„Bach in the Subways“

Bratschen-Quartett spielt Bach-Konzert in der Essener U-Bahn

Ungewöhnlicher Konzertort: Am kommenden Montag spielt das Sesam Bratschen Quartett in Essen im illuminierten Durchgang zwischen Bahnhof und Willy-Brandt-Platz

Foto: Lars Heidrich

Ungewöhnlicher Konzertort: Am kommenden Montag spielt das Sesam Bratschen Quartett in Essen im illuminierten Durchgang zwischen Bahnhof und Willy-Brandt-Platz Foto: Lars Heidrich

Essen.  Das Sesam Bratschen Quartett spielt im Bahnhofsdurchgang Werke von Bach. Das Konzert ist Teil der Klassik-Aktion „Bach in the Subways“.

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„Kein Geld bitte. Hört nur zu und nehmt eine Postkarte mit!“ Dieser eher ungewöhnliche Aufruf wird auf dem Schild stehen, dass das Sesam Bratschen Quartett am kommenden Montag, 20. März, zu seinem Konzert aufstellt. Aber nicht nur der Hinweis ist ungewöhnlich, auch der Ort: Im U-Bahn Durchgang vom Hauptbahnhof zur Innenstadt werden von 12 bis 14 Uhr ausschließlich Werke von Johann Sebastian Bach gespielt.

„Bach in the Subways“ – jetzt auch in Essen

„Bach in the Subways“ übersetzt „Bach in der U-Bahn“ lautet das Motto des zweistündigen Konzertes der vier Musiker der Essener und Dortmunder Philharmonie.

Gleichzeitig ist es die Überschrift einer weltweiten Bewegung, die der amerikanische Cellist Dale Henderson 2010 in der New Yorker Metro ins Leben gerufen hat, um den Zuhörern klassische Musik wieder nahe zu bringen – und zwar ohne dass Geld dabei eine Rolle spielt. Stattdessen legte er dem Publikum auf kostenlosen Postkarten seine Absicht dar, mit der Aufführung den Grundstein für künftige Generationen von Klassik-Liebhabern zu legen.

Regelmäßig spielt er seitdem zum Geburtstag des großen Komponisten Bachs Cellosuiten und lud weitere Musiker zum Mitmachen ein. Was zur Folge hatte, dass sich „Bach in the Subways“ innerhalb kürzester Zeit wie ein Feuer um die ganze Welt verbreitete.

Sesam Bratschen Quartett Teil einer weltweiten Bewegung

So spielten an Bachs 330. Geburtstag im Jahr 2015 bereits tausende Musiker in 150 Städten und 40 Ländern. Und so wurde auch das Sesam Bratschen Quartett auf die Aktion aufmerksam und war sofort davon überzeugt, die Bewegung nach Essen zu bringen. „Bislang war die Stadt noch ein weißer Fleck auf der Landkarte“, so Bratschist Niklas Schwarz.

Um für den perfekten Hörgenuss zu sorgen, probt das Ensemble gerade intensive für das Geburtstagskonzert am kommenden Montag. Unterstützt werden sie dabei von Rupert Schnitzler (Klavier) und Jojo Schwarz (drums). „Wir spielen Ciaconna, Air, 6. Brandenburgisches Konzert, Suiten für Solo Viola und noch mehr“, verrät Schwarz, der wie seine Ensemblemitglieder stolz darauf ist, Teil einer weltumspannenden Bewegung zu sein.

Ein Untergrund-Konzert als Einladung an die Zuhörer

Für ihr Untergrund-Konzert wünscht sich das Sesam Bratschen Quartett nicht nur viele Zuhörer. „Schön wäre es, wenn wir mit den Menschen auch ins Gespräch kommen würden.“

Denn im Grunde genommen ist „Bach in the Subways“ eine Einladung an die Musiker, mit ihren Hörern eine ungewöhnlich klare und offene Beziehung einzugehen. Und es ist eine Einladung an die Zuhörer – besonders an die Vielzahl derer, die sonst nie mit live gespielter klassischer Musik in Berührung kommen –, den Zauber einer Kunst zu entdecken, die sich abseits vom Mainstream befindet.

>> „BACH IN THE SUBWAYS“ – auch mit Laien

Hauptanliegen von „Bach in the Subways“ ist es, live gespielte Musikvon Bach weltweit vielen Menschen näherzubringen – besonders denen, die sie normalerweise nicht hören.

Um mitzumachen, muss man kein Profi-Musiker sein und auch nicht unbedingt in der U-Bahn spielen. Einzige Bedingung ist, dass Werke von Bach gespielt und dabei keine Spenden gesammelt werden.

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