DIN-Norm

Buchstabier-Alphabet: „E wie Emil“ heißt jetzt „E wie Essen“

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„E wie Essen“ heißt es künftig anstatt „E wie Emil“.

„E wie Essen“ heißt es künftig anstatt „E wie Emil“.

Foto: Alexandra Umbach / WAZ FotoPool

Essen.  Die neue Buchstabiertafel enthält nun sieben NRW-Städte. Jetzt heißt es beispielsweise „E wie Essen“ – „Emil“ hat ausgedient. Warum das so ist.

Ab sofort ist Essen Teil der neuen Buchstabiertafel – künftig heißt es nicht mehr „E wie Emil“, sondern „E wie Essen“. Auch sechs weitere NRW-Städte sind enthalten.

Nach intensiven Beratungen hat das Deutsche Institut für Normung (DIN) am Freitag in Berlin eine neue Buchstabiertafel veröffentlicht, die fast durchgehend auf Städtenamen zurückgreift. Buchstabiert wird nun also von „A wie Aachen“ über „G wie Goslar“ bis „Z wie Zwickau“. Aus NRW sind neben Essen und Aachen auch Düsseldorf, Essen, Köln, Unna, Wuppertal und Xanten vertreten.

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Im Vergleich zum Entwurf aus dem vergangenen Sommer fehlen in der neuen Buchstabiertafel zwei Städte aus Niedersachsen: Hannover und Oldenburg. Stattdessen heißt es nun „H wie Hamburg“ und „O wie Offenbach“. Goslar hingegen konnte noch das sächsische Görlitz aus der Buchstabiertafel verdrängen.

Neue Buchstabiertafel: Bislang wurden vor allem Vornamen benutzt

Bislang wurden zum Buchstabieren vor allem Vornamen benutzt, etwa C wie Cäsar oder E wie Emil. 16 Männernamen standen dabei sechs Frauennamen gegenüber. Darunter auch das X für den negativ besetzten Namen Xanthippe. Die ungleiche Namensverteilung entsprach aus Sicht des Instituts „nicht der heutigen Lebensrealität“. Gleichzeitig schien es auch nicht möglich, alle relevanten ethnischen und religiösen Gruppen zudem geschlechtergerecht ausgewogen darzustellen.

„Städtenamen sind sehr eingängig und, anders als Vornamen, nicht der Mode unterworfen“, heißt es beim DIN-Team. Junge Menschen etwa oder eine zunehmend migrantisch geprägte Gesellschaft können mit K wie Köln vielleicht eher etwas anfangen als mit dem bisherigen K wie Konrad.

Neue Buchstabiertafel: Anwendung ist freiwillig

Anstoß für die Neugestaltung war auch ein Hinweis des baden-württembergischen Antisemitismusbeauftragten Michael Blume. In der Zeit des Nationalsozialismus waren alle jüdischen Namen in der Tafel ersetzt worden. So wurde aus „N wie Nathan“ damals „N wie Nordpol“. In der neuen DIN 5009 für „Ansagen und Diktieren von Texten und Schriftzeichen“ heißt es jetzt „N wie Nürnberg“.

Die Anwendung von Norm und Buchstabiertafel sei freiwillig, hieß es in einer DIN-Mitteilung. Gedacht ist die Tafel vor allem für Wirtschaft und Verwaltung. (dpa)

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