Wirtschaft in Karnap

Burger King kommt nach Karnap auf langjähriges Brachland

Für Grundstücksbesitzer Jamal Karsli ist die Ansiedlung von Burger King nur der Anfang.

Für Grundstücksbesitzer Jamal Karsli ist die Ansiedlung von Burger King nur der Anfang.

Foto: Vladimir Wegener

Essen-Karnap.   Über ein Jahrzehnt lag das Grundstück an der Karnaper Straße brach. Die Ansiedlung von Burger King soll nun nur der Anfang einer Nutzung sein.

Ein Vierzigtonner rollt vor und kippt eine Ladung Asphalt aus, die sofort von einem Walz-Fahrzeug gleichmäßig geplättet ist. Es tut sich etwas auf dem Gelände an der Karnaper Straße – direkt gegenüber der Stinnesstraße. „Burger King will am 15. November eröffnen“, sagt Jamal Karsli. Dem gebürtigen Syrer gehören hier 18.000 m² Grund, dort, wo früher die Getränkefirma Droll war. Burger King, dem er etwa 4500 m² verkaufte, soll nur der Anfang sein. „Aldi hat großes Interesse“, sagt der 62-Jährige. Der Weg wäre nicht weit, hat der Discounter doch heute nur etwa 300 Meter weiter eine Filiale.

Seit 2006 im Besitz von Jamal Karsli

„Jeder in Karnap ist froh, dass das Grundstück nun genutzt wird“, sagt SPD-Ratsmitglied Michael Schwamborn, der sich schon zu der Zeit, als er noch dem Essener Bürgerbündnis (EBB) angehörte, für eine Entschließung engagierte.

Es hat lange gedauert, bis die Bagger anrollten. Seit 2006 gehört Jamal Karsli, früherer Landtagsabgeordneter der Grünen und studierter Raumplaner, das Grundstück, zu dem er eher über Umwege kam.


„Ich wollte mich als Raumplaner verwirklichen“

„Ein Bekannter hatte das Grundstück ersteigert. Dann hatte er kein Geld mehr und ich habe es gekauft“, erzählt Karsli. Was fängt ein Mann aus Recklinghausen mit einem Grundstück in Karnap an? „Ich wollte es nutzen, um mich auch als Raumplaner zu verwirklichen“, sagt er. Von Beginn habe für ihn festgestanden, dass hier etwas Höherwertiges entstehen solle. Gegenüber der Stadt Essen verpflichtete sich Jamal Karsli im Jahre 2008 daher freiwillig schriftlich dazu, dass weder ein Schrottplatz, ein Autoabstellplatz (ohne Autohaus), Spielhallen oder ein Bordell auf dem Grundstück angesiedelt werden werden. Im selben Jahr lagen dem 62-Jährigen unterschriftsreife Verträge für eine Tankstelle, eine Autowaschstraße und McDonalds vor. „Wegen der Wirtschaftskrise wurde aber nichts daraus“, erklärt Jamal Karsli.

Verkehrsgünstige Lage

Das Grundstück fristete lange Zeit ein Dasein als unansehnliches Brachland., glich mehr einem Müllabladeplatz als einem möglichen Baugrundstück. Damit soll endgültig Schluss sein, auch wenn sich heute hinter dem Bauzaun rund um das Fast-Food-Restaurant noch Berge von Schutt türmen. An Ideen scheint es dem Grundstückseigentümer, der nicht Investor ist, nicht zu fehlen. „Sechs Investoren warten darauf, sich hier zu engagieren“, sagt Karsli, der die verkehrsgünstige Lage hervorhebt und auch die Zusammenarbeit mit den städtischen Fachämtern ausdrücklich lobt.

Jamal Karsli schwebt ein Hotelbau vor

Eine Waschstraße sei immer noch ein Thema. Sein Favorit sei aber, ein Hotel auf dem Gelände anzusiedeln. Das wäre – so der 62-Jährige – im Zusammenhang mit einer Marina doch gut. Michael Schwamborn bringt eine andere Idee ins Spiel. „Ich bin dafür altengerechte Wohnungen zu bauen, denn davon gibt es in Karnap deutlich zu wenig.“ Hotel und/oder Altenwohnungen – einig sind sich Grundstückseigentümer und Politiker, dass nicht noch einmal ein Jahrzehnt vergehen soll, bevor es an der Karnaper Straße 145 weiter gehen wird.

>>> Einst gehörte das Gelände zur Zeche Mattias Stinnes

Ursprünglich gehörte das Gelände an der Karnaper Straße zur Zeche Mattias Stinnes.

Danach verwandelte die Firma Theo Droll die Kaue und den Zechenplatz in ein Getränkelager sowie einen Parkplatz für die Lieferwagen. Ende der 1990er-Jahre meldete der Getränkehandel Konkurs an.

Bis die Entwicklung des Geländes nun in Angriff genommen wurde, diente es übergangsweise auch als Containerstandort.

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