Nahverkehr

Für mehr Nahverkehr muss Verkehrsraum neu verteilt werden

Den Verkehrsraum neu aufteilen, das fordert Grünen-Politiker Rolf Fliß, wenn Bus und Bahn gestärkt werden sollen. Denn mehr Busse benötigen – wie hier am Borbecker Busbahnhof – auch mehr Platz, so lautet sein Argument. Foto:Socrates Tasso

Den Verkehrsraum neu aufteilen, das fordert Grünen-Politiker Rolf Fliß, wenn Bus und Bahn gestärkt werden sollen. Denn mehr Busse benötigen – wie hier am Borbecker Busbahnhof – auch mehr Platz, so lautet sein Argument. Foto:Socrates Tasso

Essen-Borbeck.   Wenn Bus und Bahn kostenlos genutzt werden sollen, um den Autoverkehr zu verringern, sind Konsequenzen notwendig. Die Grünen haben Vorschläge.

Freitagmittag am Busbahnhof in Borbeck. Schulschluss. Die Fürstäbtissinstraße herunter strömen die Schülerinnen des Mädchengymnasiums Richtung Busbahnhof und umlagern die Haltestellen. Oben auf dem Bahndamm fährt aus der City kommend die Regionalbahn ein, viele Fahrgäste mischen sich unter die Wartenden. Mit anderen Worten: Es knubbelt sich an diesem Verkehrsknotenpunkt. Gleichzeitig fällt auf: Auf dem Parkplatz zwischen den Haltestellen und der Fürstäbtissinstraße ist noch viel Luft, er ist bestenfalls halb voll.

Linie 170 soll nicht nur zur Hauptverkehrszeit alle zehn Minuten fahren

Grünen-Politiker Rolf Fliß hat diese Problematik jetzt in der Ratssitzung aufgegriffen, als über Essen als Modellstadt für kostenlosen Nahverkehr gesprochen wurde. „Wenn man den Öffentlichen Personennahverkehr stärken möchte, dann muss man auch bereit sein, gewisse Maßnahmen in Kauf zu nehmen“, sagt er und meint damit zum Beispiel den teilweisen Rückbau des Borbecker Busbahnhofs. Das sei notwendig, wenn der Takt der Buslinie 170, die zwischen Borbeck, Altenessen, Katernberg und Steele verkehrt, verdichtet wird – so wie es bereits im beschlossenen Nahverkehrsplan aufgezeigt wird. Demnach sollen die 170er und weitere Linien nicht nur in der Hauptverkehrszeit – also morgens und nachmittags – sondern ständig im Zehn-Minuten-Takt verkehren. Bisher fährt der Bus zwischen 8 Uhr und 13.30 Uhr nur alle 20 Minuten, nach 20 Uhr sogar nur alle halbe Stunde. „Wenn man den Takt verdichten und die Haltestellen barrierefrei ausbauen möchte, dann muss man den Verkehrsraum neu verteilen“, sieht Rolf Fliß eine der notwendigen Konsequenzen.

Eine Spur für Fahrgemeinschaften

Doch das allein reiche auch nicht aus. Die Grünen fordern weiterhin „Mobilität aus einem Guss“, sprich einen Verbund aus Bus, Bahn, Taxi und Stadtfahrrad. Rolf Fliß: „Da muss einfach mehr passieren als bisher.“

Deshalb greift er noch weitere Streitpunkte auf, wie etwa die Luftbelastung auf der Gladbecker Straße. Um hier die Stickoxid-Grenzwerte einzuhalten, müsse eine permanente Anzeige der Stickoxidwerte in Höhe des Rhein-Herne-Kanals nördlich des Autobahnkreuzes Essen-Nord aufgestellt werden. Werden die Grenzwerte überschritten, dürften Dieselfahrzeuge ohne Euro-6-Norm nicht Richtung City weiterfahren. Parken könnten sie auf Emil-Emscher. Zusätzlich könnte ein kostenfreier Busverkehr mit umweltfreundlichen Bussen in die Innenstadt eingerichtet werden. Eine Spur auf der Gladbecker Straße sollte dann ihnen und Autos mit mindestens vier Insassen vorbehalten bleiben. „Das würde zu geplanten oder spontanen Fahrgemeinschaften führen und vielleicht die Busse entlasten.“

>>>>>Zweigleisige Strecke nach Bottrop – Verlängerung der Linie 105 nach Oberhausen

Rolf Fliß greift eine uralte Forderung wieder auf: Städte wie Essen und Bottrop müssten mit einer zweigleisigen Eisenbahnstrecke verbunden werden. Bisher steht für die S 9 und die Regionalbahn RB 14 Richtung Bottrop nur ein Gleis zur Verfügung.

Die Straßenbahnlinie 105 müsse doch über Frintrop hinaus nach Oberhausen verlängert werden. In der Nachbarstadt war das aus Kostengründen abgelehnt worden. Rolf Fliß schlägt daher eine kostengünstige ebenerdige Trasse vor.

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