Frintroper Straße

Ruhrbahn-Baustelle bremst Anwohner der Frintroper Straße aus

Thomas Hippler war am Dienstagmorgen abgekapselt. Eine Baustellenabsicherung vor seiner Hofeinfahrt versperrte ihm den Weg.

Thomas Hippler war am Dienstagmorgen abgekapselt. Eine Baustellenabsicherung vor seiner Hofeinfahrt versperrte ihm den Weg.

Foto: Dietmar Mauer

Essen-Frintrop.   Für Thomas Hippler hatte Morgenstund’ am Dienstag nicht Gold im Mund. Er kam wegen einer Baustellenabsperrung nicht aus seiner Einfahrt.

Als Thomas Hippler am Dienstagmorgen mit seinem Firmentransporter vom Hof des Hauses Frintroper Straße 429 fahren wollte, wurde er von einer Baustellenabsperrung ausgebremst. „In einem Flyer, den die Ruhrbahn Ende März in die Briefkästen gesteckt hatte, wird um Verständnis für Beeinträchtigungen gebeten“, erzählt Thomas Hippler, der auch in der Frintroper Straße wohnt. Davon, dass er nicht mehr vom Hof käme, sei nicht die Rede gewesen. „Man kann über alles reden. Hätte man mir das am Montag mitgeteilt, hätte ich die Wagen zumindest für Dienstag schon rausgesetzt.“

„Das ist keine städtische Baustelle“

Bauarbeiter, die er ansprach, sagten ihm, sie seien nur für das Aufstellen zuständig. Er müsse sich an die Stadt wenden, bei der er zuvor einen Antrag für eine „freie Einfahrt“ hätte stellen müssen. „Das ist völliger Quatsch“, bekam er dort zu hören. Solche Anträge gebe es nämlich nicht. Thomas Hippler wandte sich an die Redaktion dieser Zeitung. „Das ist keine städtische Baustelle, sondern dafür ist die Ruhrbahn zuständig“, verwies Sprecherin Jasmin Trilling weiter an das Verkehrsunternehmen.

Ab Mittwoch kommender Woche wieder frei

Gegen Mittag kamen Vertreter der Ruhrbahn, der Stadt und des Bauunternehmens mit Thomas Hippler zu einem Ortstermin zusammen. Zunächst schien ein Kompromiss in weiter Ferne. „Ich kann doch nicht drei Monate mit meinen Firmenwagen auf dem Hof eingesperrt sein“, warb Thomas Hippler um Verständnis. Eher könne man ihn nicht darauf lassen, sagte der Ruhrbahn-Bauleiter. Drei Monate werde es allerdings nicht dauern, denn es sei geplant, die Zufahrt zur Frintroper Straße ab Mittwoch kommender Woche frei zu geben.

Im Ruhrbahn-Flyer fehlten wichtige Informationen

„Und bis dahin?“, schaute Thomas Hippler fragend in die Runde. Unter der Moderation von Michael Oertgen vom Amt für Straßen und Verkehr begann die Suche nach einem Kompromiss. „Es ist zwar keine städtische Baustelle, aber die Stadt macht in solchen Fällen dem Bauherrn zur Auflage, die Anwohner ausreichend zu informieren“, sagt Oertgen. Auf dem Flyer stand aber weder, dass die Einfahrt gesperrt sein wird noch ein Ansprechpartner, an den sich Anwohner bei Fragen hätten wenden können.

Zugehörigkeit zum Betrieb nicht eindeutig erkennbar

„Gewöhnlich ist es so, dass wir mögliche Betroffene einer Baustelle vor Ort ansprechen. In diesem Fall war wohl nicht eindeutig erkennbar, dass die Einfahrt zu einem Betrieb gehört, so dass der Anwohner bedauerlicherweise nicht angesprochen wurde. Dann hätten solche Probleme vorher angesprochen werden können“, sagt Jens Kloth von der Presseabteilung der Ruhrbahn. Zum Glück sei das Problem schnell gelöst worden. Auf dem nächsten Flyer werde auch wieder ein Ansprechpartner stehen.

Selbsthilfe wäre keine gute Lösung

Einigkeit herrscht darüber, dass, wenn Thomas Hippler die Baustellenabsperrung für zweimal Raus- und Reinfahren am Tag öffnet und wieder schließt, es keine gute Lösung ist. Schlimmstenfalls könnte das rechtliche Folgen haben (Eingriff in den Straßenverkehr). „Ich fasse da sowieso nichts an“, hatte Thomas Hippler ohnehin nicht vor, zur Selbsthilfe zu greifen. Am Ende des etwa dreiviertelstündigen Palavers stand eine Übergangslösung. Hippler meldet sich morgens, wenn die Firmenwagen vom Hof sollen, beim Polier, der die Baustellenabsperrung öffnet und wieder schließt. Das gleiche passiert nachmittags umgekehrt.

„Mit diesem Kompromiss kann ich leben“, sagt der Elektrotechniker, der ein Büro für Projektierung betreibt. Ab dem 17. April soll nicht nur er wieder auf die Frintroper Straße einfahren können, sondern auch die Inhaber der benachbarten Geschäfte. „Die haben übrigens den Flyer gar nicht erst bekommen“, so Hippler.

>>> ZWEI WEICHEN UND EIN KREUZ

  • In der kommenden Woche arbeitet sich die Baustelle weiter bis zur Gleisschleife.
  • Dort werden unter anderem ab der Nacht von Freitag, 26. April, bis Montagmorgen, 29. April, zwei Weichen und ein Kreuz eingebaut – Höhe der Einfahrt Frintroper Schleife.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben