Gemeinschaftsgarten

Borbecker Gemeinschaftsgarten soll alle Kulturen verbinden

Sie laden zum gemeinschaftlichen Gärtnern an der Dreifaltigkeits-Gemeinde ein: Pfarrer Christoph Ecker (3. v. l.), Vanessa Burneleit von der Voßgätters Mühle (re.) und ihre Kooperationspartner von der Stadtverwaltung und dem Diakoniewerk.

Sie laden zum gemeinschaftlichen Gärtnern an der Dreifaltigkeits-Gemeinde ein: Pfarrer Christoph Ecker (3. v. l.), Vanessa Burneleit von der Voßgätters Mühle (re.) und ihre Kooperationspartner von der Stadtverwaltung und dem Diakoniewerk.

Foto: STEFAN AREND

Essen-Borbeck.   Die Dreifaltigkeits-Gemeinde in Borbeck reißt ihr Küsterhaus und die Bibliothek ab. Hier findet nun ein Hochbeetgarten vorübergehend Platz.

In wenigen Tagen rückt der Abrissbagger dem ehemaligen „Küsterhaus“ der evangelischen Dreifaltigkeits-Gemeinde auf die Pelle. Es lohnt sich für sie nicht mehr, das zuletzt vermietete, über 90 Jahre alte Mehrfamilienhaus an der Straße Leimgardtsfeld noch einmal zu renovieren. Auch der Pavillon im Schatten der Kirche, in dem die Bibliothek untergebracht war, wird abgerissen.

Bevor die Gemeinde hier ihre Pläne eines Stadtteilzentrums mit vielfältigen Bildungsangeboten realisiert, machen beide Gebäude Platz für einen „interkulturellen Gemeinschaftsgarten“. Die Hochbeete stehen schon bereit.

Die Idee zu einem Garten, der von Einheimischen und von Flüchtlingen gemeinsam bewirtschaftet wird, entstand schon vor zwei Jahren im Rahmen der Integrationskonferenz im Stadtbezirk IV. Das Amt für Soziale Dienste und das Amt für Soziales und Wohnen hatten keine große Mühe, den Nabu als Träger des Natur- und Jugendzentrums Voßgätters Mühle für eine Mitarbeit zu gewinnen.

Endlich steht dem Naturschutzbund ein passendes Grundstück zur Verfügung

Denn nun steht dem Verein endlich ein Grundstück zur Verfügung. „Wir haben lange eine passende Fläche gesucht, aber aus verschiedenen Gründen, unter anderem wegen Altlasten, konnten wir keine finden“, erzählt Sebastian Stute (31), seit kurzem neuer Leiter Stabstelle Integration des Jugendamtes in Borbeck. Eigentlich sollte der Garten bereits im vergangenen Jahr in Bochold aufgebaut werden. Dass jetzt die Wunschvorstellung des Naturschutzbundes, ihn nämlich an eine bestehende Einrichtung andocken zu können, verwirklicht wird, ist auch für ihn ein Glücksfall.

Pfarrer Christoph Ecker sieht ebenfalls nur Vorteile für die Zwischenlösung auf seinem Kirchengrundstück. „Der Garten soll ein Begegnungsort werden. Gärtnern ist ein Medium, um Menschen untereinander in Kontakt zu bekommen.“ Gruppenspiele und das gemeinsame Basteln mit Naturmaterialien sollen sie zusammenbringen. Neben der Kirchengemeinde ist das Diakoniewerk ein wichtiger Kooperationspartner.

Gefördert wird das Projekt mit 8000 Euro aus dem Konzept „Integration von Flüchtlingen“ der Stadt Essen. Neben der Arbeit an den geplanten Hochbeeten soll aber auch der Naturschutz nicht zu kurz kommen. „Angedacht sind die Anlage einer Wildblumenwiese und eines Insektenhotels“, sagt Vanessa Burneleit von der Voßgätters Mühle. Wenn das neue Begegnungszentrum irgendwann einmal realisiert wird, kann der Garten abgebaut und woanders weiter betrieben werden.

Um die Gemeindeglieder, aber auch den gesamten Stadtteil auf den Garten aufmerksam zu machen und für eine Mitarbeit zu werben, fährt jetzt Waldpädagoge Dennis Zimmermann mit einem Fahrrad plus Anhänger zu den Plätzen, auf denen er Menschen trifft. „Wir wollen aktiv auf sie zugehen“, sagt er. Wer mitgärtnern möchte, kann sich per E-Mail unter gemeinschaftsgarten@vossgaetters-muehle. de melden.

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