Ausstellung

Bundespräsident Christian Wulff auf Waschlappen verewigt

Foto: WAZ FotoPool

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Essen.   Der Künstler Holger Kurt Jäger hat umstrittene Persönlichkeiten wie Christian Wulff, George W. Bush und Dieter Bohlen in Öl auf Waschlappen verewigt. Noch bis zum 28. Januar werden die Frottee-Werke in der Galerie Kunstraum ausgestellt. Der Berlusconi-Lappen wurde bei Christie’s für 750 Euro versteigert.

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Ein Porträt in Öl ist für den Verewigten in der Regel eine große Ehre. Nicht so bei Holger Kurt Jäger. Der Künstler, der an der Freien Akademie in Essen studierte, hat sich nämlich den perfekten Untergrund ausgesucht, um seine Geringschätzung gegenüber dem Gezeichneten auszudrücken: Waschlappen.

Und so kann man in der Galerie Kunstraum auf der Rüttenscheider Straße noch bis zum 28. Januar ein bizarres Potpourri auf dem Wäscheständer bestaunen. Ob aktuell Bundespräsident Christian Wulff, der syrische Präsident Bashar al-Assad, Georg W. Bush, Dieter Bohlen, Diktator Kim Jong-il oder der norwegische Attentäter Breivik - sie alle hängen lose nebenein­ander auf der Leine. Logisch, dass die Galerie von Colmar Schulte-Goltz und Oliver Noelte damit auf den vergangenen Kunstmessen, der ArtFair in Köln und der

Contemporary Art Ruhr in Essen, für Wirbel sorgte. „Jäger will mit seinen Arbeiten auf diesem despektierlichen Untergrund Prominente mit negativer Ausstrahlung porträtieren. Kunst soll nicht nur hübsche Deko sein, sondern zum Denken anregen“, sagt Schulte-Goltz.

Dabei schaffen die Waschlappen eine Wertsteigerung, wie es nur die Kunst vermag: Eingekauft für 59 Cent bei Textildiscounter Kik, verkauft die Galerie die bemalten Frotteewerke für 180 Euro das Stück - und das mit Erfolg. Vor allem der ehemalige italienische Ministerpräsident Silvio Berlusconi liegt bei den Kunstliebhabern hoch im Kurs. Das renommierte Auktionshaus Christie’s versteigerte den skandalumwobenen Politiker in Lappenform vor Kurzem sogar für 750 Euro.

Der Deutschen derzeit liebster Prügelknabe Christian Wulff kam als eine der letzten Prominenten zu der Sammlung hinzu, die mittlerweile 45 Personen aus dem öffentlichen Leben umfasst. „Holger Kurt Jäger brauchte drei Anläufe, um den Bundespräsidenten richtig zu treffen. Der ist selbst im Porträt zu gesichtslos“, verrät Galerist Oliver Noelte. Auf der Wäscheleine ist er dabei in Gesellschaft von nur einer Frau - Angela Merkel. Die ging, verraten Noelte und Schulte-Goltz, bereits zu einer Käuferin aus der bayerischen SPD-Landtagsfraktion.

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