Urban Gardening

Stadt stellt sich Kritikern des Gemeinschaftsgartens

Die Stadt möchte hier einen Gemeinschaftsgarten anlegen, Anwohner sind dagegen. Am Freitag wurde an Ort und Stelle diskutiert.Foto:Kerstin Kokoska

Die Stadt möchte hier einen Gemeinschaftsgarten anlegen, Anwohner sind dagegen. Am Freitag wurde an Ort und Stelle diskutiert.Foto:Kerstin Kokoska

Essen-Gerschede.   Einige Gerscheder lehnen einen Gemeinschaftsgarten am Düppenberg ab. Jetzt diskutierte ein Vertreter der Stadt mit ihnen. Es ging hoch her.

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15 Gemeinschaftsgärten werden derzeit in Essen bewirtschaftet oder sind in der Planung. Bisher hat aber noch keiner ein solch heftiges Pro und Contra ausgelöst wie der geplante Garten auf „Beckermanns Wiese“ in Gerschede. Wie berichtet, hatten sich Anwohner zuvor schon gegen den Garten ausgesprochen. Über 30 Gegner und Befürworter trafen sich nun am Freitagabend an der Nordlandaue/Ecke Düppenberg, um sich über das Vorhaben näher informieren zu lassen.

Diese Aufgabe übernahm mit Johannes Oppenberg ein ehemaliger Abteilungsleiter von Grün und Gruga.Vor kurzem erst in Ruhestand gegangen, kümmert sich der Garten- und Landschaftsarchitekt ehrenamtlich um die Gärtenidee.

„Es muss eine Menge Aufklärungsarbeit geleistet werden“

„Der Termin am vergangenen Freitag war wichtig. Es muss eine Menge Aufklärungsarbeit geleistet werden. Ich war verwundert über den Gegenwind“, sagte er nach dem etwa einstündigen Treffen.

Bisher hat er vier Bürger gefunden, die sich für gemeinsames Gärtnern interessieren. Darunter sei eine Familie mit zwei jugendlichen Töchtern, was ihn besonders freue. Denn diese Altersgruppe für das Säen und Zupfen zu begeistern, sei nicht so einfach. Aber es sollten noch mehr als nur vier Hobbygärtner werden: „Sechs bis acht brauchen wir, um die Betreuung des Gartens übers ganze Jahr sicherzustellen.“

Ein Knackpunkt ist die Beschaffung von Wasser

Am Anfang solle der Garten 100 m2 groß sein. Später könnte es das Dreifache werden. Johannes Oppenberg empfiehlt, ihn am Rande des Grundstücks anzulegen: „Als sinnvolle Ergänzung und damit die schöne Wiese erhalten bleibt.“

Offen sei noch die Frage, ob Beete oder Hochbeete genutzt werden. „Hochbeete haben den Vorteil“, so Johannes Oppenberg, „dass in Handhöhe gegärtnert wird und der Salat geschützt ist, zum Beispiel vor Hunden oder Kaninchen.“ Und: „Es sind keine Einbauten erlaubt, also weder Gewächshäuser oder Toiletten noch ein Schrebergartenhaus.“

Vermüllung war bisher noch kein Problem, sagt die Stadt

„Eine der spannendsten Fragen“, so der Landschaftsarchitekt, sei das Thema „Wasser“. Weil keine Leitung gebaut werden darf, böten sich drei andere Lösungen an: Das Wasser wird bei den Nachbarn geholt, oder man füllt seine Kanister an einem Hydranten voll, oder Regenwasser wird mit Hilfe eines Sonnensegels aufgefangen und zum Gießen genutzt.

Die Vermüllung der Gärten war beim Start der Aktion vor vier Jahren eine der Hauptsorgen, doch habe die soziale Kontrolle durch das Wohnumfeld bisher Vandalismus verhindert.

Letztlich entscheidet die Bezirksvertretung in öffentlicher Sitzung

Ob der Garten letztlich auf der Wiese eingerichtet wird, entscheidet die Bezirksvertretung in öffentlicher Sitzung. Zuvor muss noch die Untere Landschaftsbehörde ihre Genehmigung erteilten, da die Wiese in einem Schutzgebiet liegt.

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