, denken mit Mark Swysen über Gesellschaftsfragen nach oder finden besonders günstige Editionen und Unikate beim heutigen Super Saturday (13-17 Uhr). Künstler wie Dirk Hupe, Sebastian Mölleken oder Melanie Hübner haben zudem Arbeiten für eine spezielle C.A.R. Edition geschaffen.

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