Gesamtschule Bockmühle

Unmut wächst über Gesamtschul-Planung in Essen-Altendorf

Dass die Gesamtschule Bockmühle neu gebaut werden muss, ist unbestritten. Jetzt gibt es eine Machbarkeitsstudie, die aber noch nicht veröffentlicht wurde.

Dass die Gesamtschule Bockmühle neu gebaut werden muss, ist unbestritten. Jetzt gibt es eine Machbarkeitsstudie, die aber noch nicht veröffentlicht wurde.

Foto: Kerstin Kokoska / FUNKE Foto Services

Essen-Altendorf.  Wie geht es mit der Gesamtschule Bockmühle in Essen-Altendorf weiter? Im Stadtteil regt sich inzwischen großer Unmut über das Verhalten der Stadt.

Von der Idee eines Schuldorfs mitten im Stadtteil anstelle einer klotzigen Gesamtschule Bockmühle muss sich der Bürgerverein von Essen-Altendorf inzwischen verabschieden. Die Stadt zieht wohl einen kompletten Neubau vor. Als Beispiel hatte eine neue Hauptschule in Moers gedient, deren Gebäude über einen Campus verteilt sind. „Doch ein Schuldorf werden wir leider nicht erreichen“, hat Doris Eisenmenger, Vorsitzende des Bürgervereins, seit der Vorstellung dieser Idee vor zwei Jahren einsehen müssen.

Nur gutes Bildungsangebot kann junge Familien an Essen-Altendorf binden

Doch jetzt müsse dringend etwas in Sachen Gesamtschul-Neubau geschehen. Das wurde beim fünften Treffen eines Arbeitskreises deutlich, zu dem der Bürgerverein neben Ratsmitgliedern auch Andre Debald, Leiter des Zentralen Personalwesens von Noweda, Juan-Carlos Pulido von der Wohnungsgenossenschaft Essen-Nord und Schulleiterin Julia Gajewski eingeladen hatte.

So kritisierte Juan-Carlos Pulido, Vorstandsvorsitzender von Essen-Nord, „das totale Informations- und Koordinationschaos. Keines der zuständigen Ämter oder Gremien fühlt sich in einer Art Gesamtverantwortung, einer weiß vom anderen nichts. Es ist nicht nachvollziehbar, bei Projekten dieser Größenordnung, keinen verantwortlichen Projektleiter zu etablieren, der zeitlich und finanziell das Projekt steuert.“ Zu einem bevorzugten Wohnquartier gehöre ein gutes Bildungsangebot: „Nur so können junge Familien dauerhaft gebunden werden, beziehungsweise bewogen werden, sich überhaupt für Altendorf zu entscheiden.“ Schon jetzt sei zu beobachten, dass Familien mit Schülern, die einen höheren Bildungsanspruch haben, sich weg orientierten.

Qualifizierte Mitarbeiter sollen im Umfeld gefunden werden

Ähnlich sieht es Andre Debald (Noweda). Sein Unternehmen wolle den Bedarf an qualifizierten Mitarbeiten aus der Umgebung decken. Doch das sei „aufgrund der Gegebenheiten sehr schwierig“.

In deutlichen Worten kritisierte Schulleiterin Julia Gajewski, dass es „keinerlei Diskussion und Meinungsaustausch mit Entscheidungsträgern“ gäbe, weder über strukturelle, schulische oder Altendorfer Themen. Dazu käme die Gefahr für die Oberstufe, weil der verbleibende Bestand an Schülern für den „abituriellen Weg nicht fähig genug“ sei. Die Folge: „Qualifizierte Schüler springen von Altendorf weg“.

Sportangebot dürfe nicht verringert werden

Trotz der Reduzierung auf sechs Züge müsse der Schulraum vergrößert werden, weil sich die Zahl der Kinder mit Inklusionsbedarf – derzeit 170 – vergrößere, so die Schulleiterin. Stattdessen kämen „teilweise kuriose Vorschläge“, etwa die Sportmöglichkeiten zu verringern: „Das ist ein Schlag in das Gesicht der ansässigen Sportvereine.“

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