Vereinsleben

Heinrich Homann kommt auch mit 107 zur Jubilarehrung

Verdiente Säulen des Vereins: Heinz Ollenburg (2.v.l.) gehört seit 65 Jahren zum TuS 84/10,  der 107-jährige Heinz Homann (vorne, 2.v.r.) seit 55 Jahren.Links der Vorsitzende Kevin Kerber. Foto:TuS 84/10 Borbeck

Verdiente Säulen des Vereins: Heinz Ollenburg (2.v.l.) gehört seit 65 Jahren zum TuS 84/10, der 107-jährige Heinz Homann (vorne, 2.v.r.) seit 55 Jahren.Links der Vorsitzende Kevin Kerber. Foto:TuS 84/10 Borbeck

Essen-Borbeck.   TuS 84/10: Vorstand zollt Riesenrespekt. Für den 107-jährigen Homann, Heinz Ollenburg und all die anderen, die sich seit Jahrzehnten engagieren.

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Sportvereine oder Kegelclubs, Spielmannszüge, Chöre und, und, und: Viele Traditionsnamen sind mit den Jahren aufgrund des unübersehbaren Mitgliederrückgangs aus den Vereinsregistern und von der Bildfläche verschwunden. Aber gibt es sie noch: Die treuen Seelen, die Menschen, die ihren Clubs seit Jahrzehnten die Stange halten, die sich auch im Alter noch engagieren und so dafür sorgen, dass das Vereinsleben weiter funktioniert. Ein gutes Beispiel ist der in Borbeck verortete TuS 84/10.

Dem Vorsitzenden Kevin Kerber, seiner Stellvertreterin Melanie Schumacher und Geschäftsführerin Gudrun Schakau-Folgner war eine gewisse Demut anzumerken, als nun bei der Hauptversammlung die „Jubilarehrungen“ anstanden. Die Auszeichnung derjenigen, die auf ihre ureigene Art unverzichtbar sind unter den 1400 Mitgliedern des Vereins, in dem Sport und Geselligkeit kein Widerspruch sind.

In der Partei war Homann nie, aber immer im Sportverein

Bemerkenswert: Selbst Heinrich Homann ließ es sich nicht nehmen, im Borbecker Stadtbad vorbeizuschauen. Im Sommer feierte er seinen 107. Geburtstag und ist damit einer der ältesten Menschen der Stadt. „In der Partei war ich nie“, erzählte er einst zu seinem 105., „dafür aber immer im Sportverein“. Das gilt bis heute.

Dem TuS gehört Homann seit 55 Jahren an, als junger Mann spielte er zuvor Feldhandball im heutigen Stadtteil Stoppenberg, der bis zur Eingemeindung 1929 noch zur Bürgermeisterei Altenessen/Stoppenberg gehörte. „Der TuS und unsere Jubilare sind eng miteinander verwoben. Das macht uns stolz“, war auch Kerber sichtlich bewegt.

Übrigens: Dass Heinz Homann ein „Vereinsmeier“ im besten Sinne ist, beweist zudem seine Mitgliedschaft im KKV, heute der Verband der Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung, einst der Katholisch-Kaufmännische Verein. Dem trat er 1926 bei, mit 15 und vor 92 Jahren. Dienstältestes Mitglied beim TuS 84/10 jedoch ist Homann nicht. Es gibt welche, die dem Verein noch länger die Treue halten.

Für ihre Treue wurden nun Peter Michalski (25 Jahre), Monika Jansen, Bernd Hellenkamp, Wolfgang Schwarz sowie Klaus Nagel (alle 40 Jahre) ausgezeichnet. Seit 60 Jahren dabei ist Horst Schümmelfelder, seit 65 Heinz Ollenburg. Der 83-Jährige, seit 2012 Ehrenmitglied, war einst Faust- und Prellballwart und trainierte diverse Handballteams des TuS. Noch heute verhilft er Erwachsenen in der Gruppe „Er und Sie“ zu mehr Kondition. Sein besonderes Anliegen war jedoch stets die Nachwuchsförderung. Ab 1955 war Ollenburg lange in der Kinderabteilung tätig, von 1966 bis 2012 leitete er die Gruppe „Spaß und Spiel für Jungen“. Viele Kinder kamen durch ihn zum Turnsport und wurden später Übungsleiter – auch Kevin Kerber.

>>ZWEI FUSIONEN IM LAUFE DER ZEIT

1884 gründeten 91 Bergeborbecker im Hotel „Zum Kronprinzen“ den Turnverein 1884. Die erste Fusion gab’s 1926. Aus dem TV und dem Turnerbund 1892 wurde die Turnerschaft 1884 Bergeborbeck. Bis zum Namen, der bis heute Bestand hat, vergingen weitere zwölf Jahre. 1938 dann schloss sich die Turnerschaft mit der Turn- und Sportvereinigung Jahn 1910 zusammen – angeordnet vom Reichsbund für Leibesübungen. Der Verein zählte fortan zu den Topclubs der Stadt.

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