Renaturierung

Sälzerbach-Baustelle: Tunnelbohrungen stehen bevor

13.11.2018, Essen, Sälzerbach, Einheben der Tunnelbohrmaschine in den Schacht 3 - Andreas Heinicke, Polier Epping Unterschriebene Einverständniserklärung liegt vor

13.11.2018, Essen, Sälzerbach, Einheben der Tunnelbohrmaschine in den Schacht 3 - Andreas Heinicke, Polier Epping Unterschriebene Einverständniserklärung liegt vor

Foto: Rupert Oberhäuser

Essen-Altendorf.   Renaturierung durch die Emschergenossenschaft geht in die nächste Phase. Stahlkoloss soll unterirdische Verrohrung der Köttelbecke voran bringen.

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Die Baustelle am Jahnplatz macht Fortschritte. Zwar ist der Sälzerbach in dem Milliarden schweren Generationenprojekt „Emscher-Umbau“ der Emschergenossenschaft ein kleiner Fisch, doch auch dieses lediglich 500 Meter kurze Gewässer will natürlich naturnah umgestaltet werden, um einmal eine ökologische Rolle zu spielen.

Kaum sichtbar fließt die Kloake derzeit noch zwischen dem Niederfeldsee und einigen Kleingärten oberirdisch in den Borbecker Mühlenbach, der wiederum in der Berne ankommt, die ihrerseits in die Emscher mündet. Aber auch „Kleinvieh macht Mist“: Von daher ist auch das Projekt Sälzerbach-Umbau eines, das mit höchster Sorgfalt durchgeführt wird, die Emschergenossenschaft rund 16,1 Millionen Euro kostet und bis Mitte 2020 dauern soll.

Erstes Etappenziel: Weihnachten

Aber die Fortschritte sind unübersehbar, seit die umfangreiche Sondierung des Geländes abgeschlossen und die Vorbereitung der Baustelle Anfang des Jahres begonnen wurde. Die ersten Baugruben wurden längst ausgehoben, mehrere der insgesamt notwendigen 18 Schächte zwischen Jahnplatz und Borbecker Mühlenbach bereits angelegt.

Vor einer Zeit wurde ein großer Seilbagger angeliefert, mit dem die Stahlbetonrohre (Innendurchmesser 3,20 Meter) in die Vortriebsbaugrube gehoben werden können. Und in der Nacht von Montag auf Dienstag nun lieferten mehrere Schwertransporter die mächtigen Teile der noch weitaus mächtigeren Vortriebsmaschine und der für den Antrieb notwendigen Hy­draulikstempel an.

Richtig schweres Gerät, mit dem Polier Andreas Heinicke und seine Kollegen von der ausführenden Firma Epping Rohrvortrieb GmbH aus Bocholt nun in den kommenden Wochen und Monaten genau die Tunnel durch den Untergrund bohren wollen, die es braucht, um die Rohre zu verlegen.

Der Zeitplan steht, bis Weihnachten etwa will man nun die ersten 118 Meter bis zum ersten Zwischenziel verrohrt haben, stellt Martin Saurbier in Aussicht, Bauoberleiter von der örtlichen Bauüberwachung der Arbeitsgemeinschaft Berne.

Viele Anwohner sind zufrieden

Ein realistische Einschätzung, geht man doch davon aus, dass pro Tag unterirdisch etwa acht Meter zurückgelegt werden können. Es sei denn, man stößt auf unerwartete Widerstände im Erdreich.

Bis aber irgendwann einmal alles fertig ist, der Sälzerbach unter der Erde und oberirdisch vielleicht auch ein Bachbett mit klarem Wasser fließt, wird noch weit mehr als ein Jahr vergehen. Im Sommer 2020, davon gehen die Experten heute aus, ist die Kloake Sälzerbach Geschichte, die vor allem an heißen Tagen buchstäblich zum Himmel stinkt. Viele der Anwohner sehen’s mit Freude – und nehmen daher auch die aktuellen Unannehmlichkeiten in Kauf, die Baustellen und Schwerlastverkehr nun einmal mit sich bringen.

>>SYNERGIEEFFEKTE

DasEinzugsgebiet des kleinen Sälzerbachs ist vergleichsweise enorm, transportiert er doch Abwässer aus nicht unerheblichen Teilen von Bochold, Altendorf, Frohnhausen und Holsterhausen. Und auch das Abwasser des neuen Stadtteils Essen 51wird in Zukunft über den Sälzerbach entsorgt. Die Abwässer vieler Haushalte fließen zunächst aber durch die unterirdischen Kanäle der Stadtwerke. Erst in Höhe des Jahnplatzes übernimmt die Genossenschaft die Hoheit. Übrigens: Elf der 18 Schächte werden im Zuge willkommener Synergieeffekte von der Emschergenossenschaft für die Stadtwerke Essen mitgebaut.

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