Sofortprogramm Saubere Luft

Borbecker Busbahnhof wird für flotteren Takt umgebaut

Der Busbahnhof in Borbeck ist Knotenpunkt für zahlreiche Buslinien, die S-Bahn sowie eine Regionalbahn.

Der Busbahnhof in Borbeck ist Knotenpunkt für zahlreiche Buslinien, die S-Bahn sowie eine Regionalbahn.

Foto: Socrates Tassos

Essen-Borbeck.   Essen ist Modellstadt im „Sofortprogramm Saubere Luft“. Damit Busse im Fünf-Minuten-Takt fahren können, wird der Busbahnhof jetzt umgebaut.

Auf ein Ärgernis für Bus- und S-Bahn-Fahrer aus Schönebeck und Borbeck macht die CDU aufmerksam: Weil die Fahrpläne der Buslinie 186 und der S-Bahn-Linie 9 nicht exakt abgestimmt sind, dauert die Fahrt in die Essener Innenstadt unnötig lange. Deshalb werde das Auto bevorzugt.

Ein Blick in den Fahrplan der Ruhrbahn zeigt: Wenn der 186er Bus auf dem Weg von Bottrop über Schönebeck zum Schölerpad fährt und zwischendurch in Altendorf den S-Bahn-Haltepunkt Borbeck-Süd erreicht, fährt oben auf dem Damm gerade die S-Bahn in Richtung City los. „Daher fallen 20 Minuten Wartezeit an. Insgesamt ist man von Schönebeck in die Essener Innenstadt mit Bus und Bahn 45 Minuten unterwegs“, beschreibt die CDU das Dilemma. Dabei könne die Fahrtzeit „mit einer optimalen Abstimmung der Verkehrsmittel“ in wenigen Minuten erreicht werden. „Somit wären öffentliche Verkehrsmittel auf dieser Strecke eine sehr attraktive Alternative zum Auto“, resümiert Thomas Mehlkopf-Cao, Sprecher der CDU-Fraktion in der Bezirksvertretung V.

CDU: Taktfrequenz dürfte auch erhöht werden

Allerdings hat er, wenn demnächst der neue Nahverkehrsplan aufgestellt wird, noch einen anderen Vorschlag: „Alternativ kann über eine Erhöhung der Taktfrequenz auf diesen Linien nachgedacht werden.“

Das ist keine utopische Idee. Schließlich hat der Stadtrat vor zwei Jahren beschlossen, die Infrastruktur des öffentlichen Personennahverkehrs, das Liniennetz und das Angebot zu erweitern. Außerdem gibt es jetzt Gelder vom Bund, der das „Sofortprogramm Saubere Luft“ aufgelegt hat. Essen gehört zu den fünf Modellstädten, die damit den Nah- und den Radverkehr stärken sollen.

In Borbeck soll davon die Buslinie 170 profitieren. Sie pendelt zwischen den S-Bahnhöfen in Borbeck und Steele und fährt zu den Hauptverkehrszeiten alle zehn Minuten. Künftig soll der 170er alle fünf Minuten über Altenessen nach Kray fahren.

Provisorium bis zum endgültigen Umbau im Jahr 2022

Doch dafür reicht der Platz auf dem Busbahnhof in Borbeck nicht aus. Außerdem ist er nicht barrierefrei. Deshalb soll nun ein Provisorium die Zeit bis 2022 überbrücken, wenn der Busbahnhof sowieso ausgebaut wird.

Die aktuelle Planung von Ruhrbahn und Stadt sieht vor, einen Pausen- sowie drei Haltestellenplätze sowie eine WC-Anlage für das Fahrpersonal im Bereich des Bahnhofs Borbeck zu errichten. Auf dem Parkstreifen zwischen Rechtstraße und Fürstäbtissinstraße werden die Endstelle der ankommenden Fahrzeuge sowie die Pausenplätze für die Fahrer eingerichtet. Der Einstieg in den 170er zur Fahrt in Richtung Kray bleibt auf dem Busbahnhof. Insgesamt werden für die Erweiterung 20 Stellplätze aufgegeben.

Das alles kostet 100.000 Euro. Die Mittel kommen komplett aus dem Bundesprogramm „Modellstadt Essen“. Jetzt muss noch die Bezirksvertretung zustimmen.

VIER LINIEN FAHREN KÜNFTIG ALLE FÜNF MINUTEN

  • Das „Sofortprogramm Saubere Luft“ soll besonders die Linien mit den meisten Fahrgästen stärken. Ausgewählt wurden in Essen die Linien 107, 145, 146 und 170.
  • Dazu werden 15 Haltestellen ausgebaut, an denen die meisten Fahrgäste ein- und aussteigen. Die Busse der Linien 170 fahren künftig alle fünf Minuten, nach Steele alle zehn Minuten.

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