Gemeindebibliothek

Bücherei von St. Dionysius in Borbeck verlässt den Kirchturm

Christel Hauth (3. v. r.) und Gemeindereferentin Andrea Kemmer (2. v. r.) nehmen mit dem Büchereiteam Abschied von der Bibliothek im Kirchturm. Jetzt müssen sie bis Januar den Umzug um Germaniaplatz vorbereiten.

Christel Hauth (3. v. r.) und Gemeindereferentin Andrea Kemmer (2. v. r.) nehmen mit dem Büchereiteam Abschied von der Bibliothek im Kirchturm. Jetzt müssen sie bis Januar den Umzug um Germaniaplatz vorbereiten.

Foto: Socrates Tassos

Essen-Borbeck.   Seit zwei Jahren war die Bibliothek der katholischen Gemeinde im Kirchturm untergebracht. Jetzt bereitet sie den Umzug zum Germaniaplatz vor.

Das Bibbern zwischen Büchern hat endlich ein Ende: Die Gemeindebücherei von St. Dionysius in Borbeck zieht im Januar zum Germaniaplatz um.

„Fake news“ sind überall ein Tabu, erst recht in den Pfarrnachrichten einer katholischen Kirchengemeinde. Wenn nicht hier die Wahrheit verkündet wird, wo dann? Allerdings reicht auch mal die halbe Wahrheit. Wenn zum Beispiel die Redaktion von St. Dionysius schreibt, die Gemeindebücherei wäre in „manchmal etwas zugigen Räumlichkeiten im Kirchturm“ untergebracht, dann ist das tatsächlich nicht falsch, aber auch nicht mehr als die halbe Wahrheit.

„Im Winter ist es sehr kalt, ein zugiger Ort“

Denn – ungelogen – war der Kirchturm von St. Dionysius wohl der kälteste Ort in Essen, um Bücher, CD und andere Medien anzubieten. „Im Winter ist es sehr kalt, ein zugiger Ort“, kommt Bibliotheksleiterin Christel Hauth der kompletten Wahrheit wohl näher.

Seit zwei Jahren ist die Gemeindebücherei provisorisch in der Ecke des Kirchenraums untergebracht, nachdem sie aus Kostengründen ein Ladenlokal am Dionysiuskirchplatz verlassen musste. Doch nun hat die Mini-Odyssee ein Ende: Im Januar zieht das achtköpfige Team um Christel Hauth mit ihren 2000 Medien zum Germaniaplatz um. Dort schließt zum Jahresende das Sportgeschäft Müller in dem Wohn- und Geschäftshaus, das der Kirchengemeinde gehört.

Ehrenamtliche Büchereileiterin seit 20 Jahren

Christel Hauth (60) leitet die Bibliothek seit zwei Jahrzehnten. Die Beamtin im städtischen Rechnungsprüfungsamt wurde damals gebeten, kurzfristig für die Leiterin einzuspringen, als diese aus Essen verzog. Seitdem kümmert sie sich um Kinder- und Erwachsenenbücher, um Hörbücher, CDs und andere digitalen Medien, arbeitet sie in den Bestand ein, damit sie ausgeliehen werden können.

Und das geschehe weiterhin erfreulich häufig, obwohl derzeit – siehe oben – fast nur Kirchgänger die Bücherei finden und nutzen. War die Bücherei früher an vier Tagen pro Woche stundenweise geöffnet, so mussten die Zeiten auf dienstagabends und sonntags beschränkt werden.

Das soll sich am Germaniaplatz wieder ändern. „Uns ist weiterhin ein niederschwelliges Angebot wichtig, um die Kirche in den Stadtteil zu bringen“, sagt Christel Hauth, die dazu noch eine weitere Neuerung ankündigt: Der Borbecker Weltladen erhält die Möglichkeit, einen Teil seines Warensortiments am Germaniaplatz anzubieten. „Denn wir wollen die Schnittstelle sein zwischen Pfarrei und dem Stadtteil“, sagt die Bibliotheksleiterin.

Und das ist die Wahrheit.

>>Altendorfer Stadtteilbibliothek öffnet länger

Die Stadtbibliothek Essen passt Anfang Januar ihre Öffnungszeiten an. Davon profitierten die Nutzer in Altendorf. Denn das Jugendbibliothekszentrum in der Gesamtschule Bockmühle öffnet künftig auch mittwochnachmittags, damit also an drei statt bisher an zwei Tagen. „Durch den zusätzlichen Öffnungstag soll das Angebot für die Bewohner des Stadtteils ausgeweitet und dadurch attraktiver gestaltet werden“, begründet Bibliotheksdirektor Klaus-Peter Böttger diesen Schritt. Konkret bedeutet das: Die Stadtteilbibliothek öffnet künftig montags von 13 bis 18.30 Uhr, mittwochs von 13 bis 17 Uhr (neu!) sowie donnerstags von 13 bis 17 Uhr (bisher 16.30 Uhr). Damit erhöht sich die Anzahl der Öffnungsstunden von bisher neun Stunden auf dann 13,5 Stunden. Nicht betroffen sind die morgendlichen Öffnungszeiten, die nur von der Gesamtschule genutzt werden.

Nun vergleichbar mit der Stadtteilbibliothek in Schonnebeck

Mit dieser neuen Regelung können die Nutzungsgewohnheiten mit der anderen Essener Schul- und Stadtteilbibliothek in der Gustav-Heinemann-Gesamtschule in Schonnebeck verglichen werden.

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