Katholische Kirche

Gemeinde feiert Weißen Sonntag wieder mit zwölf Kindern

Auf dieses Bild ist Pastor Peter Kroschewski stolz: Die Kommunionkinder haben nicht nur ihre eigenen Namen aufgeschrieben, sondern auch den Herrn Pastor. „Es ist eine Gemeinschaft entstanden“, freut sich der Geistliche.

Auf dieses Bild ist Pastor Peter Kroschewski stolz: Die Kommunionkinder haben nicht nur ihre eigenen Namen aufgeschrieben, sondern auch den Herrn Pastor. „Es ist eine Gemeinschaft entstanden“, freut sich der Geistliche.

Foto: Dietmar Mauer

Essen-Bergeborbeck.   Vor einem Jahr wollte in St. Maria Rosenkranz nur ein Kinder zur Erstkommunion gehen. Daraus hat die Gemeinde erfolgreich ihre Lehren gezogen.

Welch ein schwarzer Tag für die katholische Kirchengemeinde St. Maria Rosenkranz: Vor einem Jahr wollte am Weißen Sonntag nur ein Kind zur Erstkommunion gehen. In diesem Jahr sieht es deutlich besser aus. Pastor Peter Kroschewski kann sich über zwölf Kinder freuen, die erstmals das Sakrament empfangen.

Von eins auf zwölf, von einem Erstkommunionkind gleich zu einem Dutzend. Wie ist es dazu gekommen?

Peter Kroschewski: Wir haben uns im Gemeinderat stärker damit auseinandergesetzt, wie eigentlich die Situation in unserer Gemeinde ist. Und das heißt natürlich auch, dass ich als Verantwortlicher mal geguckt habe, wie kann man die Vorbereitung anders gestalten. Deshalb habe ich in diesem Jahr gesagt, ich mache die Vorbereitung selbst, mit einer kleinen Unterstützung einer älteren Jugendlichen.

Wer hat es in früheren Jahren gemacht?

Ich habe mir Katechetinnen gesucht, also meistens Mütter der Kinder, die zur Kommunion gehen.

Und heute?

Am Anfang hatte ich tatsächlich auch wieder nur vier Kinder. Dann kamen peu à peu weitere Kinder dazu, das hat sich wohl herumgesprochen. Ich habe mich gefragt, wie bringe ich den Glauben an das Kind? Die klassische Vorbereitung geht immer davon aus, dass die Kinder auch etwas mitbringen. Aber davon kann man in keiner Weise mehr ausgehen. Am Anfang musste man erst einmal das Kreuzzeichen lernen – ganz grundsätzliche Dinge. Und ich habe am Anfang darauf Wert gelegt, dass sich die Kinder wohlfühlen. Denn sie bringen oftmals die Vorstellungen der Eltern mit: ,Oh, katholische Kirche, die ist streng, da wird jetzt auswendig gelernt, da wird jetzt richtig malocht, und da hat man gar keine Chance.’ Die sollen das Gefühl haben, bei Kirche soll man sich wohlfühlen. Hier kann man auch Spaß haben. Und der, der da oben normalerweise steht, der ist gar nicht so streng und nicht so weit entfernt, der ist ganz nah und für uns da. Der will uns nichts, der will uns nicht den Spaß nehmen, sondern ist einfach für uns da. Das ist bei Kindern ganz wichtig, dass sie merken, aha, der ist uns zugetan. Ich habe gemerkt, dass sie eine persönliche Beziehung zu mir aufgebaut haben.

War das wirklich ihre eigene Idee oder gab es einen Anstoß von außen? Das Interview im vergangenen Jahr hat doch nicht nur Freude ausgelöst.

Darauf bin ich angesprochen worden. Die Leute sagten, der Pastor von Bergeborbeck, der hat nur ein Kommunionkind. Und dann ist da auch die Erwartungshaltung: Aha, das ist dann halt die Gegend da. Aber dass ich negativ angegangen worden wäre, das war nicht so.

War das ein Schlüsselerlebnis?

Ich denke, das war ein Wink mit dem Zaunpfahl. Vielleicht haben wir das einfach mal gebraucht, um etwas anders zu machen.

Hat sich die Anzahl der Kirchenbesucher verändert? Die war im vergangenen Jahr relativ hoch.

Da muss man sagen, es ist eine überalterte Gemeinde, wenn wir die Kirchenbesucher von außerhalb, von anderen Gemeinden nicht hätten, dann sähe es hier sehr mau aus. Die Anzahl der Besucher bei den Ostergottesdiensten war nicht ganz so hoch. Aber wenn die Leute hören, was Karfreitag bei der kroatischen Gemeinde in Vogelheim passiert ist, da mache ich mir keine Illusionen. Wir haben in der Osternacht um 21 Uhr die Messe gefeiert, da trauen sich viele Ältere nicht mehr auf die Straße, wenn es dunkel ist. Ich wohne jetzt schon über zehn Jahre hier, und ich muss sagen, es hat sich nicht verbessert. Manchen Leuten, denen man da begegnet, möchte man nicht von Nahem begegnen.

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