Mehrgenerationenhaus e.V.

Verein wird die drei Stockwerke der Lutherkirche nutzen

Arndt Sauer, Claus-Werner Genge, Frank Skrube, Ernst Gulich und Jasmin Janßen (von links)  stellten die Pläne für den Umbau der Lutherkirche vor.

Arndt Sauer, Claus-Werner Genge, Frank Skrube, Ernst Gulich und Jasmin Janßen (von links) stellten die Pläne für den Umbau der Lutherkirche vor.

Foto: Alexandra Roth

Frohnhausen.   Seit 2009 wird die Lutherkirche nicht mehr als Gotteshaus genutzt. Nach einem Umbau soll sie eine Kita und Senioren-/Jugendwohnungen beherbergen.

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Eine Kita in einer entwidmeten Kirche ist schon allein nicht alltäglich. Noch ungewöhnlicher ist, wenn sich neben jener Kita noch Wohnungen für Senioren und Jugendliche unter dem Dach des früheren Gotteshauses befinden. Und das auf drei Ebenen. Das Alles soll Anfang bis Mitte 2020 in Frohnhausen direkt neben dem blau-rot-gelb-grün gestrichenen Mehrgenerationenhaus Wirklichkeit werden.

Wohnbau eG investiert etwa 3,5 Millionen Euro

Es ist ein gemeinsames Projekt des Mehrgenerationenhausvereins und der Wohnbau eG. Der Verein verkauft das Grundstück an die Wohnbau, mietet später die umgebaute Kirche und betreibt die Kita und die Wohnungen. Die Wohnbau investiert etwa 2,6 Mio Euro in den Umbau. Zusammen mit dem Kaufpreis für das 2100 m² Grundstück rechnet Wohnbau-Vorstandsmitglied Jasmin Janßen mit etwa 3,5 Mio Euro. Verein und Wohnungsgenossenschaft arbeiten nicht zum ersten Mal zusammen. „Die Wohnbau eG hat drei Mieterbüros, die vom Verein betrieben werden“, sagt Wohnbau-Geschäftsführer Frank Skrube.

Das „Projekt Lutherkirche“ hat natürlich eine völlig andere Dimension. Seit dem 1. Januar 2017 betreibt der Verein das Mehrgenerationenhaus mit der farblich markanten Fassade. Und es läuft gut, so Arndt Sauer. Integrationskurse und das Café sind zum Beispiel gut besucht. Die Wohnungen waren alle schnell vermietet. Eine Erweiterung der Räumlichkeiten und des Angebots durch den Umbau der Lutherkirche kommt ihm da natürlich recht. „Ein Projekt dieser Größe hätten wir aber selbst nicht stemmen können“, sagt Arndt Sauer.

Wohnen ist nur ein Aspekt

Claus-Werner Genge hat eine doppelte Beziehung zu dem Projekt. Er ist gebürtiger Frohnhauser und Wohnbau-Vorstand, als der er allein in diesem Stadtteil für 2200 Wohnungen verantwortlich ist: „Für mich ist die geplante Nutzung eine charmante Idee.“ Wohnen sei dabei allerdings nur ein Aspekt. „Die Möglichkeiten in der umgebauten Kirche kommen nicht nur denen zugute, die dort wohnen werden, sondern auch der Umgebung“, betont Genge.

Zukünftig wird es 100 Kita-Plätze mehr geben

Ein Vorteil lässt sich schon heute in Zahlen verdeutlichen. Die Kita Stadtpiraten im Mehrgenerationenhaus hat Platz für 70 Kinder. Wenn die neue Kita in der Kirche öffnet, werden insgesamt 170 Plätze zur Verfügung stehen, so Arndt Sauer. Er betrachtet das Mehrgenerationenhaus, die Kirche und das nahe gelegene Friedrichsbad als ein außergewöhnliches Ensemble.

Die entwidmete Kirche wurde zuletzt von einer Seniorengruppe als Treffpunkt genutzt. Zudem feierte die etwa 600-köpfige schwarzafrikanische Gemeinde dort ihre Gottesdienst. Die Senioren ziehen ins Mehrgenerationenhaus um. „Für eine Lösung für die schwarzafrikanische Gemeinde stehen wir mit umliegenden Gemeinden in Kontakt“, sagt Ernst Gulich vom Vereinsvorstand.

Baugenehmigung ist noch nicht erteilt

Das Kirchengebäude wird bestehen bleiben. Die entscheidenden Änderungen erfolgen im Inneren. Die Statik erfordert Maßnahmen, da drei Geschosse getragen werden müssen. Das Kirchenmobiliar wird weitgehend ausgebaut. Der Altarraum soll zu einem Indoor-Spielplatz umgebaut werden. Die Form der Kirchenfenster soll erhalten bleiben, das dunkle Bleiglas kommt raus. Für das Fensterglas hinter dem Altarraum – jedes für sich ein Kapitel einer Geschichte – hat Arndt Sauer schon eine Verwendung im Hinterkopf: „Sie würden sich gut im großen Saal des Mehrgenerationenhauses machen.“

Die Pläne liegen auf dem Tisch. Als Baubeginn wird das dritte Quartal 2018 angepeilt. „Der Umbau wird zwischen 15 und 19 Monate dauern“, so Jasmin Janßen. Zurzeit fehlt aber noch die Baugenehmigung. Verein und Genossenschaft hoffen fast täglich darauf.

>>> Letzter Gottesdienst am 6. September 2009

Die Kirchweihe für die erste Lutherkirche, für die Alfred Krupp den Bauplatz sowie 15 000 Mark zur Verfügung stellte, fand im Dezember 1882 statt. Am 3. April 1943 brannte die Kirche nach Bombenangriffen komplett aus. Die „neue“ Lutherkirche wurde am 30. September 1962 eingeweiht. Am 6. September 2009 fand der letzte Gottesdienst statt.

Kontakt Mehrgenerationenhaus: info@mgh-essen.org oder 95 99 42 10.

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