Polizei

Bodycams für die Polizisten im Essener Süden

Polizeibeamte der Inspektion Süd sind jetzt mit Bodycams ausgestattet.

Polizeibeamte der Inspektion Süd sind jetzt mit Bodycams ausgestattet.

Foto: OH

Essen.  Die Polizeibeamten im Essener Süden sind jetzt mit Bodycams ausgestattet. Beim Einsatz der Kameras gilt es aber Regeln zu beachten.

Die Polizeibeamten der Inspektion Süd sind jetzt mit Bodycams ausgestattet. Damit können jetzt alle Polizisten des Essener Präsidiums die Einsatzgeräte nutzen.

Zunächst waren moderne Server und neue Software erforderlich

Nach und nach hatten die einzelnen Inspektionen in Essen und Mülheim die Körperkameras erhalten. Der Süden war nun zum Schluss an der Reihe, weil für die Aufzeichnungen moderne Server und neue Software benötigt werde, so ein Polizeisprecher. Diese Möglichkeiten seien nun mit dem Einzug in die sanierten Gebäude an der Theodor-Althoff-Straße in Schuir geschaffen. Darüber hinaus haben auch die Hundertschaft und die Diensthundeführer die Bodycams bekommen.

Die Beamten tragen die Geräte an ihren Schutzwesten in Schulterhöhe. Sie seien klein, handlich und würden etwa so viel wiegen wie ein Smartphone, heißt es. Aufgezeichnet werde in HD-Qualität.

Bildmaterial kann als Beweismittel eingesetzt werden

Ein Sprecher betonte, dass die Beamten entsprechend geschult worden seien. Sie seien verpflichtet, Personen darauf hinzuweisen, dass die Kamera läuft. Die Geräte seien in der Lage, zwölf Stunden lang zu filmen. Das Material werde nach 14 Tagen automatisch gelöscht. Wenn ein Beamter möchte, dass bestimmte Szenen aufbewahrt bleiben, um als Beweismittel zu dienen, müsse das entsprechend eingestellt werden.

Mit dem Einsatz der Kameras will das Land NRW der zunehmenden Gewalt gegen Polizisten entgegentreten und die Sicherheit der Beamten verbessern.

Weiterhin können die Aufnahmen auch der Beweissicherung dienen. Widerstand und Gewalt gegen Polizisten, Feuerwehrleute und andere Retter seien inzwischen trauriger Alltag, hat Essens Polizeipräsident Frank Richter schon häufig beklagt. Durchschnittlich gehen pro Monat 34 Meldungen unter dem Stichwort „Gewalt gegen Vollzugsbeamte“ bei der Essener Polizei ein. Die Gewerkschaft der Polizei weist ebenso auf die Gefahren hin, denen die Beamten ausgesetzt sind. In Essen und Mülheim waren es nach Statistik der örtlichen GdP 416 Übergriffe im vergangenen Jahr und im Jahr davor gab es 325 Attacken. Schon beim ersten Testlauf in NRW im Jahr 2017 hatte die Gewerkschaft darauf hingewiesen, dass bei Pilotprojekten die Zahl der Angriffe auf Beamte und auch die Zahl der Verletzten deutlich zurückgegangen seien.

Kameras wirken sich auf das Verhalten der gefilmten Personen aus

Der Einsatz der Kameras hat sowohl nach Untersuchungen als auch aufgrund von praktischen Erfahrungen einen spürbaren Effekt: Die Leute, die gefilmt werden, nehmen sich eher zusammen und legen eine gewisse Zurückhaltung an den Tag. Für die Polizei sind die Bodycams mit dem Vorteil verbunden, dass sie Beweismaterial haben, das auch vor Gericht Bestand haben kann.

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