Bauprojekt

Pflegehilfe feiert Richtfest am Kita-Rohbau in Essen-Borbeck

Richtfest Katholische Familienhilfe Schloßstraße Borbeck

Richtfest Katholische Familienhilfe Schloßstraße Borbeck

Foto: Rüdiger Hagenbucher

Essen-Borbeck.   Integrative Einrichtung an der Schloßstraße verbindet Kita mit Wohngemeinschaft für Demenzkranke. Das Haus soll im Sommer 2019 fertig sein.

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Gummistiefel und festes Schuhwerk waren auf dem Richtfest der Katholischen Pflegehilfe bei sehr bescheidenen Wetterverhältnissen ein „Muss“. Mit einer klassischen Richtkrone und natürlich dem segensspendenden Spruch des Poliers konnte trotz des verregneten Wetters am vergangenen Freitag Richtfest gefeiert werden. An der Schloßstraße soll bis zum Sommer des nächsten Jahres eine Kindertagesstätte sowie Raum für eine Wohngemeinschaft zwölf Demenzkranker entstehen.

Gefeiert wurde kräftig – bei leckerer Kartoffelsuppe und kühlen Getränken. Und nicht etwa nur das Richtfest, sondern auch die schnelle Erteilung der Baugenehmigung vor 260 Tagen für das Neubauprojekt der Katholischen Pflegehilfe. Dieses wird, betreut durch das Architektenbüro EL architekten von Ingenieur Ludger Felderhoff und dem Bauunternehmen Heinrich Temmink, nun zügig realisiert.

Kita wird am 1. September eröffnet

Es ist ein besonderes Projekt, denn künftig wollen an der Schloßstraße 99 Kinder im Alter von ein bis sechs Jahren und zwölf Demenzkranke im kommenden Jahr gemeinsam den Tag verbringen – wenn auch nicht in einem Gebäude, so aber auf einem Grundstück vereint.

Die Katholische Pflegehilfe ist Bauherr der zwölfköpfigen Demenz-Wohngemeinschaft und der Kita, die ab dem 1. Juli 2019 von der Caritas SKF Essen gGmbH (CSE) übernommen und ab dem 1. September betrieben wird.

„Wir sind stolz und freuen uns, im neuen Jahr mit unserer Sozialstation und dem Betrieb der Demenz-Wohngemeinschaft hier auf dem Gelände der Schloßstraße in Borbeck zu starten“, erklärt Markus Kampling, Geschäftsführendes Vorstandsmitglied der Katholischen Pflegehilfe.

Grundstück gehörte der Ev. Kirchengemeinde

Das ausgewählte Grundstück an der Schloßstraße gehörte einst der evangelischen Kirchengemeinde. Dort stand viele Jahre lang das frühere Gemeindezentrum der Gemeinde.

Nicht nur die Menschen vor Ort, sondern insbesondere Pfarrerin Dagmar Kunellis freuen sich über dieses generationsübergreifende Projekt: „Die geplante Demenz-WG, die Sozialstation des ambulanten Pflegedienstes und die Kita sind den Menschen in unserem Stadtteil dienlich und werten zudem das Grundstück noch enorm auf.“

Noch sind einige Plätze in der Kita und WG frei

Sowohl die CSE als auch die Katholische Pflegehilfe haben schon lange vor der Eröffnung zahlreiche Anfragen für die Plätze in der Kindertagesstätte und in der Demenz-Wohngemeinschaft erhalten. „Dennoch sind noch immer einige Kapazitäten gegeben“, sagt Astrid Kühn, Fachbereichsleitung der Katholischen Pflegehilfe.

Durch viele gemeinsame Projekte, Ausflüge oder gegenseitige Besuche wird dieses generationsübergreifende Zusammenspiel von Kita und Demenz-WG Vorteile für die Kinder, aber auch für die Senioren mit sich bringen, sind sich die Betreiber sicher. „Unsere Senioren werden durch die Lebendigkeit, Fröhlichkeit und vor allem Begeisterungsfähigkeit der Kinder profitieren“, freut sich Astrid Kühn.

Kinder übernehmen Verantwortung

Auch Tanja Sager, Fachdienstleitung Bildung & Betreuung der CSE, ist der Meinung, dass die nun geschaffene Kooperation ein wichtiger Schritt für die Entwicklung der Kinder ist: „Unsere Kindergartenkinder lernen so, Verantwortung für sich und für ältere Menschen zu übernehmen.“ Für viele sei es schon lange keine Selbstverständlichkeit mehr, Rücksicht aufeinander und Verantwortung füreinander zu übernehmen.

>> INVESTITION VON 4,5 MILLIONEN EURO

Mit diesem Gemeinschaftsprojekt wollen die Katholische Pflegehilfe als Bauherr und die CSE die integrative Pädagogik aufgreifen, wie sie bereits seit über zehn Jahren in Rüttenscheid mit dem Seniorenzentrum St. Martin und der Kita Löwenherz funktioniert.

Das Baugelände an der Schloßstraße 202 war lange Zeit Standort des evangelischen Gemeindezentrums. Das Haus wurde jedoch zuletzt nur noch von den Borbecker Schützen genutzt. Den Erlös aus dem Grundstücksverkauf will die evangelische Kirchengemeinde Bedingrade-Schönebeck in ihr Lutherhaus an der Bandstraße investieren.

Der Verein Katholische Pflegehilfe (KPF) investiert 4,5 Millionen Euro in das Projekt.

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