Metallbau Feldhaus

Bei Feldhaus wird seit 50 Jahren geschweißt und geschliffen

Am Montagmorgen in der Werkshalle, v.l. Kevin Schmidt, Mussa Hassouni, Alex Zimmer, Rainer Weßling, Adam Siwek, Jürgen Maszun und Ralf Weidenheimer. Der Rest der Belegschaft war zu Außenterminen unterwegs.

Am Montagmorgen in der Werkshalle, v.l. Kevin Schmidt, Mussa Hassouni, Alex Zimmer, Rainer Weßling, Adam Siwek, Jürgen Maszun und Ralf Weidenheimer. Der Rest der Belegschaft war zu Außenterminen unterwegs.

Foto: Socrates Tassos

Essen-Bergeboreck.   50 Jahre Metallbau Feldhaus. Eine Art Familienunternehmen, nur dass es nicht vom Vater auf den Sohn, sondern vom Meister auf den Meister übergeht.

„Ein Geländer ist immer noch ein Geländer“, antwortet Rainer Weßling auf die Frage, was sich außer der Berufsbezeichnung in 50 Jahren geändert habe – aus den Schlossern von früher wurden Metallbauer, Fachrichtung Konstruktionsbau. Rainer Weßling ist Inhaber von Metallbau Feldhaus, das seinen Sitz im Industriegebiet an der Heegstraße hat. Er ist der dritte Chef. Der Firmenname stammt vom Gründer. Er hatte und hat einen guten Ruf. „Darunter sind wir bekannt. Warum sollen wir ihn ändern?“

Am Anfang der Firmengeschichte steht Alwin Feldhaus, der 1989 verstarb. Der gebürtige Niedersachse machte sich 1969 mit einem Gesellen in einem Frillendorfer Hinterhof selbstständig. Arbeit gab’s genug, so dass Feldhaus sich entschloss, einen Meister zur Entlastung einzustellen. Es wurde Jürgen Maszun, der bei Haunerland in Frohnhausen gelernt und zwei Jahre bereits als Meister in einer Gelsenkirchener Firma gearbeitet hatte.

Glocke von St. Eligius von Taubenkot gesäubert

„Da der Wiederaufbau der Städte Mitte der Sechziger Jahre abgeschlossen war, folgte jetzt der Bau neuer, moderner Wohnungen“, erinnert sich der 77-Jährige. Und Feldhaus war dabei. „Auch bei Arbeiten, die eigentlich kein Schlosser macht“, sagt Jürgen Maszun. So reinigten Mitarbeiter der Firma die Glocke von St. Eligius in Huttrop von Taubenkot. „Die Anwohner wunderten sich über das ständige Läuten während der Arbeiten.“

Als sich Alwin Feldhaus aus gesundheitlichen Gründen zurückzog, wurde Jürgen Maszun alleiniger Geschäftsführer und Gesellschafter. Die 1980er-Jahre, so Maszun, waren geprägt durch Aufträge größerer Firmen. So waren die Metallbauer von der Heegstraße beim Bau der Druckhäuser an der Schederhofstraße und in Hagen-Bathey, des Fernsehstudios an der Sachsenstraße sowie bei Arbeiten am Uni-Klinikum beteiligt. Doch es ging nicht immer nur bergauf. Konkurse von Bauträgern sorgten auch schon mal für eine Durststrecke. „Als es wieder aufwärts ging, entschloss ich mich, einen Meister zur Entlastung einzustellen“, erzählt Jürgen Maszun.
Die Wahl fiel auf Rainer Weßling, der 1990 in die Firma eintrat und 2006 die Leitung übernahm.

15 Beschäftigte – inklusive Auszubildende

„Die Anforderungen sind heute etwas größer, weil wir ein breiteres Spektrum abdecken. Heute werden mehr Sachen in Edelstahl gefertigt“, sagt Rainer Weßling. Mit 15 Beschäftigten – inklusive Auszubildende – gehöre sein Betrieb zu den Größeren. „Wir sind aber nicht zu groß, um nicht schnell und flexibel reagieren zu können.“ Früher habe man „geschlossert“, heute schrieben Europa-Normen alles Mögliche vor. „Und wir messen öfter digital als mit dem Zollstock und Wasserwaage.“

Im Laufe der Jahre haben einige Mitbewerber aufgegeben. „Einige haben sich zu sehr auf einen großen Kunden verlassen“, vermutet Rainer Weßling. „Einige haben sich auch nach der Wende im Osten verkalkuliert“, fügt Jürgen Maszun hinzu. An der Heegstraße sei man bemüht, sowohl Großaufträge (Schilder-Halterung der Centro-Parkhäuser) wie Privatkunden (Handlauf fürs traute Heim) unter einen Hut zu bringen.

Belegschaft feiert Jubiläum in der Dampfe

Rainer Weßling hofft, dass auch er den Betrieb einmal in gute Hände wird abgeben können. „So zehn Jahre werde ich aber wohl noch machen“, sagt er. Der Kandidat für die Nachfolge gehört schon jetzt zur Belegschaft, so wie es bei Metallbau Feldhaus Tradition hat.


Zuvor feiert die Feldhaus-Belegschaft aber erst einmal am 17. Mai in der Dampfe zünftig. Das können Schlosser sicherlich ebenso gut wie Metallbauer.


ES BEGANN AN DER ELISABETHSTRASSE

  • Der erste Firmensitz war an der Elisabethstraße in Frillendorf. 1970 folgte der Umzug auf das Gelände der stillgelegten Zeche Helene an der Twentmannstraße.
  • 1976 wechselte der Firmensitz zur Bessemerstraße in Borbeck und 1989 zur Heegstraße.

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