Spende

Bücherbasar hilft Elterninitiative krebskranker Kinder

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Erleichtert und heilfroh ist Ellen Menne, da der Bücherbasar in Essen-Überruhr stattfinden kann und die Ehrenamtlichen mit dem Erlös erneut die Elterninitiative krebskranker Kinder unterstützen können.

Erleichtert und heilfroh ist Ellen Menne, da der Bücherbasar in Essen-Überruhr stattfinden kann und die Ehrenamtlichen mit dem Erlös erneut die Elterninitiative krebskranker Kinder unterstützen können.

Foto: Kerstin Kokoska / FUNKE Foto Services

Essen-Überruhr.  Fast 60.000 Euro kamen bisher beim Bücherbasar zusammen: für die Essener Elterninitiative krebskranker Kinder. Dann gerieten die Helfer in Not.

  • Der Bücherbasar in Essen-Überruhr findet an einem neuem Ort statt.
  • Ehrenamtliche setzen sich seit fast 30 Jahren ein, um an die Elterninitiative krebskranker Kinder zu spenden.
  • In jüngster Zeit gab es für die Ehrenamtlichen Hürden wie Raumsuche und Corona.

Seit fast 30 Jahren unterstützen sie Eltern mit krebskranken Kindern, sammeln dafür Bücher und verkaufen diese. Knapp 60.000 Euro kamen so bislang beim Bücherbasar in Überruhr zusammen, den Ellen Menne und ihr Team aus Ehrenamtlichen auf die Beine stellen. Dann aber gerieten die Helfer selbst in Not. Erst brachen ihre Räume weg, schließlich fiel der Basar wegen Corona aus. Jetzt kommt die gute Nachricht aus Überruhr: Der 28. Bücherbasar findet statt.

Erleichtert und heilfroh blickt Ellen Menne auf den 25. und 26. September, an den beiden Tagen plant sie im Bürgertreff Ruhrhalbinsel ihren großen Bücherbasar. Dabei bedeutet dieser bis dahin für die 72-Jährige vor allem eines: viel Zeit und Arbeit, großen Organisationsaufwand und schweres Schleppen. Das alles macht sie aus genau einem Grund: Sie möchte helfen. Und sie packt bereits seit Jahrzehnten immer dort an, wo gerade Bedarf ist: Ob bei der Bürgerschaft in Überruhr, in ihrer Kirchengemeinde, am Marktstand des Eine-Welt-Ladens in Kupferdreh oder im Klön-Café.

Unermüdlicher Einsatz der Essenerin nicht nur beim Bücherbasar

In den 1980ern galt ihre Fürsorge den Familien, die aus dem damaligen Jugoslawien kamen. Da sei mitunter selbst die Autos im Zimmer ihres Sohnes nicht sicher gewesen, als sie Möbel und Spielzeug für die Kinder gesucht habe, erzählte sie mal lächelnd. Um an Misereor für behinderte Kinder spenden zu können, gestaltete sie bereits mehrere Rezeptbücher. Für ihren unermüdlichen Einsatz erhielt die gelernte Großhandelskauffrau und gebürtige Krayerin, die seit mehr als 40 Jahren in Überruhr-Hinsel lebt, bereits die Josef-Götte-Medaille von der Kupferdreher Bürgerschaft.

Den Bücherbasar rief sie vor 28 Jahren ins Leben und ebenso lange gehen sämtliche Einnahmen an den Holsterhauser Verein, die Elterninitiative krebskranker Kinder, die sich in Nähe des Uniklinikums befindet. In diesem Haus wohnen Eltern und Angehörige der Kinder, die wegen ihrer Krebserkrankung im Klinikum behandelt werden. Umso mehr schmerzte es Ellen Menne, als der Basar 2020 wegen Corona ausfallen musste. „Die Initiative hat in der Pandemiezeit so gut wie keine Spenden erhalten“, hat Ellen Menne erfahren. Sie packte die Bücher im Vorjahr mit weiteren Helfern dann kurzerhand in Kisten und bot diese ohne Basar zum Verkauf an, um trotzdem spenden zu können.

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Krimis, Romane, Reiseführer, Koch- und Kinderbücher beim Basar in Essen-Überruhr

Wie zuvor in den Jahren hatten sie da bereits zahllose Bücher bei Nachbarn, Verwandten und Arbeitskollegen gesammelt oder in großen Taschen erhalten und diese etwa im Keller des Gemeindezentrums von St. Mariä Heimsuchung erst in Kartons gestapelt, dann sortiert.

Zahllose Krimis, Romane, Reiseführer, Koch- und Kinderbücher lagen beim Basar immer auf den langen Tischreihen im Saal darüber. Dazu gab es stets Kaffee und Kuchen – bis die Ehrenamtlichen ihren Veranstaltungsort (dieser wird im Zuge des Pfarreientwicklungsprozesses aufgegeben) verloren haben und zunächst völlig offen gewesen ist, wie, wo und ob es weitergeht. Dann erschwerte Corona die Situation.

Der erste Basar in Essen-Überruhr brachte 150 DM, eine Bibel später mal 1000 Euro

Zu weiteren Geschichten rund um den Basar zählen die Einnahmen aus den Anfängen („Beim ersten Mal kamen 150 DM zusammen“) und der aus einem einzigen Buch: Für eine Alterbibel gab es 1000 Euro. Und nun auch die große Erleichterung bei Ellen Menne, da der Bücherbasar gerettet ist. Die Ehrenamtlichen haben mit Unterstützung der Überruhrer Bürgerschaft im Bürgertreff Ruhrhalbinsel nicht nur einen neuen Ort gefunden, sondern vom Wohnungsunternehmen Gewobau ein neues Bücherlager zur Verfügung gestellt bekommen.

Wer übrigens einen Büchertipp braucht, der ist bei Ellen Menne ebenfalls richtig. Sich und ihre Familie bezeichnet sie als Bücher-Junkies, liest gern Krimis von Elizabeth George, Donna Leon oder die Ostfriesen-Krimis von Klaus-Peter Wolf. Denn es gibt eine weitere Leidenschaft, wie auch das Autokennzeichen von Ellen Menne verrät: NOR steht für Norden, für Ostfriesland und die Nordsee.

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