Osterbotschaft

Bischof von Essen geißelt „falsche Sehnsucht nach Grenzen“

Klare Worte in Richtung

Foto: Volker Hartmann

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Essen.  In seiner Osterbotschaft fordert Bischof Overbeck das „Austilgen“ der Vorstellung einer „geschlossenen Heimat mit Grenzen“ und mehr Offenheit.

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Zu einem „Aufstand für den Frieden“ hat Bischof Franz-Josef Overbeck zu Ostern die Christen aller Konfessionen aufgerufen und dies mit einer klaren Forderung verknüpft: „Dazu werden wir unsere Gewohnheiten ändern und unsere Denkmuster erneuern, Nostalgie und falsche Sehnsucht nach einer geschlossenen Heimat mit Grenzen aus uns tilgen und zugleich Mut zu einer offenen Gesellschaft und einer offenen Kirche aufbringen müssen“, fordert Overbeck in einer für ihn nicht untypischen, recht gebieterischen Wortwahl.

Die Bemerkung über „Nostalgie und falsche Sehnsucht nach einer geschlossenen Heimat“ richtet sich offensichtlich gegen die Kritiker der Flüchtlingspolitik der letzten Jahre in Politik und Gesellschaft. Der Bischof von Essen knüpft hier erkennbar an seine Predigt am Caritas-Sonntag im September 2015 an, als er auf dem Höhepunkt der Flüchtlingskrise anlässlich der damaligen Grenzöffnung enthusiastisch eine „neue Welt“ begrüßte und Kritikern in einem ähnlichem Tonfall die Leviten las: „Unser Wohlstand und die Weise, in Frieden zu leben, werden sich ändern. So wie die Flüchtlinge ihre Lebensgewohnheiten ändern müssen, werden auch wir es tun müssen“, lautete der Kernsatz seiner damaligen Predigt, die anschließend eine breite, teils kritische Diskussion auslöste.

Overbeck kritisiert auch „Stimmungsmache“ und den „Missbrauch von Medien“

Der Bischof geißelte in seiner aktuellen Osterbotschaft laut Pressestelle des Bistums auch „Stimmungsmache im eigenen Land, der Missbrauch von Medien und öffentlicher Meinung zu Gunsten kurzfristiger Siege“. Wer oder was hier genau gemeint ist, wurde allerdings nicht mitgeliefert. Gefordert sei von Christen jedenfalls auch bei diesem Thema konsequentes Handeln: „Unseren Aufstand für Vergebung, Versöhnung, Frieden! Nicht die anderen allein sind es, die dafür einstehen müssen! Wir selber sind es“, so Overbeck

Auch auf die internationalen Konflikte ging Overbeck ein. Es sei eine Konsequenz des christlichen Glaubens an die Auferstehung Jesu, dem Leben und dem Frieden das letzte Wort zu geben und nicht dem Sterben, der Gewalt und Erniedrigung. „Viele Menschen im Mittleren Osten, in Afghanistan, Mali, in Teilen Afrikas und anderen Bürgerkriegsregionen der Erde sehnten sich nach einem Leben ohne Gewehrsalven, Bomben, Folterungen und Hinrichtungen.“

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