Blutspende

Warum das DRK Blutspenden von Migranten benötigt

Amir Mahmoudi aus dem Iran hat schon seiner alten Heimat regelmäßig gespendet. Dr. Thomas Zeiler (l.) begrüßt, dass er in Deutschland damit weitermacht.

Foto: Socrates Tassos

Amir Mahmoudi aus dem Iran hat schon seiner alten Heimat regelmäßig gespendet. Dr. Thomas Zeiler (l.) begrüßt, dass er in Deutschland damit weitermacht. Foto: Socrates Tassos

Essen.   Neben den bekannten Blutgruppen gibt es zum Beispiel auch „Duffy“ oder das „Bombay-Blut“ – Blutgruppen, die in Afrika oder Asien vorkommen.

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Amir Mahmoudi tut es schon lange: Der 25-jährige Iraner spendet bereits zum siebten Mal beim Blutspendedienst des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) in der Innenstadt. Schon in seiner alten Heimat war das für den Studenten selbstverständlich. In Essen hat ihm seine Caritas-Sozialbetreuerin den Weg zum DRK gewiesen. Menschen wie der junge Iraner sind im Fokus des auf drei Jahre angelegten Forschungsprojektes, an dem neben dem DRK-Blutspendedienst das Essener Uniklinikum, der Caritasverband der Stadt Essen, die Düsseldorfer Heinrich-Heine-Universität und die Westdeutsche Spenderzentrale teilnehmen.

Warum das nötig ist, warum Blut nicht gleich Blut ist, erklärt Dr. Thomas Zeiler, ärztlicher Geschäftsführer des DRK-Blutspendedienstes: „Menschen haben unterschiedliche Blutgruppen, aber auch unterschiedliche Erkrankungsrisiken.“ So gibt es neben den bekannten Blutgruppen A, B und 0 zum Beispiel auch „Duffy“ mit der Untergruppe a und b, oder das „Bombay-Blut“ – Blutgruppen, die in Afrika, dem Nahen Osten oder Asien vorkommen.

Es gibt auch Bombay-Blut oder Duffy

„Durch die großen Flüchtlingsbewegungen der vergangenen Jahre müssen verstärkt Patienten aus diesen Regionen versorgt werden. Dafür brauchen wir entsprechende Spender“, sagt Zeiler. Denn bei Transfusionen mit nicht geeignetem Blut kann es schnell zu Antikörperbildung kommen – und das wäre bei Erkrankungen wie zum Beispiel der Sichelzellenanämie, einer Erkrankung der roten Blutkörperchen, die vor allen in Afrika vorkommt, lebensbedrohend. Um die Versorgung für Migranten zu verbessern, müssen die Blutvorräte erweitert werden.

Doch wie will man die Zielgruppe erreichen? „Wir möchten zunächst an die Menschen herankommen, die sich um die Migranten kümmern. Sie sind dann die Multiplikatoren“, erläutert Tanja Reimer, Pressesprecherin des Projektes BluStar. Zudem informiert ein mehrsprachiges Faltblatt über das Projekt und die Sinnhaftigkeit der Spende. Davon ist Amir Mahmoudi schon lange überzeugt: „Ich weiß, dass mein Blut Leben retten kann. Das ist ein gutes Gefühl.“ Mehr zum Projekt unter www.blutspendedienst-west.de

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