Bücherschrank

Bücherschrank in Essen-Frohnhausen lädt zum Stöbern ein

Jutta Pentoch, SPD-Ratsfrau aus Essen-Frohnhausen, war die Freude über den Bücherschrank anzusehen. Er steht jetzt für Jedermann auf dem Frohnhauser Platz bereit.

Jutta Pentoch, SPD-Ratsfrau aus Essen-Frohnhausen, war die Freude über den Bücherschrank anzusehen. Er steht jetzt für Jedermann auf dem Frohnhauser Platz bereit.

Foto: Socrates Tassos / FUNKE Foto Services

Essen-Frohnhausen.  Der erste Bücherschrank in Essen-Frohnhausen lädt zum Stöbern ein. Jeder darf ein Buch heraus nehmen, sollte aber auch eins rein stellen.

Wolf-Dieter Weinrich war einer der ersten, die den neuen Frohnhauser Bücherschrank nutzten. „Ich habe eine ganze Reihe von Büchern rein gestellt“, sagte der 72-Jährige und zeigte auf Bände von Mark Twain, Siegfried Lenz und Sigrid Undset. Herausgenommen hat er sich dafür ein Werk von Charles Dickens. So soll es künftig häufig geschehen auf den Frohnhauser Marktplatz.

Es mussten mehrere Sponsoren in Essen gefunden werden

SPD-Ratsfrau Jutta Pentoch war die Freude anzusehen, dass es tatsächlich etwas geworden ist mit diesem Bücherschrank. Sie habe dicke Bretter bohren müssen, berichtete Bezirksbürgermeister Klaus Persch, bis aus der Idee etwas geworden sei. Schließlich mussten einige Sponsoren gefunden werden, um den 501. Bücherschrank der Herstellerfirma aufstellen zu können, wie er den staunenden Teilnehmern der kleinen Einweihungsfeier berichtete.

Bei der Wohnbau eG hatte sie allerdings leichtes Spiel, wie Marketingleiter Frank Skrube berichtete. „Wir haben sofort zugesagt, als wir von dieser guten Idee erfahren haben“, sagte er. Eigentlich hätte sich sein Unternehmen schon an weiteren Schränken beteiligt, „doch der Frohnhauser Schrank ist der einzige, von dem wir erfahren haben.“ Nun werde die Wohnbau, die in Frohnhausen und Altendorf den meisten Wohnungsbestand hat, im Mietermagazin und auf ihrer Homepage für den Buchtausch werben.

„Essener Kontakte“ nimmt den Schrank zum Anlass für neue Literatur-Aktivitäten

Das wird Ulrike Geffert im Rahmen ihrer Möglichkeiten ebenfalls tun. Sie leitet seit 15 Jahren die „Essener Kontakte“ und hat jetzt schon zahlreiche Ideen im Kopf, wie der Bücherschrank ins Frohnhauser Kulturleben integriert werden könnte. „Wir werden zu Lesungen und Buchvorstellungen oder auch zu Mottowochen über Kochen, Krimis oder Kinderbücher einladen“, kündigt sie an. „Wir möchten den Bürgern etwas bieten, also einen Austausch im wahrsten Sinne des Wortes.“ Noch vor Weihnachten werden Autoren aus Frohnhausen zur Lesung in den Treffpunkt gebeten.

Um das Alltagsgeschehen am Schrank wird sich Ursula Busch, die „Büchertante“, kümmern. „Ich gucke nach dem Rechten und werfe ein Auge drauf“, verspricht die Frohnhauserin. Sie werde auch auf den Inhalt der Bücher achten, die in den Schrank gestellt werden, damit kein Schindluder getrieben wird. Sie gehört zu der Gruppe der „Ruhrpoeten“, die am 4. Ruhrgebiets-Literaturwettbewerb teilgenommen hatten und deren Kurzgeschichten im vergangenen Jahr in der Sammlung „Bisschen politisch werden“ im Klartext-Verlag veröffentlicht wurden. „Ich freue mich, dass es jetzt ein niederschwelliges Buchangebot in Frohnhausen gibt“, lachte sie.

Stadtteilbibliothek unterstützt den Bücherschrank

Das bietet auch die städtische Stadtteilbibliothek, wenige hundert Meter weiter an der Sybelstraße. Sie steuerte bereits einige Bücher zur Erstausstattung des Schranks bei. Die Profis sehen ihn eher als Bereicherung, nicht als Konkurrenz an. Schließlich ist es nicht entscheidend, woher die Bücher stammen. Hauptsache, sie werden gelesen.

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