Aktionsbündnis

Bürger in Steele wollen offen Haltung gegen Rechts zeigen

Präsentieren ihre bedruckten Taschen und Tassen: Ewald Mayer (Landauf Landab Verlag) und Julia Jung-Teichmann vom Bündnis „Steele bleibt bunt“.

Präsentieren ihre bedruckten Taschen und Tassen: Ewald Mayer (Landauf Landab Verlag) und Julia Jung-Teichmann vom Bündnis „Steele bleibt bunt“.

Foto: Socrates Tassos

Essen-Steele.   Ein Steeler Verlag bedruckt Taschen und Shirts für das Aktionsbündnis „Mut machen – Steele bleibt bunt“. Was die Akteure damit bewirken wollen.

„Mut machen – Steele bleibt bunt“ heißt das Aktionsbündnis gegen Hooligans und rechte Gesinnung im Stadtteil. Dieses Motto steht jetzt auch auf bedruckten Tassen, T-Shirts, Taschen und Aufklebern, die ab dem kommenden Montag, 17. Dezember, auf dem Steeler Weihnachtsmarkt sowie in den örtlichen Geschäften erhältlich sind.

„Wer eine solche Tasche trägt oder die Tasse im Büro verwendet, kann damit nach außen Haltung zeigen“, sagt Ewald Mayer vom Verlag „Landauf Landab“, der in Steele ansässig ist. Haltung zeigen für ein buntes, ein offenes und demokratisches Miteinander im Stadtteil. „Auch wir sind erschrocken über die bürgerwehrhaften Umzüge der sogenannten ‘Steeler Jungs’“, erklärt Mayer. „Es stellte sich für uns die Frage, wie wir das Aktionsbündnis gegen diese rechte Szene, die sich da im Stadtteil formiert, unterstützen können.“

Ringe als Zeichen der Solidarität

Der Verlag entwickelt Mundartprodukte und Geschenkartikel für verschiedene Regionen in Deutschland. Naheliegend also, ein Steeler Motiv zu kreieren. „Die bunten ineinandergreifenden Ringe als Wahrzeichen eignen sich sehr gut, sie symbolisieren Solidarität“, findet Mayer. In Rot, Gelb und Grün leuchten sie nun auf den Artikeln, gemeinsam mit dem Motto „Mut machen – Steele bleibt bunt“.

Die Aktion bringt dem Unternehmen keinen Gewinn – denn der Verkauf der Produkte, die zwischen drei und zehn Euro kosten, kommt dem Aktionsbündnis zugute. Dessen Sprecher Alexander Teichmann freut sich über die Unterstützung: „Wir hoffen, dass es eine nachhaltige Aktion wird und die Geschenkartikel auch nach dem Weihnachtsmarkt in weiteren Geschäften vertrieben werden.“ Bereits zugesagt haben die Buchhandlungen Goll und Polberg, der Naturkostladen Apfelbaum, Optik Schürholz und das Café im Grend.

Raum für Gespräche und Austausch

„Steele ist kein Ort für Hass und Gewalt“, macht Alexander Teichmann deutlich. Das Aktionsbündnis hat bislang den wöchentlichen sogenannten Spaziergängen der „Steeler Jungs“ eigene Aktionen auf dem Kaiser-Otto-Platz entgegen gesetzt. Das eine oder andere Mal sei es zu unfreundlichen Konfrontationen gekommen, berichtet Teichmann.

Im kommenden Jahr werde sich die Arbeit des engagierten Bürger des-Bündnisses auf einen Tag im Monat konzentrieren. Teichmann: „Es geht darum zu vermitteln, dass keiner Angst haben muss.“

Ab Februar gibt’s jeden ersten Donnerstag Aktionen

Steele dürfe nicht in Verruf geraten, ist auch Mayers Ansicht. Allzu schnell habe die überregionale Presse Parallelen zwischen dem Essener Stadtteil und Ereignissen im Dortmunder Norden gezogen. „Wir müssen unbedingt verhindern, dass für Menschen, die nicht in das rassistische Weltbild der ‘Steeler Jungs’ passen, Angsträume entstehen.“ Auch für die Gewerbetreibenden sei das sehr schädlich.

Jeden ersten Donnerstag im Monat sollen nun ab Februar auf dem Kaiser-Otto-Platz für eine Stunde Musik- und Kulturbeiträge stattfinden, soll genügend Raum für Gespräche und Austausch bei Getränken und kleinen Speisen sein. „Steele ist ein toller Kosmos“, findet Teichmann, „wir können viel auf die Beine stellen.“

>> Breite Basis stellt sich gegen Hooligans

Die „Steeler Jungs“ sind seit Mitte 2017 wöchentlich im Stadtteil Steele unterwegs und geben vor, die Bürger beschützen zu wollen. Es gebe Verbindungen zu Hooligans aus dem Umfeld von Rot-Weiss Essen und zur Rockerszene, sagt Max Adelmann, Sprecher von „Essen stellt sich quer“, der die rechte Szene in Essen bekämpft. Treff sei eine Sportsbar an der Westfalenstraße.

Gut 100 Bürger unterstützen das Aktionsbündnis „Steele bleibt bunt“. Das Spektrum reicht von politisch aktiven Jugendlichen über engagierte Bürger, einem Landtagsabgeordneten bis hin zu den Kirchengemeinden.

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