Sport gegen Krebs

TB Altendorf beteiligt sich an „Bewegung gegen Krebs“

Der TB Altendorf beteiligt sich an dem Projekt „Bewegung gegen Krebs“.

Der TB Altendorf beteiligt sich an dem Projekt „Bewegung gegen Krebs“.

Foto: Socrates Tassos

Essen-Altendorf.   Sport hilft gegen Krebs, und zwar nicht nur in der Nachsorge. Das zeigt das bundesweite Projekt „Bewegung gegen Krebs“. TB Altendorf macht mit.

„Bauch, Beine, Po“ nennt sich der Kurs, zu dem etwa 20 Frauen zwischen 40 und 80 Jahren, aber auch ein Mann in die Sporthalle an der Dechenstraße 25 gekommen sind. Doch diesmal steht nicht der Kampf gegen Problemzonen im Fokus, sondern das Thema „Krebs“. „Wir möchten als Verein über den gesundheitlichen Nutzen regelmäßiger Bewegung informieren“, sagt Geschäftsführerin Silvia Herzog zur Begrüßung. Zum Aktionsabend trägt sie ein weißes Shirt mit blauem Schriftzug „Bewegung gegen Krebs“.

Aktionsbox der Deutschen Krebshilfe

In der Umkleide hat sie solche Hemden an einige Frauen verteilt. Weiteres Material aus der Aktionsbox der Deutschen Krebshilfe liegt zum Mitnehmen auf der Turnbank an der langen Wand aus: Broschüren und Flyer, aber auch Give-aways wie Aufnäher und andere Kleinigkeiten. „Ist das eine Duschhaube?“, fragt eine Teilnehmerin. Sie hält ein blaues, dreieckiges Kunstledergebilde mit Gummibund in den Händen und zieht es auseinander. „Nein, das schützt den Fahrradsattel vor Regen“, weiß Oberturnwartin Marianne Kammler (74). Alle lachen.

90 Minuten Bewegung für den ganzen Körper

90 Minuten Bewegung für den ganzen Körper stehen auf dem Plan. Trainerin Beate drückt auf „Play“, Pop-Musik schallt aus dem Ghettoblaster. Die Übungsleiterin legt vorn gleich richtig los, in langen Reihen trainieren die Frauen ihr gegenüber. Auch „Quoten-Mann“ Jürgen Ziems, der in der Stunde vorher mit den Kindern Akrobatik und Balance geübt hat, gibt sein Bestes. Armrecken zum Aufwärmen, links und rechts, abwechselnd in die Luft. Beate zählt vor: „4, 3, 2, … “. Dann eine Pause und das Kommando „Füße auf: side to side“ Den Aerobic-Grundschritt kennen hier alle und schwingen somit eifrig von einem Bein aufs andere, inklusive Gewichtsverlagerung.

„An uns verdienen die Ärzte wenig“

Dass sie 83 Jahre alt ist, mag man Hannelore Winterhoff kaum glauben. „Seit 50 Jahren bin ich hier im Verein“, erzählt die Pressewartin. Regelmäßig treibt sie Sport und ist dabei kerngesund. Nein, Krebs hatte sie zum Glück noch nicht. „An uns verdienen die Ärzte wenig“, pflichtet Turnschwester Marianne bei. Sie ist 74 und schwungvoll-fit wie viele nicht mit 50. Ein Leben ohne Sport kann sie sich nicht vorstellen. Ehemann Dieter geht auf die 75 zu und spielt noch Prellball beim Turnerbund. Marianne bevorzugt Volleyball im Team. Den Kurs in „Aerobic, Bauch-Beine-Po, Pilates und Rücken fit“ macht die Heisingerin eher nebenher. „Danach bin einmal richtig durchbewegt“, sagt sie. Ansonsten fährt sie mit Inlinern um den Baldeneysee oder umrundet das Gewässer mit dem Fahrrad. Im Winter Ski und Langlauf. „Die ganze Familie ist sportlich.“ Die beiden Söhne haben das Fach sogar studiert.

Gesundheitspartner in der Nachbarschaft

Bei aller Fitness wollen die Altendorfer Turnerinnen niemanden abschrecken. Auch hier gilt: Übung macht den Meister. Oder wenig ist besser als nichts. Badminton, Gymnastik und Konditionstraining sind bei Alt und Jung beliebt und auch nach dem Sport sei es schön in ihrem Verein. „Wir unternehmen viel“, sagt Vorsitzender Wolfgang Schroth. Man sehe sich eben auch als „Gesundheitspartner“ mit zielgruppengerechten Sportangeboten in der Nachbarschaft.

Deutsche Krebshilfe zeichnet Vereine aus

Die Altendorfer wollen mehr Essener für Sport begeistern. Über die Kampagne „Bewegung gegen Krebs“ hofft man zudem, neue Mitglieder zu gewinnen. Oder gar einen der begehrten Preise: Denn sechs Vereine jährlich zeichnet die Deutsche Krebshilfe für die Teilnahme an dem 2014 gestarteten Programm aus. 400 Vereine aus ganz Deutschland haben in originellen Events die gute Botschaft beworben und ihre Aktivitäten dokumentiert. Sponsoren stiften Geld- und Sachspenden. Doch der wohl größte Gewinn bleibt die Gesundheit: Vor allem Brust- und Darmkrebs soll regelmäßiges Ausdauertraining verhindern helfen. Bei weiteren Krebsarten wird ein Zusammenhang vermutet.

OLYMPISCHER SPORTBUND UND KREBSHILFE

  • Mit dem Olympischen Sportbund, der Sporthochschule Köln und dem Behindertensportverband macht die Deutsche Krebshilfe auf die Bedeutung von „Sport und Bewegung“ in der Vorbeugung und Nachsorge aufmerksam. 14 Prozent der Krebsfälle bei Männern und 16 Prozent bei Frauen könnten nach Meinung der Experten durch Sport vermieden werden. Mehr im Internet unter www.bewegung-gegen-krebs.de. Vereine können sich dort auch zur Kampagne anmelden.
  • Der Turnerbund Altendorf zählt derzeit rund 280 Mitglieder – die meisten im Breitensport. Info: www.tb-essen-altendorf.de

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