Flughafen Düsseldorf

Bürger gegen Fluglärm kritisieren späte Landungen von Tuifly

Die Airline Tuifly fällt derzeit durch massive Verspätungen am Abend auf, bemängeln die „Bürger gegen Fluglärm“. Foto: dpa

Die Airline Tuifly fällt derzeit durch massive Verspätungen am Abend auf, bemängeln die „Bürger gegen Fluglärm“. Foto: dpa

Essen.   Allein im laufenden Monat Mai sind 43 Maschinen von „Tuifly“ nach 23 Uhr am Düsseldorfer Airport gelandet. Initiative glaubt: Das ist Absicht.

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Die Initiative „Bürger gegen Fluglärm“ kritisiert die Hannoveraner Fluglinie „Tuifly“. Allein im laufenden Monat Mai seien bislang 43 Maschinen allein dieser Fluglinie nach 23 Uhr am Düsseldorfer Flughafen gelandet, obwohl der Anteil von „Tuifly“ an allen Landungen am Airport gerade mal 3,5 Prozent beträgt. Zwölf Maschinen landeten bis Dienstagabend sogar nach 23.30 Uhr. „Die Ursache für die späten Landungen“, sagt der Kettwiger Bürger Georg Regniet, der Mitglied der Initiative „Bürger gegen Fluglärm ist, „sind ganz eindeutig viel zu eng geplante Umläufe.“

Besonders dramatisch sei der Fall einer Maschine aus Ägypten, die sechsmal die Woche um 22.55 Uhr oder 23 Uhr in Düsseldorf landen soll, aber erst um 17.20 Uhr in Ägypten landet, um gerade mal 20 Minuten später wieder von dort aus abfliegen soll in Richtung Deutschland. „Das kann nicht funktionieren“, bewertet Regniet.

Gelandet werden darf nur bis 23 Uhr, in Ausnahmen bis 24 Uhr

Grundsätzlich dürfen Maschinen der Linie „Tuifly“ bis 23 Uhr in Düsseldorf landen. Die so genannte „Home Base Carrier“-Regelung besagt, dass Ausnahmen bis 24 Uhr möglich sind. Diese Regel, schätzen die „Bürger gegen Fluglärm“, würde von „Tuifly“ systematisch ausgenutzt.

Dem widerspricht der Sprecher der „Tuifly“, Aage Dünhaupt: Es könnte nicht im Interesse der Airline sein, zu spät zu landen, denn „wir wollen weder verärgerte Passagiere noch belästigte Anwohner.“ Das Düsseldorfer Problem habe bei „Tuifly“ höchste Priorität: „Wir betanken die Maschinen mittlerweile mit mehr Kerosin, um schneller fliegen zu können.“ Dass es derzeit zu massiven Verspätungen am Abend kommt, habe vor allem mit dem Fluglotsen-Mangel im europäischen Luftraum zu tun: „Die Sektoren sind gesichert, doch wegen der Personalsituation sind nicht immer reibungslose Abläufe möglich.“ Außerdem zwinge die allgemeine Enge im Luftraum auch die „Tuifly“ oft dazu, ihre Maschinen Umwege fliegen zu lassen.

Letztes Jahr gab es einen neuen Rekord

Dünhaupt prognostiziert, dass der kommende Sommer ähnlich schwierig werde wie die letzten beiden Saisons. Dabei war die Zahl der späten Landungen im Jahr 2018 auf einem neuen Rekord-Hoch: 2436 Maschinen landeten in Düsseldorf zwischen 23 und 6 Uhr.

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