Gymnasium Borbeck

Musiklehrer gibt 25 Jahre bei Weihnachtskonzert den Takt an

Der Mann am Piano: Stephan Müller ist seit dem ersten Weihnachtskonzert vor 25 Jahren dabei.

Der Mann am Piano: Stephan Müller ist seit dem ersten Weihnachtskonzert vor 25 Jahren dabei.

Foto: Svenja Hanusch

Essen-Borbeck.   Vor 25 Jahren sangen Schulchöre des Gymnasiums Borbeck erstmals beim Weihnachtskonzert. Von Beginn an dabei: Musiklehrer Stephan Müller.

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Das Borbecker Gymnasium (Kurzform: Gymbo) gibt seit 25 Jahren Weihnachtskonzerte in der Dreifaltigkeitskirche. Der Name, der untrennbar mit dieser Veranstaltung verbunden ist, lautet Stephan Müller. Der 63-Jährige unterrichtet seit 35 Jahren Musik am Gymbo und probt seit 25 Jahren spätestens ab Herbst jeden Samstag mit den Schülerinnen und Schülern für den großen Auftritt.

Studiert hat Stephan Müller Schulmusik und Pädagogik an der Folkwangschule. Und auch eine kurze Zeit Physik an der Uni in Bochum. Beides parallel ging nicht. Eine Entscheidung musste fallen. Für die Naturwissenschaft sprachen die Abi-Leistungskurse (Mathe/Physik), für Musik die Familiengeschichte. „Mein Großvater war 50 Jahre lang Dorfkapellmeister in Winterberg und mein erster Klavierlehrer“, erzählt Stephan Müller.

Bei Stephan Müller muss es nicht immer Klassik sein

Bei ihm selbst musste es aber nicht immer Klassik sein. In Düsseldorf, wo er später sein Referendariat machte, spielte er mit Freunden Ende der 1970er-Jahre auch Skiffle, Country oder Ragtime. Die Vielseitigkeit wirkt sich auch auf die Weihnachtskonzerte aus. Es gibt einen ersten, ernsten Teil, und einen zweiten, der durch Lockerheit geprägt ist. Oder wie Stephan Müller es nennt: solide und ernst sowie gemischt und unterhaltsam. Und auch der Zweisprachigkeit des Gymbo wird mit „Christmas Carols“ Rechnung getragen.

1991 wurde die Orffsche Oper „Die Kluge“ aufgeführt

Wie weit es mit moderner Musik im zweiten Teil der Weihnachtskonzerte geht, werden die Besucher zu hören bekommen. Zwei Stücke des Komponisten Christopher Tin werden neu arrangiert gespielt. Das Besondere: Es sind Sounds des Computer-Strategie-Spiels. Die Anregung kam aus der Schülerschaft. „Sie machen viele Vorschläge und ich setze sie dann mit ihnen um“, lobt der 63-Jährige das Engagement. So waren es Oberstufenschüler, die Müller die Oper näher brachten. Das Resultat: die Aufführung von „Die Kluge“ von Carl Orff im Jahre 1991 im Mädchengymnasium. Auch die Weihnachtskonzerte seien nicht allein seine Idee gewesen, sondern eine Anregung aus dem Kollegium („Man müsse mal etwas machen“).

Dreifaltigkeitskirche als Spielstätte

Die Weihnachtskonzerte finden in Ermangelung einer eigenen Spielstätte seit jeher in der Dreifaltigkeitskirche statt. „Für diese Möglichkeit sind wird sehr dankbar“, sagt Müller, auch wenn das immer einen organisatorischen Kraftakt bedeute. „Es ist wie bei einem Umzug.“ Der Lehrer besorgt den Transporter und die Schüler packen kräftig mit an.

400 Karten pro Abend waren schnell vergriffen

Die diesjährigen Konzerte am 12. und 13. Dezember – die etwa 400 Karten pro Abend sind längst vergriffen – könnten Stephan Müllers letzte als aktiver Lehrer sein. „Ich betrachte sie aber als Jubiläumskonzerte und nicht als Abschiedskonzerte.“ Es sei offen, wie es weitergeht.

Und doch freut er sich auf die Zeit als Pensionär. Dann kann er sich musikalisch wieder stärker Schönberg und der frühen Moderne widmen. Es ist aber sehr wahrscheinlich, dass er zwischendurch auch mal die Beatles oder Pink Floyd hört. Denn die haben es ihm auch angetan.

>>> Franz-Josef Gründges in der Rolle des Muff Potter

Zu den langjährigen Kollegen von Stephan Müller gehörte Franz-Josef Gründges, der in Borbeck für sein vielfältiges Engagement (Bürgerverein, Förderverein Schloss) bekannt ist.

Gründges stand seinerzeit beim Musical „Tom Sawyer“ in der Rolle des Landstreichers Muff Potter auch auf der Bühne. Bei einem Medley zum 25-Jährigen wird er wieder dabei sein.

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