Emscherumbau

Warum der Umbau des Sälzerbachs den Anwohnern Sorge macht

Jens-Uwe Drews (re.) informierte in Bochold über den Umbau des Bachs. Obwohl die gesamte Siedlung betroffen ist, kamen nur rund 30 Anwohner.

Foto: Uwe Möller

Jens-Uwe Drews (re.) informierte in Bochold über den Umbau des Bachs. Obwohl die gesamte Siedlung betroffen ist, kamen nur rund 30 Anwohner. Foto: Uwe Möller

Essen-Bochold.   Ab Januar wird in Bochold der Sälzerbach aus seiner Betonsohle geholt. Doch die Arbeiten direkt neben der Siedlung belasten die Anwohner.

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„Wir sind heilfroh, dass die Köttelbecke wegkommt. Aber Sie müssen mit uns reden!“ Friedhelm Ausschrat, ebenso temperamentvoller wie wortgewaltiger 79-jähriger Senior aus der Siedlung am Jahnplatz in Bochold, nimmt die Emschergenossenschaft in die Pflicht. Wenn der Sälzerbach vom nächsten Monat an naturnah umgebaut wird, möchten die Anwohner intensiv informiert werden. Denn auf sie kommen große Belastungen zu, z. B. durch Schwerlastverkehr. Das wurde jetzt auf einem Informationsabend im Vereinsheim der Ballfreunde Bergeborbeck an der Hagenbecker Bahn deutlich.

Diplom-Ingenieur Jens-Uwe Drews von der Emschergenossenschaft leitet den Umbau des nur 500 Meter langen Gewässers. Wie an allen Zuläufen zur Emscher wird auch hier das saubere Niederschlagswasser vom schmutzigen Abwasser getrennt. Bis Mitte 2020 wird diese Baustelle die Geduld der Anwohner auf die Probe stellen, dessen ist man sich bei der Emschergenossenschaft durchaus bewusst.

Das beginnt schon mit der Suche nach Bomben und Granaten aus dem letzten Krieg. Der Name des Bachs erinnert an die Zeche Sälzer, die hier unmittelbar am Krupp-Werk stand und daher natürlich vom Bombenhagel besonders betroffen war. Einmal bereits mussten die Anwohner kurzfristig ihre Wohnungen verlassen, bis die Kampfmittelräumer Entwarnung geben konnten. Alle 1,50 m werden jetzt weitere Bohrungen am Bachlauf auf der Suche nach gefährlichen Kriegsresten niedergelassen, zusammengenommen insgesamt 17 Kilometer. „Da bleibt vom Jahnplatz nichts über?!“, stöhnte eine Anwohnerin. Strauch- und Baumbewuchs werden auf der Trasse beseitigt, später aber wieder nachgepflanzt.

Sorgen bereitet der Schwerlastverkehr, der durch die Münzstraße sowie den Milendonkweg rollen wird. Beide Fahrwege sind sehr schmal, so dass die Straßen wahrscheinlich zeitweilig gesperrt werden müssen. Die Baufirma werde gemeinsam mit dem Ordnungsamt ein Verkehrskonzept erstellen, erklärte Jens-Uwe Drews – und konnte damit die etwa 30 erschienenen Anwohner nicht beruhigen. Sie bestehen nicht nur auf rechtzeitige Informationen, sondern wollen auch gehört werden, bevor die Brummis anrollen. Außerdem machten sie den Projektleiter darauf aufmerksam, dass auf dem Fußballplatz samstags gespielt werde. Sportler könnten sich in die Quere kommen mit den Arbeitern, die hier montags bis samstags von 7 bis 20 Uhr im Einsatz sein sollen.

Eine Kröte müssen auch die jungen Ballfreunde schlucken: Der Bolzplatz an der Hagenbecker Bahn wird ihnen rund zwei Jahre nicht zur Verfügung stehen. Im Januar beginnen die Hauptarbeiten am Sälzerbach, Mitte 2020 sollen sie beendet sein. Dann startet die ökologische Verbesserung.

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