Corona

Bürgerverein Essen-Haarzopf sagt seinen Weihnachtsmarkt ab

Ein solches Gedränge wie beim Weihnachtsmarkt 2016 in Essen-Haarzopf wollten die Verantwortlichen vom Bürgerverein nicht riskieren und haben die Veranstaltung für dieses Jahr abgesagt.

Ein solches Gedränge wie beim Weihnachtsmarkt 2016 in Essen-Haarzopf wollten die Verantwortlichen vom Bürgerverein nicht riskieren und haben die Veranstaltung für dieses Jahr abgesagt.

Foto: Socrates Tassos / FUNKE Foto Services

Essen-Haarzopf/Fulerum.  Auch Kartoffelfest und Martinszug fallen aus. Damit ist das Jahresprogramm des Vereins Corona zum Opfer gefallen. Vorsitzender schaut auf 2021.

Obwohl die NRW-Landesregierung bisher generell grünes Licht für Martinszüge und Weihnachtsmärkte gegeben hat, werden beide Traditionsveranstaltungen in Essen-Haarzopf in diesem Jahr coronabedingt ausfallen. Aufwand und Risiko seien zu groß, erklärt Horst Holtwiesche, Vorsitzender des Bürgervereins Haarzopf-Fulerum. Auch das Kartoffelfest entfällt. Damit sind für 2020 alle Veranstaltungen des Bürgervereins abgesagt – und der Blick richtet sich schon auf 2021.

„Nachdem ja schon der Trödelmarkt im Frühsommer und das Gesofe, das gemeinsame Sommerfest, Ende August/Anfang September abgesagt wurden, haben wir uns nach reiflicher Überlegung entschlossen, auch die restlichen drei Veranstaltungen für 2020 ausfallen zu lassen“, sagt Horst Holtwiesche. Anfang September sei der letzte Termin für eine solche Absage, denn dann müssten die Anmeldungen für den Weihnachtsmarkt laufen und Anträge, zum Beispiel für Straßensperrungen und Zuschüsse, gestellt werden.

Beim Martinszug, der traditionell am ersten Freitag im November durch Haarzopf ziehe, habe man noch überlegt, ihn in abgespeckter Form, nur mit Kindern und Pferd, ohne Erwachsene, Glühwein und Martinsfeuer, stattfinden zu lassen. Die ursprüngliche Form sei nicht denkbar gewesen. „Wenn ich mir das Gedränge bei Brezeln und Glühwein vorstelle, passt das absolut nicht in die Corona-Zeit“, so Holtwiesche.

Auflagen sind von Ehrenamtlichen nur schwer umzusetzen

Die Auflagen für den Martinszug seien ja schon ohne Corona schwer umzusetzen. „Pro 50 Teilnehmer muss es einen Ordner geben“, sagt der Bürgervereinsvorsitzende. „Woher soll ich vorher wissen, ob 1000 oder 2000 Leute kommen?“ Die Teilnehmerzahl sei ja auch immer von Faktoren wie dem Wetter abhängig.

In diesem Jahr wäre die Teilnehmerzahl noch schlechter einzuschätzen gewesen. „Wenn die Martinszüge in Kettwig, Werden, Bredeney und auf der Margarethenhöhe abgesagt wären und wir in Haarzopf als einzige laufen würden, könnte es sein, dass wir regelrecht überrannt würden, weil die Menschen aus den Nachbarstadtteilen alle zu uns kämen. Oder es kommt keiner, aus Angst vor Ansteckung“, so Holtwiesche. Eine Absage sei da die sinnvollste Lösung gewesen.

Das Kartoffelfest ist in Haarzopf eine noch junge Tradition

Ähnliche Probleme habe man auch beim Kartoffelfest befürchtet, das auf der Wiese von Bauer Scheidt Ende September hätte stattfinden sollen. Die Veranstaltung habe man erstmals 2015 zur 800-Jahr-Feier Haarzopfs durchgeführt. „Wir wollten den Kindern vermitteln, wie es früher nach der Kartoffelernte war, wenn man die Kartoffeln über dem Feuer gebraten hat“, so Holtwiesche. Das Fest sei aber auch bei den Erwachsenen so gut angekommen, dass es jetzt regelmäßig stattfinde. Da man mit 40 bis 60 Leuten habe rechnen müssen, die sich dann um das Feuer gruppierten, habe man auch diese Veranstaltung sicherheitshalber abgesagt.

Besonders traurig sei natürlich die Absage des Weihnachtsmarktes, der am zweiten Advent zum 28. Mal hätte stattfinden sollen. Damit entfalle die Möglichkeit der Haarzopfer und Fulerumer Vereine, sich und ihre Arbeit zu präsentieren. Ein Weihnachtsmarkt unter Corona-Auflagen sei für die Ehrenamtlichen nicht zu realisieren gewesen. „Wenn nur 600 oder 800 Leute kommen dürfen, wie sollen wir das kontrollieren? Das ginge ja nur bei einem eingezäunten Gelände.“ Auch die Zahl der Stände lasse sich schwer regulieren. Normalerweise seien es 50 bis 60, aber es komme auch vor, dass Standbetreiber trotz Zusage nicht kämen.

Der Vorsitzende hofft auf ein volles Programm im Jahr 2021

Finanziell würden die Absagen keine allzu großen Löcher in die Kassen des Bürgervereins reißen. „Wir sind normalerweise froh, wenn sich Ausgaben und Einnahmen die Waage halten.“ Allein für den Martinszug müsse man zum Beispiel drei Kapellen engagieren. Früher habe man schon mal Überschüsse erwirtschaftet, die dann an Kindergärten im Stadtteil gespendet worden seien.

Horst Holtwiesche hofft, dass im kommenden Jahr alle Veranstaltungen wieder wie gewohnt stattfinden können, auch der Tag der Vereine, den man alle zwei Jahre abhalten wolle. Im Februar/März werde die Jahreshauptversammlung stattfinden, bei der möglicherweise personelle Veränderungen im Vorstand anstehen könnten.

„Wenn Philipp Rosenau, unser zweiter Vorsitzender, bei der Kommunalwahl für die SPD in den Rat einziehen sollte, müssen wir diese Position neu besetzen, da der Bürgerverein laut Satzung überparteilich ist“, erklärt Holtwiesche. Der Bürgerverein habe Philipp Rosenau bereits jetzt viel zu verdanken. Der frische Wind, den er in den Verein gebracht habe, habe sicherlich dazu beigetragen, dass die Mitgliederzahl in den vergangenen Jahren von 350 auf 470 gestiegen sei.

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