Wohnbauflächen

Wohnungsbau: Diese Flächen hält die Stadt Essen für geeignet

Björn Benzinger (2.v.l.), Sprecher Bürgerinitiative „Finger weg von Freiluftflächen“, übergibt Protestunterschriften an den Vorsitzenden des Planungsausschusses, Thomas Rotter (SPD) und an Uwe Kutzner, planungspolitischer Sprecher der CDU-Fraktion (M.)

Björn Benzinger (2.v.l.), Sprecher Bürgerinitiative „Finger weg von Freiluftflächen“, übergibt Protestunterschriften an den Vorsitzenden des Planungsausschusses, Thomas Rotter (SPD) und an Uwe Kutzner, planungspolitischer Sprecher der CDU-Fraktion (M.)

Foto: Foto: BI

Essen.  Die Zahl potenzieller Wohnbauflächen ist nach dem Bürgerforum auf sieben gesunken. Hindernisse für eine Bebauung gibt es auch dort.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

„Wo wollen wir wohnen?“ Diese Frage hatte die Stadt im November 2018 beim Bürgerforum in der Messe Essen gestellt. In Kleingruppen wurde über 99 Flächen diskutiert. Am Ende stand eine Liste mit 28 potenziellen Wohnbauflächen. Ein Jahr danach ist davon nicht mehr viel übrig geblieben. Gerade einmal sieben Flächen stuft die Stadtverwaltung noch als geeignet ein.

Dieses Ergebnis nahm der Ausschuss für Stadtplanung und Bauordnung in seiner Sitzung am Donnerstag erst einmal kommentarlos zur Kenntnis. Eine Entscheidung wurde vertagt. Die umstrittene Bebauung schützenswerter Grünzüge dürfte aber endgültig vom Tisch sein.

Die Bürgerinitiative will Oberbürgermeister Thomas Kufen beim Wort nehmen

Mitglieder der Haarzopfer Bürgerinitiative „Finger weg von Freiluftflächen“ nutzen die Sitzung gleichwohl zur Übergabe von 6655 Unterschriften, mit denen Bürger gegen eine mögliche Bebauung von Grünflächen protestieren. Jörn Benzinger, Sprecher der Initiative, zitierte dabei Oberbürgermeister Thomas Kufen: „Ich bin sicher, die Essener werden sich weiter für ihr Grün einsetzen“, hatte der OB zum Abschluss des Grüne-Hauptstadt-Jahres 2017 gesagt. Die Bürgerinitiative nimmt ihn beim Wort.

Auf folgenden Flächen kommt eine Wohnbebauung nach Einschätzung der Verwaltung in Frage: 75 Wohnungen könnten auf einer 1,1 Hektar großen Fläche am ehemaligen Ledigenheim an der Seumannstraße in Altenessen entstehen. Das Gebäude selbst steht allerdings unter Denkmalschutz.

Platz für 40 bis 60 Wohnungen böte der 1,2 Hektar große Sportplatz an der Serlostraße in Altendorf. Allerdings müssten auf dem Grundstück zunächst Altlasten beseitigt werden. Die Verwaltung stuft den Aufwand als erheblich ein.

Bergbau und Altlasten erschweren die Erschließung als Baugrundstück

200 bis 300 Wohneinheiten hält die Planungsverwaltung auf dem 4,5 Hektar großen Areal an der Alleestraße 22 in Freisenbruch für möglich. Bergbau und Altlasten erschweren allerdings eine Erschließung als Baugrund.

135 Wohnungen könnten an der Bonifaciusstraße 187 in Schonnebeck gebaut werden. Sofern sich Interessenten nicht stört, dass sie neben einem Gewerbegebiet wohnen. Zuletzt war das 2,7 Hektar große Grundstück als Standort für eine Asylunterkunft genutzt worden.

Weitere 60 Wohnungen könnten an der Dinnendahlstraße in Huttrop entstehen. 1,4 Hektar kämen dafür infrage. Vom Lärm des benachbarten Sportplatzes müssten die neuen Bewohner allerdings geschützt werden.

Ein Potenzial für 1500 bis 2000 Wohneinheiten sehen die Planer auf dem 29,4 Hektar großen Areal an der Stauderstraße/Emscherstraße in Altenessen. Das Gelände befindet sich allerdings im Besitz von zehn verschiedenen Eigentümern. Genutzt wird es größtenteils von der Helf Automobil-Logistik. Die Suche nach einem alternativen Standort sei aber sehr komplex. Kurzfristig geht da nichts.

Problemlos stufen die Planer hingegen die Bebauung einer Freifläche an der Raadter Straße/Eststraße in Haarzopf ein. 110 bis 180 Wohnungen wären dort denkbar, heißt es. Die Bürgerinitiative „Finger weg von den Freiflächen“ lehnt auch dies ab.

Auch für die Bebauung der verbliebenen sieben Flächen wären also Widerstände zu überwinden. Die Planungsverwaltung schlägt der Politik deshalb vor, auch jene Flächen genauer zu betrachten, die beim Bürgerforum in die nachrangige Priorität III einsortiert wurden. Ob es dazu kommt, bleibt offen. Nicht nur Bürgerinitiativen hatten die Ergebnisse und Methodik des Bürgerforums abgelehnt. Zuletzt hatte sich auch die SPD davon distanziert.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben