DRK-Familie in Borbeck

Vater, Mutter und Tochter engagieren sich für das Rote Kreuz

Die Rot-Kreuz-Familie aus Borbeck, v.l. Elke Zbiera, Jürgen Arenbeck und Yara.

Die Rot-Kreuz-Familie aus Borbeck, v.l. Elke Zbiera, Jürgen Arenbeck und Yara.

Foto: Socrates Tassos

Borbeck.   Elke Zbiera, ihr Mann Jürgen Arenbeck und die gemeinsame Tochter Yara verbindet ein Ehrenamt: Sie sind die Familie Rotkreuz aus Borbeck.

Auf dem Tisch im Bereitschaftszentrum Borbeck thronen vier riesige Kaffeekannen – dazwischen eine Schale mit Äpfeln. Rundherum stehen Pappkisten mit Lebensmitteln – vorwiegend Konserven. Alles für die Obdachlosen, die im Zelt auf dem Hof übernachten. „Im Moment werden wir mit Sachspenden überschüttet“, sagt Elke Zbiera (52). Jürgen Arenbeck (62) nickt seiner Frau zustimmend zu. Sie ist seit 25 Jahren beim DRK, er sogar schon 35 Jahre. Man muss nicht erwähnen, dass sich beide beim DRK kennenlernten. Das Leben der Familie dreht sich um das Deutsche Rote Kreuz.

„Mich hat mein damaliger Freund angesprochen, ob ich nicht mal zum DRK mitkommen wolle“, erinnert sich die 52-Jährige. Das ist damals noch in Stadtmitte. Nach drei Jahren verkracht die gelernte Industriekauffrau sich mit ihrem Chef dort und geht nach Borbeck.

Jugendarbeit zu neuem Leben erweckt

Bei soviel Rot-Kreuz ist für Tochter Yara der Weg vorgezeichnet. „Von wegen – wir haben sie zu nichts gedrängt“, stellt Mutter Elke sofort klar. „Der Spaß am Helfen“, antwortet die 13-Jährige auf die Frage, warum sie beim DRK mitmache. Offiziell darf man mit sechs Jahren beginnen, Yara war schon früher mit Mama dabei. „Kenntnisse muss man nicht mitbringen“, sagt Elke Zbiera, der es Spaß macht, neue Mitglieder auszubilden.


Im September 2017 liegt die Jugendarbeit in Borbeck brach. Nur noch drei Kinder sind übrig. Mutter und Tochter rühren die Werbetrommel. „Ein halbes Jahr später sind es 30 Kinder“, erzählt Elke Zbiera mit Stolz. Sind kleine Kinder nicht überfordert? „Die Ausbildung wird dem Alter angepasst, in die stabile Seitenlage kann aber schon ein sechsjähriges Kind einen Erwachsenen bringen.“

„Für ein kleines Judo-Turnier reicht eventuell ein Erste-Hilfe-Kurs“

Die Ansprüche an die DRK-Freiwilligen können bei Einsätzen sehr unterschiedlich sein. „Für ein kleines Judo-Turnier reicht eventuell ein Erste-Hilfe-Kurs, bei einem großen Konzert ist mehr Können und Wissen gefragt“, erklärt Elke Zbiera. Noch mehr im Katastrophenfall – das verstehe sich ja von selbst.

Schöne und schmerzende Momente

An ihre Jahrzehnte beim Roten Kreuz haben Elke Zbiera und Jürgen Arenbeck überwiegend schöne Erinnerungen. Doch es gibt auch schmerzende Momente, deren Bilder sich eingeprägt haben. „Bei der Katastrophe auf der Loveparade hatten wir Glück. Fünf Minuten vorher waren wir mit unserem Verpflegungswagen in dem Tunnel. Als wir von der Katastrophe erfuhren, sind wir wieder zurück und haben geholfen“, erzählt Elke Zbiera. Der schlimmste Moment ihres Mannes ist eine Erste-Hilfe-Maßnahme im Fußballstadion. Jürgen Arenbeck, hauptberuflich Zahntechniker, versucht den älteren Mann zu reanimieren, kann ihn aber nicht retten.

650 Dienststunden im vergangenen Jahr

Die Freude am Helfen haben sie dadurch nicht verloren. Im vergangenen Jahr kam Elke Zbiera auf 650 Dienststunden im Dienste des Roten Kreuzes. Spender müssen trotz der Menge an Sachen, die zurzeit gebracht werden, keine Angst haben, dass ihre gute Tat verpufft. „Wenn wir hier nichts mehr lagern können, geben wir die Sachen an Organisationen weiter, die sich um Bedürftige kümmern“, betont Elke Zbiera. An „Essen packt an“ zum Beispiel. Oder die S.A.T.-Tiertafel.

Die Tiertafel? Jüngst stand in Borbeck ein Mann vor der Tür und spendete 30 Kilogramm Hundefutter für die Vierbeiner der Obdachlosen.

>>> Jugendrotkreuz hat 140.000 Mitglieder

Ab sechs Jahren darf man offiziell beim Jugendrotkreuz (JRK) mitmachen. Es ist der eigenständige Jugendverband des Deutschen Roten Kreuzes (DRK). 140.000 Mitg lieder engagieren sich bundesweit – so heißt es auf der Internetseite – für Gesundheit, Umwelt, Frieden und internationale Verständigung.

Bis 27 Jahre kann man beim Jugendrotkreuz mitmachen. Die Grundsätze heißen: Menschlichkeit, Unparteilichkeit, Neutralität, Unabhängigkeit, Freiwilligkeit, Einheit und Universalität.

Kontaktadresse des DRK in Borbeck: Elke Zbiera, 0170-3747644.

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