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„Essen packt an“ – Bürger im besten Sinne des Wortes

Aktive der Initiative von „Essen packt an“ räumen nach „Ela“  die Straße Esternhovede in Stoppenberg frei.

Foto: Alexandra Roth

Aktive der Initiative von „Essen packt an“ räumen nach „Ela“ die Straße Esternhovede in Stoppenberg frei.

Essen.   Der Pfingststurm „Ela“ war auch die Geburtsstunde von„Essen packt an“. Die Selbsthilfe-Initiative ist bis heute in verschiedenen Bereichen aktiv.

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Markus Pajonk erinnert sich noch an die zerrissene Deutschlandfahne auf dem Dach seines Nachbarn. „Ich habe drüben angerufen und ihm gesagt, deine Fahne könnte Dachziegel runterreißen. Dann bin ich ins Bett gegangen.“ Tags drauf, war nicht mehr zu übersehen, was Pfingststurm Ela angerichtet hatte. In Altendorf, und nicht nur dort, wollten Bürger nicht tatenlos zusehen, und riefen im sozialen Netzwerk Facebook eine Selbsthilfegruppe ins Leben: „Essen packt an.“

Innerhalb nur einer Woche traten mehr als 3000 Essener der Gruppe bei , erinnert sich Sprecher Markus Pajonk, der damals spontan mit 100 Euro aushalf – als Kaution für eine Motorsäge.

Nachbarschaften organisierten sich, räumten Straßen frei, halfen jenen, die sich selbst nicht helfen konnten. Es war ein beispielloses Miteinander von Bürgern, die nicht darauf warten wollten, dass Feuerwehr, Polizei und Verwaltung für Ordnung sorgen, sondern die Dinge selbst in die Hand nahmen und regelten. Bürger im besten Sinne des Wortes.

Von Umweltschutz bis Hilfe für Bedürftige

Drei Jahre danach ist „Essen packt an“ noch immer aktiv. Mehr als 2000 „helfende Hände“ machen mit, berichtet Markus Pajonk. Von der Bundesregierung gab es dafür einen Preis im Wettbewerb „Ausgezeichnete Orte im Land der Ideen“.

Bei der Bewerbung um den Titel „Grüne Hauptstadt Europas“ konnte Essen bei der EU in Brüssel auch dank „Essen packt an“ Punkte sammeln. Längst dreht es sich dort nicht mehr um die Nachwehen von Pfingststurm Ela. Die Aktivitäten sind vielfältig, reichen vom Umweltschutz bis zur Hilfe für Bedürftige. „Ideen gibt es viele“, so Pajonk. Leider mahlten die Mühlen der Verwaltung, ohne die es manchmal nicht geht, langsam. Zuweilen müsse man aber die eigenen Leute bremsen.

Sprecher zieht eine positive Zwischenbilanz

Pajonk spricht von drei wunderbaren Jahren. Jahre, in denen es auch Rückschläge gab. Die Abspaltung der Obdachlosen-Initiative im vergangenen Jahr, ausgelöst durch einen Streit um ein Suppenfahrrad, war ein solcher. Der Sprecher zieht dennoch eine positive Zwischenbilanz. „Essen packt an“ zeige, dass Menschen sich selbst entfalten, dass sie dabei etwas tun könnten für die Allgemeinheit. Pajonk: „Ich habe in diesen drei Jahren viele tolle Leute kennen gelernt.“

Die Initiative „Essen packt an“ bietet immer mittwochs in der Wiederbrauchbar an der 1. Weberstraße 15 eine Sprechstunde an: 17 bis 20 Uhr.

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